
Am vergangenen Samstag (28.3.) feierte die Grenzlandlaienspielschar Anholt die Premiere ihres diesjährigen Theaterstücks mit dem Titel „Wunder gibt es immer wieder“. Geschrieben wurde das Stück von der Anholterin Melanie Stanik-Vriesen. Und es war nicht das erste Stück dieser Art. Nach „Wo Westfalen den Niederrhein küsst“ aus 2024 und „Pflaume mit Pfiff“ aus 2025 war das diesjährige Theaterstück das dritte , dass von Melanie Stanik-Vriesen geschrieben wurde. Warum sie das so erfolgreich macht, erzählte sie kurz vor der Generalprobe.
„Ich bin ein Kind der 70er und eine Jugendliche der 80er, da hat man früher im Fernsehen Heinz Erhard, Willi Millowitsch, oder auch das Ohnsorg-Theater angeschaut“, erzählte die Anholterin. „Das hat mich ein bisschen geprägt und irgendwie auch nie losgelassen.“ Schon lange ist Melanie Stanik-Vriesen Mitglied der Anholter Theatergruppe und hat dabei schon die verschiedensten Rollen gespielt. Mit „Wo Westfalen den Niederrhein küsst“ schrieb sie 2024 ihr erstes Theaterstück. „In acht Tagen war das Stück fertig“, erzählte sie damals. Es gibt jetzt nicht „das“ Stichwort, sondern es sind eher Alltagssituationen, die zu einer Idee führen.

Artikel vom 13. April 2025
Nach und Nach entsteht dann im Kopf die Geschichte. Im Herbsturlaub werden die Ideen zu einem Dreiakter auf das Papier gebracht. „Der erste Akt geht eigentlich immer ganz schnell, aber dann wird es schwerer“, erzählt die Autorin. Die Kunst ist es, den teilnehmenden Schauspielern die entsprechenden Rollen sozusagen auf den Leib zu schreiben. Das gilt auch für die eigene Rolle, denn auch sie selbst wird als Darstellerin auf der Bühne stehen. Außerdem liegt auch die Regie in ihren Händen. Für das Stück wird eine Kulisse aufgebaut, die während der Aufführung nicht verändert wird. Die gesamte Handlung spielt sich nur in dem einen Raum ab. All das muss in der Geschichte berücksichtigt werden.
Melanie Stanik-Vriesen hat aber auch Themen, die in ihren Stücken keine Rollen spielen werden. „Ich beschäftige mich dabei nicht mit Politik und auch angedeutete Schlüpfrigkeit wird es nicht geben“, macht Stanik-Vriesen deutlich. „Ich möchte charmante Lösungen und keine Albernheiten“, bekräftigt sie. Das ist ihr bislang mit ihren drei Theaterstücken gelungen. Der nicht enden wollende Beifall am Samstag war dafür wieder einmal der beste Beweis.

Das die Theatergruppe so erfolgreich ist, liegt nicht nur an der Autorin und ihren geschriebenen Texten, sondern auch an den einheimischen Schauspielern. Und wenn dann noch, wie am Samstag, nicht geplante Situationskomik dazu kommt – eine Darstellerin verlor ihre Perücke und durch eine zugeknallte Tür fielen Vasen von einem Schrank – dann springt der Funke ganz schnell auf das Publikum über.
Der Schwank erzählt mit Wortwitz, Situationskomik und überraschenden Wendungen von Zusammenhalt, Mut zu Veränderung und davon, dass Wunder manchmal eben dort geschehen, wo man sie am wenigsten erwartet.

Artikel vom 10. April 2024
Nicht ganz unwichtig ist, wenn man Melanie Stanik-Vriesen beschreibt, dass auch Ehemann Jörg Vriesen einen wesentlichen Anteil am Erfolg der Grenzlandlaienspieler hat. Nicht nur, dass er gelegentlich selbst in die eine oder andere Rolle schlüpft – so auch in dem aktuellen Stück als Postbote. Er ist für die gesamte Technik zuständig. Ohne ihn gibt es kein Licht und auch keinen Ton.
Zwei Mal gibt es das Wunder noch
Zwei weitere Aufführungen gibt es in der Anholter Mehrzweckhalle nach Ostern am 11. April um 20 Uhr und am 12. April um 17 Uhr. Einlass ist jeweils eine Stunde vor Aufführungsbeginn. Karten gibt es – soweit noch vorhanden – im Vorverkauf zum Preis von 8 Euro bei Augenoptik Röhl (Am Rathaus 11), Rewe Lütfring (Klever Straße), Fußpflege Legeland (Linders Feld 3) und Bäckerei Bors (Adolf-Donders-Allee), oder an der Abendkasse zum Preis von 10 Euro (sofern noch vorhanden)
