
Wohin mit einem neuen Wohnmobilstellplatz? Die Frage stellt sich nun wieder neu, da die Teilnehmer der Bürgerbeteiligung in Werth den vorgeschlagenen Standort an der Stadthalle einhellig ablehnten.
Schon 2023 kam die Idee auf, den Wohnmobilstellplatz vom Münsterdeich an die Stadthalle in Werth zu verlagern. Seit dem 14. Mai 2025 stand eigentlich fest, dass der neue Wohnmobilstellplatz an die Stadthalle verlegt wird. Dies hatte der Ausschuss für Planung, Verkehr und Wirtschaft einstimmig beschlossen. Grund dafür ist einerseits der desolate technische Zustand des aktuellen Platzes und andererseits die direkte Nähe zum Friedhof, was wohl in erster Linie den Ausschlag für die Überlegungen gab. Wie es hieß, hatte es in der Vergangenheit schon Beschwerden von trauernden Personen gegeben.

Artikel vom 16. April 2026
In der Sitzung des Planungsausschuss am 15. April kamen allerdings verschiedene Argumente auf, die möglicherweise gegen den Standort in Werth sprechen könnten. Wegfall von Parkplätzen und Lärmbelästigung spielten ebenso eine Rolle, wie die Frage, wie man mit dem dort stattfindenden Werther Schützenfest umgeht. Der Ausschuss beauftragte daher die Verwaltung mit der Durchführung einer Bürgerbeteiligung. Die fand am vergangenen Freitag (29.5.) im Vereinsheim des SV Werth statt.
Argumente aufnehmen
Bürgermeister Michael Carbanje und Bauamtsleiter Vitaliy stellten zwei Varianten eines Stellplatzes an der Stadthalle vor. Beide untersieden sich durch die Anzahl und dem genauen Ort. Der Bürgermeister betonte dabei, dass noch nichts entschieden sei. „Wir wollen eure Argumente aufnehmen und die in die Entscheidungsfindung einfließen lassen“, machte Carbanje deutlich. Die Argumente der knapp 30 Teilnehmer waren dann auch eindeutig.
Es kamen Bedenken bezüglich der fehlenden Parkplätze, wenn mehrmals im Jahr Veranstaltungen wie das Frühlingskonzert im April und das Wohltätigkeitskonzert im Dezember stattfinden. Hinzu kommt das Schützenfest und Kinderschützenfest des Werther Schützenvereins. Und auch die fast tägliche Nutzung der Stadthalle durch die Sportvereine und die damit verbundene Teilnahme von vielen Kindern kam zur Sprache. „Die müssen dann alle an den Campern vorbei, was für beide Seiten nicht schön ist“, hieß es beispielsweise von Anna Nerfeld, die in unmittelbarer Nähe mit ihrer Familie wohnt.
Camper lassen kein Geld in Werth
Auch ging es um den Punkt der Wirtschaftlichkeit. Michael Carbanje argumentierte, dass ein Wohnmobilstellplatz ein Faktor zum Tourismus und damit auch ein Wirtschaftsfaktor sei. „Die Camper werden kein Geld in Werth lassen, weil es eben nichts gibt“, hieß es aus der Versammlung. Im Verlauf der Diskussion wurde die Stimmung etwas hitzig. Frank Häusler (CDU) versuchte die Emotionen wieder etwas herauszunehmen. „Es geht hier einfach darum ins Gespräch zu kommen und um Argumente für oder eben auch gegen den Standort zu sammeln“, hieß es von Häusler.
Vielleicht doch am Münsterdeich bleiben
Das Stimmungsbild und die Argumentation der Versammlungsteilnehmer sprach eindeutig gegen den Standort eines Wohnmobilstellplatz an der Stadthalle – unabhängig von welcher Variation. Vielmehr gab es einzelne Teilnehmer, die die Sanierung des Standortes am Münsterdeich mit einer gleichzeitigen Abgrenzung zum Friedhof mittels einer blickdichten Hecke anregten. Das Thema wird also Verwaltung und Politik weiterhin beschäftigen.
