Extra Zeit zum Lernen

Zu oft konnten Schulkinder während des Lockdowns nicht die Schule besuchen, musste stattdessen im Onlineunterricht deutsch, mathe und all die anderen Fächer büffeln. Viel ist dabei auf der Strecke geblieben. Entstanden sind bei vielen Schülern und Schülerinnen Lerndefizite, die im normalen Unterricht kaum aufzuholen sind. Deshalb hat das Schulministerium NRW die Aktion “Extra Zeit zum Lernen” ins Leben gerufen.

Diese Extra-Zeit ist auf die Ferien ausgerichtet. Allerdings ausschließlich auf freiwilliger Basis. Diese Extra-Zeit wird nun auch in Isselburger an der Katholischen Grundschule Anholt und an der Isselschule in Isselburg angeboten. Über die Verfahrensweise wurde am vergangenen Mittwoch im Ausschuss für Jugend, Schule, Sport, Kultur, Soziales (JSSKS) diskutiert.

Isselschule Isselburg (Bild: Frithjof Nowakewitz)

Das Land übernimmt 80 Prozent der Kosten

Geplant sind jeweils zwei Gruppen mit bis zu 15, aber mit mindestens 8 Kindern für die Katholische Grundschule in Anholt und den Grundschulverbund Isselschule. Der außerschulische Unterricht in den Ferien soll dann an vier Tagen, montags bis donnerstags, jeweils von 9 bis 12 Uhr durchgeführt werden. Da je Schule zwei Gruppen geplant sind, soll eine Gruppe in der ersten Ferienwoche unterrichtet werden, die zweite Gruppe dann in der zweiten Ferienwoche. Im Zuge der Vorabplanungen wurden die OGS-Betreuungsträger um eine Rückmeldung gebeten, ob die Bereitschaft zur Ausrichtung besteht und falls dies der Fall ist, eine Vorkalkulation der Personal- und Sachausgaben, bezogen auf ein Angebot in den Herbstferien 2021 abzugeben. Sowohl der Caritasverband für das Dekanat Bocholt, als auch die DRK gGmbH haben in ihrer Funktion als OGS-Betreuungsträger Interesse an dem außerschulischem Bildungsangebot gezeigt. Die Kosten belaufen sich auf 1.000 Euro je Gruppe für 12 Unterrichtstunden. Das Angebot wird vom Land zu 80 Prozent getragen, der Eigenanteil der Stadt beläuft sich auf 20 Prozent. Die Gesamtkosten würden also 4.000 Euro betragen, wovon das Land 3.200 Euro trägt. Die restlichen 800 Euro trägt die Stadt.

Grundschule Anholt (Bild: Frithjof Nowakewitz)

Lehrer wollen im Bedarfsfall unterstützend helfen

In der Ausschusssitzung stellte Uwe Übelacker (Grüne) die Frage in den Raum, ob denn der jeweilige Träger auch das entsprechende Personal für den außerschulischen Unterricht stellen kann. Dina Deckers vom zuständigen Fachbereich erklärte, dass dies die Förderrichtlinien eindeutig verlangen. Zudem erklärte Oliver Skukis, Leiter des Grundschulverbund Isselschule, bei Bedarf unterstützend mitzuwirken. „Hier spreche ich auch für die Katholische Grundschule Anholt“. Für Übelacker war auch wichtig, dass sich die aktuellen Klassenlehrer mit dem Personal der Träger über den jeweiligen Lernbedarf der Schüler/innen austauschen. Eigentlich sollte nach Ende der Sommerferien eine Bedarfsabfrage bei den Eltern durchgeführt werden. „Darauf können wir nun aber nicht warten, da für den Regierungsbezirk insgesamt nur noch 29.000 Euro zur Verfügung stehen, der Antrag muss also kurzfristig bei der Bezirksregierung eingehen“, machte Dina Deckers in der Sitzung deutlich. „Warten wir länger, ist wahrscheinlich kein Geld mehr da“. Der Beschlussvorschlag wurde einstimmig mit dem Zusatz angenommen, dass durch die Verwaltung in der nächsten JSSKS ein Erfahrungsbericht vorgelegt wird.

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