Wohnbauland in Anholt
Wohnbauland in Anholt ist knapp. Auf Dauer sollen drei Gebiete beidseitig des Kapellendeichs Abhilfe schaffen (Karte/Grafik: Openstreetmap/IL)

Die Stadt Isselburg ist umgeben von Hochwasserschutzgebieten, Naturschutzgebieten und landwirtschaftlicher Nutzfläche. Da ist die Entwicklung von Wohnbauland schwierig. Das Problem wollen CDU und FDP nun gemeinsam angehen. Im Ausschuss für Bauen, Umwelt und Abwasser, der am Mittwoch (1.7.) tagte, reichten die beiden Fraktionen einen gemeinsamen Antrag ein.

„Die Nachfrage nach Wohnbauland ist nachhaltig vorhanden und wird mit der expandierenden gewerblichen Entwicklung weiterhin zunehmen“, heißt es in dem Antrag, den FDP-Sprecherin Rebecca Kramer (Fraktionssprecher Kevin Schneider hatte sich für befangen erklärt) auch mit der guten wirtschaftlichen Lage und dem damit steigenden Wohnbedarf in Anholt begründete. Hintergrund ist, dass die Firma Trox SE eine Werkserweiterung mit bis zu 150 neuen Arbeitsplätzen plant.

Der Antrag steht auch im Zusammenhang mit der jüngsten Fortschreibung des Regionalplanes Münsterland, bei der zusätzliche Siedlungsbereiche erfasst wurden, die bislang nicht Gegenstand der Kartierung waren. Darunter fällt auch die Ausweisung von Potenzialflächen nördlich der Straße Am Schievekamp, westlich angrenzend an die Straße Schievekampsbusch und östlich angrenzend an die Straße Kapellendeich. Die Gesamtfläche umfasst rund 60.000 Quadratmeter. Die Politik spricht von insgesamt drei Potenzialflächen

Bauleitplanung dauert mindestens zwei Jahre?

Phil Breznikar (SPD) fragte nach der Notwendigkeit, ein drittes Wohnbaugebiet zu planen, wo doch bereits das Baugebiet Vogelhorst in Werth und der Paßhof in Isselburg in Planung sind. Zudem wies er auch auf den aktuellen Leerstand hin. Bürgermeister Michael begrüßte den Antrag von CDU und FDP. „Wie wir wissen, dauert Bauleitplanung zwei bis drei Jahre. Deshalb sollten wir das jetzt schon für den Ortsteil Anholt anstoßen, um uns die landesplanerische Zustimmung seitens der Bezirksregierung Münster zu holen.

Mehrfamilienhäuser notwendig

Uwe Übelacker ging dann schon mehr auf Details der späteren Planung ein. „Eine Zuwegung in das Gebiet vom Kapellendeich, wo da gerade eine Fahrradstraße eingerichtet wurde, geht eher nicht“, meinte der Grünen-Sprecher. Zudem forderte er auch mehr Mehrfamilienhäuser als Einfamilienhäuser. „Das wollten wir schon für das Wohngebiet Linders Feld, wurde aber eben nicht realisiert. Das sollte nicht noch einmal passieren“, betonte Übelacker. Bauamtsleiter Vitaliy Düking und auch Bürgermeister Carbanje betonte, dass das alles Punkte sind, die in einem städtebaulichen Konzept Berücksichtigung finden würden.

Verwaltung soll Vorgang anstoßen

Der Ausschuss beschloss mehrheitlich, dass der vom Regionalplan Münsterland ausgewiesene Bereich der Wohnbauentwicklung zugeführt werden soll, dass die Verwaltung eine frühzeitige Abstimmung mit den zuständigen Fachbehörden einholen und zudem ein städetbauliches Konzept erarbeiten lassen soll.