Hans Glader
Hans Glader präsentiert den Storchenkalender 2027 (©Frithjof Nowakewitz)

Wenn man mit Hans Glader aus Werth ins Gespräch kommt, geht es eigentlich im Wesentlich um zwei Themen: um seine Heimat Kärnten und die Storchen-Fotografie.

Auch wenn Hans Glader in Werth lebt, so zieht es ihn oft dorthin, wo Störche leben. Und das ist nicht nur in der näheren Umgebung, sondern auch in anderen europäischen Ländern. Sein ständiger Begleiter ist dabei seine Kamera. Die auf seinen Expeditionen entstehenden Fotos erscheinen jedes Jahr im Storchen-Kalender. Dort finden sich Fotos von Störchen auf der Futtersuche an der Issel, in ihrem Horst (so nennt man das Nest) mit dem Storchennachwuchs oder auch beim Sonnenuntergang als Silhouette am roten griechischen Himmel. Auch ein Storch, der bei schneebedecktem Boden in der Dingdener Heide nach Futter sucht, gibt es im Kalender zu sehen. „Eine Seltenheit“, wie Hans Glader betont. In seinem Archiv hat er mehrere tausend Fotos von Störchen und anderem großen und kleinen Vögeln.

Manchmal braucht man auch Glück

Nun ist Hans Glader nicht nur zu Fuß unterwegs. Oft steht er, verdeckt von seinem Tarnzelt, stundenlang fast bewegungslos im Wasser heimischer Seen, um Wasservögel im Bild festzuhalten. „Naturfotografie ist eben sehr zeitintensiv und nicht immer gemütlich“, erzählte Glader in einem Gespräch am vergangenen Montag (19.10.). Oft geht man dabei nach stundenlangem Warten leer aus und manchmal hat man auch Glück. Auf einer Autofahrt mit seiner Frau entdeckte er in Wertherbruch am Isseldeich einen Schwarzstorch. „Die gibt es hier eher selten“, erzählte der Werther. Am nächsten Tag hatte Glader das Glück, dass der Storch noch immer in der Gegend war. „Normalerweise findet man die Schwarzstörche eher in Griechenland, aber nicht hier. Da war es schon ein großes Glück, ihn hier zu finden und abzulichten.“ Besonders ist auch ein Foto, dass einen Weiß- und Schwarzstorch bei der Futtersuche zeigt.

Störche werden beringt

Artikel vom 4. Juni 2020

Storchenkinder wurden beringt

Fliegende Fotomotive gibt es auch in seiner Heimat im Kärntner Land am Millstädter See in Österreich. Dort hat er noch eine Wohnung. Da liegt es nahe, mehrmals im Jahr dort hinzufahren, um Freunde zu besuchen. Da geht es dann in die Berge bis auf 3000 Meter hoch um Adler und Bartgeier zu fotografieren – imposante Vögel mit einer Spannweite von bis zu drei Metern. Wie kommt man nun als junger Österreicher nach Werth. „Meine Mutter stammt aus Bocholt“, erzählt Hans Glader. In Kärnten traf er dann seine spätere Freundin – ebenfalls eine Bocholterin. Und von Bocholt nach Werth ist es ja nun nicht sehr weit.

Hans Glader
Hans Glader mit seiner Kamera auf Tour (©Frithjof Nowakewitz)

Über tausend Brutpaare

Hier ist Glader nun nicht nur als Fotograf unterwegs, sondern auch als Gründer und Vorstandsvorsitzender der Stiftung „Störche-NRW“. In diese Stiftung fließt auch der Erlös aus dem Verkauf der Jahreskalender. Für die Stiftung ist er zwischen Anholt, Brünen und Wesel unterwegs, um die Storchenpopulation zu kontrollieren. Anfang der 1990er-Jahre gab es in NRW nur noch drei Brutpaare. Jetzt sind es Glader zufolge über Tausend. Das ist auch darauf zurückzuführen, dass die Stiftung landwirtschaftlich genutzte Fläche aufkauft, um daraus Grünland für die Störche zu zu entwikeln. Ein weiterer Grund ist, dass die Störche immer öfter nicht in Afrika, sondern auf dem spanischen Festland überwintern. „Auf den großen Müllkippen finden die Störche auch ausreichend Futter, so dass sie sich den Weg nach Afrika sparen können“, erzählt Hans Glader.

Stiftung feiert ihr Zehnjähriges

Das Jahr 2026 ist für die Stiftung und damit auch für Hans Glader ein besonderes Jahr. „Wir feiern in diesem Jahr das zehnjährige Jubiläum der Stiftung. Den Stiftungskalender 2027 gibt es in der Stadt-Info in Anholt, im Friseursalon Anke Buschmann in Isselburg, bei van Nahmen in Hamminkeln sowie auch direkt bei Hans Glader in Werth. Und natürlich online unter www.stoerche-nrw.de