Im Rahmen der Jubiläumsfeiern „600 Jahre Werth“ gab es am Donnerstag gleich zwei Veranstaltungen in der Stadthalle. Zunächst zeigten die Kinder der Isselschule aus Werth und Isselburg ein Programm aus Tanz und Modenschau. Anschließend folgte der Plattdeutsche Abend des Heimatvereins Werth.

Nach der Begrüßung durch die kommissarische Schulleiterin Lydia Isler wurden die zahlreichen Besucher mit einem Film auf die Veranstaltung eingestimmt. Dort wurden die ganz unterschiedlichen Vorbereitungen der Kinder in Isselburg und Werth gezeigt. Die weitere Reihenfolge der Darbietungen und der Zeitplan war minutiös geplant. So dauerte beispielsweise die Aufführung mit dem Stab zur Musik „March of the Templars“ (der Marsch der Tempelritter), der von den Kinder der dritten und vierten Klasse aufgeführt wurde, genau drei Minuten und vierzig Sekunden.
Insgesamt gab es acht Programmpunkte. Das waren der Tanz des Hofnarren, der Circassian Circle und eine Modenschau mit Kleidern aus längst vergangenen Zeiten. Daran waren insgesamt 26 Kinder beteiligt, die – bekleidet als Zofe, König, Königin und Bauernmädchen über den „Catwalk“ gingen. Zudem hatte eine weitere Gruppe den „Chapeloise-Tanz“ einstudiert. Dabei handelt es sich um einen traditionellen Volkstanz mit Partnerwechsel. Zum Ende der rund einstündigen Veranstaltung gab es – passend zum Thema – das Motto-Lied vom Ritter Culemborg. Verabschiedet wurden die jungen Darsteller und Darstellerinnen mit langanhaltendem Beifall.
Veranstaltung mit Tradition

Der Plattdeutsche Abend des Werther Heimatvereins hat schon Tradition, wurde er doch im vergangenen November schon zum 36. Mal aufgeführt. Anlässlich der 600-Jahr-Feier gab es am Donnerstag (18.6.) eine besondere Aufführung in der Stadthalle. Dabei gab es im wahrsten Sinn des Wortes einige Misstöne, denn die Lautsprecheranlage entwickelte teilweise ein recht lautes Eigenleben. Das störte zwar etwas, wirkte sich jedoch nicht auf die Stimmung des Publikums aus.
Zunächst stand Dorfausrufer Reinhold Pries im Mittelpunkt, begrüßte er doch die zahlreichen Besucher teils auf hochdeutsch, teils auf platt. Auch Frank Graffe, der Vorsitzende des Heimatvereins sprach einige Begrüßungsworte. Johann Radstaak moderierte nicht nur den Abend, sondern sorgte zwischendurch mit seinen „Dönkes“ und Geschichten für beste Unterhaltung.

Insgesamt standen acht Vorträge auf dem Programm. Thema waren ein Totenhemd, eine Theologieprüfung oder auch eine Goldenen Hochzeit. Annette Baumann erzählte die Geschichte von Jans Brömelkamp. Auch die Tücken moderner Telefone, die im Gegensatz zu früher keine Wählscheibe und auch keine Schnur mehr haben, kamen durch Agnes Mülleneisen zur Sprache. Christoph Ostendorp erklärte den Besuchern, dass es manchmal besser ist, einen richtigen Tapezierer zu holen, als selbst zu versuchen, die Tapetenbahnen an die Wand zu kleben. Zudem stellte sich bei den Sketchen heraus, dass der Verlass auf das Navi nicht unbedingt zum Ziel führt. Zudem wurde darüber gesprochen, was auf einer Parkbank möglich ist, und wie Alpträume zu kleinen ehelichen Auseinandersetzungen führen können.

Artikel vom 15. Juni 2026
Zwischen den einzelnen Vorträgen wurden diverse Volkslieder gesungen. Die musikalische Begleitung dazu lieferte Christa Gasseling mit ihrem Akkordeon. Johann Radstaak glänzte mit diversen Anekdoten. In einer etwas längeren Pause standen für die Besucher belegte Brote, Brezeln und Kaltgetränke bereit. Auch nach dem offiziellen Ende, saßen viele Besucher beisammen, um den Abend nochmal Revue passieren zu lassen und dabei das eine oder andere Kaltgetränk zu genießen.
Es war ein Abend, wie man ihn von den bisherigen Plattdeutschen Abenden des Heimatvereins kennt. Die Darsteller zeigten sich von ihrer humorvollen Seite. Einzig das Eigenleben der Lautsprecher sorgte buchstäblich für Misstöne und sorgte zudem dafür, dass die Darsteller nicht immer gut zu verstehen waren. Wie Frank Graffe ankündigte, wird es im November einen weiteren Plattdeutschen Abend geben. Dann auch wieder im Jugendheim mit sicherlich besserer Akustik.
