Ehrenamt ist nicht hoch genug zu würdigen

Gestern fand im Gerätehaus des Löschzuges Werth die Versammlung der Gesamtfeuerwehr Isselburg statt. Neben Kreisbrandmeister Johannes Thesing und Bürgermeister Rudi Geukes waren auch die Franktionsvorsitzenden Dr. Theo Beine (SPD), Frank Häusler (CDU), Uwe Übelacker (Grüne) und Kevin Schneider (FDP), sowie Ordungsamtsleiter Frank Schaffeld anwesend.

Nach der Begrüßung durch Stadtbrandmeister Markus Berning verlas Marcel Drunagel den Jahresbericht. Daraus ging hervor, dass die drei Löschzüge 2015 insgesamt 74 Einsätze gefahren haben. Diese teilen sich auf in 17 Brandeinsätze und 57 technische Hilfeleistungen. Zudem wurden 7 Brandsicherheitswachen gestellt und an 4 Großübungen teilgenommen. Somit mussten die drei Löschzüge die ganze Bandbreite, wie PKW-Brände, Verkehrsunfälle mit der Bergung von Toten und Verletzten, sowie Hilfeleistungen bei Sturmschäden abdecken. Außerdem war die Feuerwehr auch im vorbeugenden Brandschutz tätig. Besuche in Kindergärten und Schulen gehörten dazu. Schulungen, Lehrgänge und Leistungsnachweise sind ebenfalls ein Muss. Alles in der Freizeit und ehrenamtlich.

Ehrenamt und Neubau

Kreisbrandmeister Johannes Thesing, Markus Berning und Bürgermeister Rudi Geukes machten deutlich, wie wichtig die Unterstützung der Öffentlichkeit für das Ehrenamt ist. Dies gelte vor allem auch für die Politik. Die muss schließlich die Grundlagen dafür schaffen, dass Isselburg weiterhin über eine gut funktionierende Feuerwehr verfügt. Neben der materiellen Ausstattung wurde natürlich auch der Neubau für den Löschzug Isselburg angesprochen. Frank Häusler, Uwe Übelacker und Kevin Schneider bekannten sich ausdrücklich zum Standort Reeser Straße. Theo Beine erwähnte in seiner Rede das Vorhaben allerdings mit keinem Wort. Uwe Übelacker befürchtet in diesem Zusammenhang, dass die direkten Anwohner weiterhin versuchen werden, den Bau an der Reeser Straße zu verhindern. Für die Jahre 2016 und 2017 sind im Haushalt jeweils eine Million Euro eingestellt worden. Bürgermeister Geukes wies darauf hin, dass zur Forführung des Bauleitverfahrens die Erstellung eines Fachgutachtens zum Hochwasserausgleich notwenig ist, das in Kürze in Auftrag gegeben werden soll.

Frauen in die Feuerwehr

Am 13. März fand in Isselburg der Kreisjugendfeuerwehrtag statt. Dabei wurde erwähnt, dass von den insgesamt 16 Nachwuchswehren 15 keine Nachwuchssorgen haben. Die beiden Jugendwehren in Isselburg und Werth sind gut aufgestellt. Das bedeutet aber nicht, dass man nun auf weiteren Feuerwehrnachwuchs einfach verzichten kann. Ganz im Gegenteil. Dies gilt übrigens auch und vor allem für weiblichen Nachwuchs. Auch hier hat sich schon ein wenig getan. Nach Maria Foterek gibt es nun mit Jacqueline Jocks beim Löschzug Werth eine zweite Feuerwehrfrau. In diesem Zusammenhang erinnerte Markus Berning Theo Beine an seine Aussage. In einer der vergangenen Versammlungen hatte Beine sinngemäß erklärt, dass die Politik für die notwendigen, nach Mann und Frau getrennten Umkleideräumlichkeiten sorgen würde, wenn die Feuerwehr für weibliche Mitglieder sorgen würde. “Wir haben für die Frauen gesorgt, nun sorgen sie für die Umkleidemöglichkeiten”.

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Natürlich standen auch Beförderungen auf der Tagesordnung. Und auch hier stand der Feuerwehrnachwuchs im Mittelpunkt. Wie erwähnt, wurde Jacqueline Jocks zur Feuerwehrfrau ernannt. Kevin-Peter Derrez, Sven-Niklas Risius (alle Werth), Alexander Schmitz und Sebastian Köcher (alle Isselburg) wurden zum Feuerwehrmann ernannt. Michael Bonnes vom Löschzug Isselburg trägt jetzt den Dienstgrad eines Brandinspektors.

Das Brandschutz-Hilfeleistungs-Katastrophenschutz-Gesetz (BHKG) sieht ab dem 1. Januar 2016 vor, dass es für jeden Löschzug eine Vertrauensperson gibt. Dies sind für den Löschzug Werth Andre Borkes und für den Löschzug Anholt Steffen Meyer. Der Löschzug Isselburg muss diese Personalie erst auf seiner eigenen Mitgliederversammlung festlegen.

Fotos: Frithjof Nowakewitz

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