
Vielleicht war die Tatsache, dass 1851 in Isselburg eine kirchliche Bücherei gegründet wurde, damals nur eine Randnotiz. Allerdings eine, die bis heute Bestand hat. Die Bücherei St. Bartholomäus Isselburg feiert in diesem Jahr ihr 175-jähriges Bestehen.
Es lässt sich nachvollziehen, dass es im Laufe der Jahre und Jahrzehnte zahlreiche Leiter der Bücherei gab. Da es sich um eine katholische Bücherei handelte, lag die Leitung überwiegend in den Händen der jeweiligen örtlichen Kapläne. Bei der Recherche konnte nicht mehr festgestellt werden, welche Person die Gründung der Bücherei angestoßen hatte. Allerdings geht aus alten Unterlagen des früheren Fotografen und 2002 verstorbenen Heinz Neulinger hervor, dass im ersten Jahr bereits 1691 Bücher ausgeliehen wurden. Zudem heißt es dort, dass sich der Erlös im gleichen Zeitraum auf 14 Taler belief.
Josef Peters wurde 1954 der erste nicht kirchliche Leiter
Einschneidende Ereignisse waren in der Geschichte der Bücherei die beiden Weltkriege. Überraschenderweise ging der Betrieb der Bücherei auch in den Kriegsjahren weiter, wenn auch, besonders in der Zeit ab 1933, unter erschwerten Bedingungen. Lag die Leitung der Bücherei in all den Jahren immer in den Händen kirchlicher Personen, so übernahm erstmals 1954 mit Stadtoberinspektor Josef Peters ein nicht kirchlicher Leiter die Bücherei. Das hat sich bis heute nicht geändert.

Artikel vom 24. April 2024
St. Bartholomäus-Büchere bietet nicht nur Bücher zum ausleihen
Seit mittlerweile mehr als 20 Jahre liegt die Leitung der Bücherei in den Händen von Kornelia Bücker. Sie wird dabei unterstützt von einem siebenköpfigen ehrenamtlichen Team, dass aus Gaby Köhler, Petra Evers, Ilona Bertram, Marion Prinzen, Stefanie Beltermann, Doris Oppermann und Christa Hackfort besteht. „Aktuell haben wir genau 3.469 unterschiedliche Medien zur Ausleihe“, erklärt Kornelia Bücker. Christa Hackfort fügt an, dass es sich um ganz unterschiedliche Medien handelt. „Wir haben Bücher, Zeitschriften, Spiele und auch noch CD´s, sowie digitale Medien für Handy, Tablet und e-Book-Readern.“
Großes Angebot für Kinder
Dabei gibt es auch ein großes Angebot für Kinder. Dies umfasst Bilderbücher, Erstlesetitel und erzählende Romane. „Aber auch digitaler Lern- und Spielspaß kommt nicht zu kurz“, betont Kornelia Bücker. Dafür stellt die Bücherei Tiptoi- und SAMi-Lesebären-Titeln, Tonies und Enduros zur Verfügung. Entsprechende Endgeräte können gegen eine Pfandgebühr geliehen werden.
Heinz Neulinger hatte in seinen Recherchen erwähnt, dass schon damals die Bücherei einen wichtigen Bildungsfaktor innerhalb der Gemeinde darstellte. Das hat sich bis heute nicht geändert. Auch Kornelia Bücker betont, dass die Vermittlung von Lesekompetenz, also die Menschen für das Lesen zu begeistern, eine wichtige Aufgabe der Bücherei darstellt. Schulkinder können Medien kostenlos in der Bücherei ausleihen. Erwachsene erhalten einen Büchereiausweis gegen eine Jahresgebühr in Höhe von 16 Euro.
Lesung mit Krimiautor Fynn Jacob
Anlässlich des Jubiläumsjahres findet in der Isselschule an der Drengfurter Straße am 30. Juni eine Schullesung mit der Autorin Sabine Zett statt. Die setzt sich für die Sprach- und Leseförderung bei Kindern ein. Dabei handelt es sich um ein rein schulische Veranstaltung. Am 30. Oktober gibt es dann im Pfarrheim am Münsterdeich noch eine Autorenlesung mit dem Krimiautor Fynn Jacob. Am 30. November findet der „Buchsonntag“ statt, der immer am Sonntag nach dem Fest des Heiligen Karl Borromäus, dem Patron der Katholischen-Öffentlichen Büchereien begangen wird.
Die Bücherei St. Bartholomäus befindet sich im Pfarrheim, Münsterdeich 2 und ist dienstags von 16 bis 18 Uhr und sonntags von 10 bis 12 Uhr geöffnet.
