
Vehlingen hat keine Schule, hat keinen Laden und keine Kirche. Zudem hätten die Vehlinger vor 15 Jahre fast auch noch den Dorfmittelpunkt, das Bürgerhaus verloren. Dass das 2011 nicht passiert ist und dieser Treffpunkt für die Vehlinger Vereine und Bewohner erhalten blieb, wird nun am 30. April gefeiert.
Gefeiert wird ab 18 Uhr im Bürgerhaus. Der Vorsitzende Bernd Tiemeßen wird die geladenen Gäste, wie Bürgermeister Michael Carbanje und mehrere Musikvereine, sowie alle Mitglieder des Vereins begrüßen. Der Vorsitzende machte in dem Zusammenhang noch mal deutlich, dass alle Mitglieder eingeladen sind, auch wenn nicht jeder Einzelne eine schriftliche Einladung erhalten hat.
Erste Gedanken kamen 2009
„Eigentlich begannen die Überlegungen, das Bürgerhaus für Vehlingen zu erhalten schon 2009“, erzählte Bernd Tiemeßen rückblickend. Grund für die Überlegungen war, dass die Stadt Isselburg aufgrund knapper Kassen bestrebt war, das Bürgerhaus – ähnlich wie zuvor das Anholter und auch das Werther Rathaus – in private Hände zu geben. Zunächst kam der Gedanke auf, dass der Vehlinger Schützenverein das Gebäude übernehmen könnte, feierte er doch auf dem Gelände jährlich sein Schützenfest.

Artikel vom 13. Dezember 2012
Manni Giesen war der Vater des Ganzen
Nachdem die Idee nicht verwirklicht werden konnte, steckten der mittlerweile verstorbene Manfred (Manni) Giesen und Bernd Tiemeßen die Köpfe zusammen, um eine Lösung für den Erhalt des Bürgerhauses zu finden. „Manni war der Vater des Gedanken und damit auch von dem, was hier entstanden ist“, erklärte Tiemeßen. Der ließ aber auch nicht unerwähnt, dass es damals Leute gab, die mit dem Vorhaben nicht unbedingt einverstanden waren. Trotz einiger Widerständen wurde 2009 eine Arbeitsgruppe gegründet, die auf eine Vereinsgründung hinarbeitete.

Artikel vom 14. April 2013
Mehr als 150 sagten Ja zur Vereinsgründung
Hilfreich waren dabei 2010 auch Gespräche mit dem damaligen Bürgermeister Adolf Radstaak und Manfred Giesen. Nach weiteren intensiven Verhandlungen fand dann am 13. November 2011 im Bürgerhaus die Gründungsversammlung statt. Und viele Vehlinger wollten dabei sein. So wurde es dann auch ziemlich eng, als die Versammlung begann. Nach der Präsentation der Satzung und der Geschäftsordnung mussten Tiemeßen und seine Mitstreiter keine Überzeugungsarbeit mehr leisten. Die mehr als 150 Versammlungsteilnehmer votierten einstimmig für die Gründung des Vereins. Bernd Tiemeßen wurde zum Vorsitzenden und Manfred Giesen zu seinem Stellvertreter gewählt. Bodo Neuber war der erste Kassierer und Irmgard Strock die erste Geschäftsführerin.
„Wir sind jünger und weiblicher“
Rund drei Monate nach der Gründung konnte der Verein bereits 246 Mitglieder vorweisen. Darunter waren Tiemeßen zufolge nicht nur Vehlinger, sondern auch Bürger aus Anholt, Isselburg und Heelden. In den 15 Jahren seit der Gründung hat sich einiges geändert – auch in der Altersstruktur. „Wir sind jünger und weiblicher geworden“, betonte Tiemeßen. Heute hat der Verein 317 Mitglieder. „Wir würden uns als Verein sehr freuen, wenn es noch mehr werden würden“, meinte der Vorsitzende.
