Anlieger wehren sich gegen Standort Reeser Straße

Der Standort des angedachten Feuerwehrgerätehauses steht eigentlich schon fest. Zumindest in den Vorstellungen der meisten Politiker wird das Gerätehaus an der Reeser Straße gebaut. Aber nicht alle politisch Beteiligten stehen zu diesem Standort. Die FDP hat beispielsweise wieder den Stromberg als Standort ins Gespräch gebracht. Und mit dieser Meinung stehen sie nicht allein da. Die Bewohner der Urgrabenstraße und des Riedweg, wehren sich vehement gegen den Neubau an der Reeser Straße. Gestern Abend traf sich eine kleine Abordnung der Bewohner der Urgrabenstraße und des Riedweg bei Michael Moldenhauer  zu einem Pressegespräch.

Günter Kleemann, Manfred Moldenhauer, Michael Moldenhauer, Klaus Arweiler und Peter Lang-Sandtel wehren sich gegen den angedachten Standort (Foto: Frithjof Nowakewitz)
Günter Kleemann, Manfred Moldenhauer, Michael Moldenhauer, Klaus Arweiler und Peter Lang-Sandtel wehren sich gegen den angedachten Standort, der im Hintergrund zu sehen ist.  (Foto: Frithjof Nowakewitz)

Zunächst machten die Bewohner klar, dass sie nicht gegen das Feuerwehrgerätehaus sind. Allerdings lehnen sie den Standort an der Reeser Straße strickt ab. Als Gründe führen die Anwohner gleich mehrer Fakten an. In erster Linie sind es die Kosten, die den Bewohnern der beiden Straßen sauer aufstoßen. Das Grundstück an der Reeser Straße muss gekauft werden, während das Gelände am Stromberg der Stadt gehört. An der Reeser Straße müssen zwei Meter der Erdoberfläche abgetragen werden, das Grundwasser muss abgesenkt werden und das Gelände muss nach den Abgrabungen und eines Bodenaustausch um ein Meter auf die Höhe der Reeser Straße angefüllt werden.

Plan: Stadt Isselburg
Plan: Stadt Isselburg

“Das Bodengutachten hat uns wachgerufen”

Was den Bewohner aber eine besondere Sorge bereitet, sind mögliche Schäden an ihren eigenen Häusern. Eine Grundwasserabsenkung könnte dazu führen, dass Kellerwannen undicht werden oder das Risse an den Häusern entstehen. “Das Bodengutachten hat uns erst wachgerufen”, meinte Peter Lang-Sandtel. Wie Manfred Moldenhauer, ehemaliger Architekt der Reeser Bau Union, erklärt, besteht der Untergrund der Häuser an der Urgrabenstraße und am Riedweg, sowie auch auf dem angedachten Grundstück zu einem großen Teil aus Sand. Dieser ist, so steht es im Bodengutachten des Ingeneurbüros Hinz aus Münster, “… allgemein fließgefährdet”.  Das bedeutet, dass sich dann, wenn das Grundwasser abgepumpt wird, auch die Lage des Sandes verändern kann. Dadurch würden Hohlräume unter den Kellern der Häusern entstehen. In der Folge könnten die Häuser in ihrer Bausubstanz Schaden nehmen. “Die Stadt steht zwar in der Haftung, aber die hat ja ohnehin kein Geld, um uns die Schäden zu ersetzen”, machte Klaus Arweiler deutlich.

Bewohner lasten den Politiker Steuerverschwendung an

Der Punkt Geld bringt derweil Michael Moldenhauer auf die Palme. Er kann die Beweggründe der Politiker nicht nachvollziehen. “Da hat man das Grundstück am Stromberg im eigenen Besitz, will aber ein fremdes Grundstück kaufen. Das will mir nicht einleuchten”, erklärte Moldenhauer. Noch mehr ärgert ihn aber, dass man viel Geld dafür ausgeben will, um das Grundstück überhaupt erst bebauungsfähig zu machen. “Das ist doch Verschwendung von Steuergeldern. Dafür zahlt jeder Bürger”. Das Beispiel dafür, dass es am Stromberg einfacher gehen könnte, lieferte, so Michael Moldenhauer, das DRK mit der dort neu erbauten Rettungswache. Er fügt an, dass bei Sportvereinen und Musikschule gespart wird und das Straßen nicht repariert werden, dort aber unnützer Weise fast eine halbe Million ausgegeben wird. “Das passt einfach nicht zusammen”.

Bewohner wollen notfalls vor Gericht ziehen

Das Bodengutachten lässt in vielen Passagen keinen Zweifel daran, dass der Bau an der Reeser Straße nicht unproblematisch und kostenintensiv sein könnte. Grundwasserabsenkung, Austausch von belasteten Böden, Zwischenlagerung, Deponiezuführung und Fließsand sind nur einige der Schlagworte, die den Bewohner der beiden Straßen die Sorgenfalten auf die Stirn treiben. Von den Kosten für das ganze Vorhaben ganz zu schweigen. “Ein Millionengrab wie das Klärwerk reicht uns”, machen die Anwohner klar. Die sind für den Fall, dass sich die Politik für die Reeser Straße entscheidet, dazu bereit, das Vorhaben an der Reeser Straße mit anwaltlicher Hilfe zu verhindern. “Notfalls gehen wir den gerichtlichen Weg”, machte Michael Moldenhauer deutlich. Am 26. November will der Rat über den endgültigen Standort entscheiden. Ob es jetzt noch dazu kommt, bleibt abzuwarten.

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