Qualvoller Tod des Rentierkindes

Der kleine Rentierbulle im Biotopwildpark Anholter Schweiz durfte nicht einmal ein halbes Jahr leben. Der Grund dafür ist, dass verantwortungslose Besucher das im Mai geborene Tier mit Brot und Süßigkeiten fütterten. Das, was der Mensch als lecker empfindet, war für das Tier tödlich. 

Archivbild IL
Archivbild IL

Am vergangenen Samstag muss das kleine Rentier von Besuchern mit Brot und Keksen gefüttert worden sein. Und dies trotz der Tatsache, dass an dem Gehege zwei große Tafeln zweisprachig darauf hinweisen, dass das Füttern der Tiere verboten ist. Rentiere ernähren sich grundsätzlich von Moosen und Flechte, Pflanzen eben, die in der skandinavischen Heimat der Tiere wachsen. Dieses Futter wird vom Wildpark importiert, um die Tiere eben artgerecht zu ernähren. Backwaren, wie in diesem Fall, kann das Tier nicht verdauen. Dadurch blähte sich der Körper auf. Kreislaufversagen war die Folge. Am Sonntagmorgen fand Tierpfleger Maik Elbers das Tier. Die sofort hinzugezogene Tierärztin konnte den kleinen Rentierbullen nicht retten, so dass er eingeschläfert werden musste.

Füttern strengstens verboten

Eine sofortige Obduktion ergab dann, dass das Tier mit den genannten Backwaren gefüttert worden ist. “Man möchte doch, dass so ein Tier lebt und sich die Besucher daran erfreuen”, erklärte Parkpächterin Monika Westerhoff-Boland traurig und wütend zugleich. Die Aufzucht der Tiere ist auch ein Kostenfaktor. Damit die Tiere artgerecht, tierärztlich versorgt und mit viel Platz frei leben können, wendet der Park viel Geld auf.

Verantwortungslose Besucher haben in diesem Fall dafür gesorgt, dass ein kleines Rentier qualvoll sterben musste und dem Park damit eine gerade bei Kindern beliebte Attraktion fehlt.

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