Heeldener feiern ein Jubiläumm
Das Heeldener Tambourcorps feiert sein 75-jähriges Bestehen. Darauf freuen sich auch Dirk Venhorst, Heinz-Bernd Tekaat, Markus Gebbing, Johannes Otten, Christian Schmidt und Mario Böing (©Frithjof Nowakewitz)

Der 30. Mai ist in diesem Jahr für den Isselburger Ortsteil Heelden ein ganz besonderer. Dann beginnt nicht nur das dreitägige Schützenfest, sondern das Heeldener Tambourcorps feiert sein 75-jähriges Bestehen. Einige aktuelle Vorstandsmitglieder und aktive Spielleute blickten in einem gemeinsamen Gespräch mit IL auf die vergangenen Jahre zurück.

Ersten Uniformen waren selbst gemacht

Initiator des Ganzen war allen voran Theo Diedrichs. Er mobilisierte eine ganze Reihe junger Heeldener dazu, ein Trommler- und Pfeifencorps zu gründen. Angefangen hat man zunächst mit fast nichts. Die ersten Übungen der Trommler fanden auf Holzbrettern statt. Instrumente waren schon damals sehr teuer und Uniformen für die musikalischen Neueinsteiger fast unerschwinglich. Haussammlungen und Eigenleistungen machten es dann nach kurzer Zeit möglich, Instrumente zu kaufen. „Die ersten Uniformen waren selbstgemacht und bestanden aus einer weißen Schützenhose, die ohnehin jeder hatte, und einer schwarzen Anzugjacke“, erzählte Johannes Otten. Auf den Schultern der Jacken wurden die sogenannten Vogelnester aufgenäht. „Die ersten richtigen Uniformen gab es Mitte der 1950-Jahre“, fügte Markus Gebbing an. Der erste Tambourmajor war Heinrich Termaat.

Tambourcorps Heelden
Das Heeldener Tambourcorps mit Urgestein Willi Naves (sitzend 2.v.l.) Foto: Tambourcorps Heelden

Ein Verein braucht auch ein eigenes Zuhause. So war die damalige Gaststätte von Hermann Tebbe – heute Gaststätte Langenhorst – das erste Vereinslokal. Und das ist es mit Festwirt Detlef Westerhoff und seinem Nachfolger Thomas Westerhoff bis heute geblieben.

Ab 1952, also ein Jahr nach der Gründung, gehörten die Musiker zum festen Bestandteil des Heeldener Schützenfestes. Erstaunlich – und für die damalige Zeit eher ungewöhnlich – war die Tatsache, dass schon sehr früh auch junge Frauen zum Bestandteil des Musikvereins gehörten und sogar aktiv im Vorstand mitarbeiteten. Aktuell hat der Verein 39 aktive Musiker, viele davon sind junge Frauen.

Ein Heeldener Urgestein

Ein Name ist besonders fest mit dem Heeldener Tambourcorps verbunden. Der jetzt 89-jährige Willi Naves ist dem Musikverein 1952 beigetreten und damit das älteste – und wenn es die Gesundheit zulässt – auch immer noch aktive Mitglied. Ich war immer gern dabei und hab auf Übungsabende, wenn ich nicht gerade krank war, nie gefehlt“, erklärte Naves 2022 auf dem Schützenfest anlässlich seiner Ehrung zur 70-jährigen Mitgliedschaft sowohl im Tambourcorps als auch im Schützenverein.

„Als vor 50 Jahre aus ganz bescheidenen Anfängen in Heelden ein Spielmannszug entstanden ist, hat wohl kaum jemand damit gerechnet, dass sich das Tambourcorps Heelden auch noch heute einer so große Beliebtheit erfreut“, schrieb der damalige Vorsitzende Christoph Hütten in der Festschrift zum 50-jährigen Jubiläum. Das hat sich bis heute nicht geändert. Bei verschiedenen Schützenfesten in der Umgebung sind die Heeldener Musiker ein fester Bestandteil der musikalischen Darbietungen.

Viele Gäste zum Jubiläum

Und die Liste der befreudeten Vereine ist lang. So wollen die Heeldener ihr Jubiläum mit den Musikern aus Haldern, Millingen, Isselburg, Loikum, Vehlingen, Werth Suderwick und Anholt feiern. Zudem sind die Schützen aus Hünxe, Isselburg und Herzebocholt, sowie natürlich die heimischen Schützen Teil des Jubiläums, führte der Christian Schmidt an. Es wird also am 30. Mai eine große Veranstaltung werden. „Wir freuen uns auf viele Heeldener und auswärtige Besucher“, meinte Tambourmajor Mario Böing. Das Fest beginnt um 14 Uhr im Festzelt am Sportgelände des FCH.