Wird der Löschzug Isselburg zum Spielball verschiedener Interessen?

Reeser Straße oder Stromberg? Oder doch vielleicht die Danziger Straße? Wo kommt nun das neue Feuerwehrgerätehaus für den Löschzug Isselburg hin? Gibt es auf die Standortfrage am 26. November eine verbindliche und abschließende Antwort?

In den letzten Wochen steht nicht nur die Frage nach dem Standort im Mittelpunkt. Auch der Isselburger Löschzug selbst gerät immer mehr in den Focus der Öffentlichkeit und muss sich dabei immer mehr Kritik gefallen lassen. Ein Teil der Öffentlichkeit ist der Meinung, dass der Löschzug selbst sich den Standort Reeser Straße ausgesucht hat und im Bezug auf den Standort Stromberg in keinster Weise kooperativ ist. Dem ist nicht so. Dies zumindest macht Löschzugführer Michael Bonnes in einer Pressemitteilung deutlich.

Grafik: Albert Hesseling
Grafik: Albert Hesseling

Der Löschzug ist nicht der Entscheider

In der Mitteilung heißt es, dass die einsatztaktischen Aspekte aus feuerwehrtechnischer Sicht nicht nur von der Feuerwehr Isselburg, sondern auch von Mitarbeitern der Verwaltung, von dem unabhängigen Architekt Weber, vom Kreisbrandmeister und von der Bezirksregierung betrachtet und ausgearbeitet wurden. Hierbei sind alle zum gleichen Ergebnis gekommen. Der Standort Reeser Straße ist aus feuerwehrtaktischer Sicht zu bevorzugen. Bei der Entscheidungsfindung hatte der Isselburger Löschzug nur eine beratende Funktion. Die Entscheidung über den Standort obliegt einzig und allein dem Rat der Stadt. Der kann sich nun an die Empfehlung der genannten Stellen halten, oder selbst einen Standort bennen. Allerdings müssen bei der Standortfestlegung die gesetzlich festgelegten Hilfsfristen berücksichtigt werden.

Wie wichtig sind Hilfsfristen?

Die Befürworter des Standort Stromberg, zu denen aus nachvollziehbarer Eigeninteresse auch die Bewohner der Urgrabenstraße und des Riedweg gehören, machen geltend, dass die Anfahrt der Feuerwehr vom Stromberg in den Bereich Heelden nicht länger dauert, als von der Reeser Straße, soforn vom Stromberg eine direkte Anbindung an die Straße Am Fenn gebaut wird. Dies mag sogar richtig sein. Zu der Hilfsfrist (Zeitdifferenz zwischen der Alamierung und dem Eintreffen des ersten Feuerwehrfahrzeuges an der Einsatzstelle) gehört aber auch die Zeit, die der einzelne Feuerwehrmann für die Anfahrt von seiner Wohnung, bzw. Arbeitsstelle benötigt. Und da ist der Stromberg aufgrund der Entfernung von den Wohnungen der Feuerwehrleute zum Stromberg ungünstiger gelegen.

Auch zum Thema Synergien bei Feuerwehr und Rettungswache am Stromberg nimmt Michael Bonnes Stellung. Aufgrund der Tatsache, dass die Rettungswache rund um die Uhr besetzt ist, ergibt sich eine ganz andere Betrachtung der Einsatzzeiten. Der Rettungswagen kann sofort nach der Alamierung starten, die Feuerwehrleute müssen erst von Zuhause zum Stromberg fahren. Ein Standort für die Rettungswache muss daher nicht auch für die Feuerwehr geeignet sein. Bei einer Berufsfeuerwehr, wie sie beispielsweise in Bocholt besteht, wäre das anders.

Löschzug sieht sich und die Bürger in der Opferrolle

Der Löschzugführer bedauert die Diskussion, die an vielen Punkten an der Realität vorbei geht. Die Feuerwehrleute stellen ihre Arbeitskraft ehrenamtlich zur Verfügung. Die technische und finanzielle Grundlage hierfür muss die Stadt stellen. Enttäuschend ist für den Löschzug und deren Mitglieder, dass der Neubau mittlerweile seit Jahrzehnten aufgrund fehlender verlässlicher Beschlüsse immer wieder verschoben wurde. “Aufgrund dieses politischen Stillstandes können wir unsere Aufgabe nur eingeschränkt nachkommen und es macht die Arbeit für uns Feuerwehrleute schon im Feuerwehrhaus unnötigerweise gefährlich und zum Teil unzumutbar. Hier sehen wir uns und somit auch die Bürger von Isselburg als Opfer dieser nicht enden wollenden Diskussion”.

Besucher benötigen Geduld

Am 26. November soll in der Sitzung des Rates eine finale Entscheidung zum Standort getroffen werden. Aufgrund der politischen Mehrheitsverhältnisse ist eine Vorhersage zum  Ergebnis nicht möglich. Eine große Rolle wird bei der Entscheidungsfindung wohl auch die Ankündigungn der Bewohner der Urgrabenstraße und des Riedweg spielen, den Bau an der Reeser Straße notfalls gerichtlich verhindern zu wollen. Die Frage ist also, ob der Rat das Risiko gerichtlicher Verfahren, die unter Umständen Jahre dauern können, in Kauf nimmt, oder sich für die andere Möglichkeit entscheidet und sich dabei möglicherweise über Gesetze hinwegsetzt. Oder entscheidet sich der Rat für die dritte Möglichkeit an der Danziger Straße?

Die Ratssitzung beginnt am 26. November um 17:30 Uhr und findet wegen des zu erwartenden Besucherandrangs nicht in der Mensa, sondern im PZ der Verbundschule statt. Allerdings benötigen die Besucher, die wegen der Entscheidung zum Gerätehaus kommen, ziemliches Durchhaltevermögen. Das Thema steht erst ganz am Ende mit den Punkten 23 und 24 auf der Tagesordnung.

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