MGV-Karneval – Klein, fein und manchmal tiefgründig

Karnevalssitzungen müssen nicht immer in großem Rahmen stattfinden. Es geht auch klein und fein. Dies hat gestern wieder mal der MGV Eintracht Anholt gezeigt. Im Saal vom Hotel Legeland stand hausgemachter Spaß im Vordergrund. 

mgv_karneval_besucherin_berichtBesonders erfreulich war, dass auf der einen oder anderen Weise in der gestrigen Veranstaltung fast alle Stadtteile vertreten waren. Nachdem der MGV-Vorsitzende Edi Welbers die Gäste begrüßt hatte, übernahm Sitzungspräsident Kurt Vogel das Kommando. Und der konnte gleich das Isselburger Prinzenpaar begrüßen. Dies tat er auf seine eigene Weise. Eben mit einem Augenzwinkern und einem kleinen Seitenhieb auf die “kleine Nachbargemeinde”. Diese kleinen spaßigen Scharmützel gehören seit Jahren dazu. Keiner nimmt es krumm, alle haben ihren Spaß. Und weil man sich so gut versteht, wurden natürlich Orden und kleine Geschenke ausgetauscht. Auch wenn Kurt Vogel nun schon ein wenig Erfahrung im närrischen Gewerbe hat. Die Geschichte mit der Küsserei muss er allerdings noch ein bisschen üben.

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Und dann ging es Schlag auf Schlag. Den Anfang machte eine Abordnung “Werther Rentner”, die unter der Leitung von Ingrid Perdun ziemlich drastisch aufzeigten, wie es in einem Altenheim hoffentlich nie zugehen wird. Ein Waschlappen und eine Zahnbürste für sechs Leute. Näheres mag man sich an dieser Stelle nicht vorstellen. Die Besucher hatten ihren Spaß und fielen von einer Lachsalve in die Nächste.

Bevor Werner Schirrmacher als Anholter Chronist in die Bütt stieg, sorgten junge Mädchen des VfL Anholt für eine Tanzeinlage. Der Anholter Chronist beschrieb vor allem das Verhältnis von und zwischen Männern und Frauen. Die Thematik ist zwar nicht neu, aber es ergeben sich ja immer wieder neue Aspekte, die Schirrmacher in seiner trockenen Art auf lustige Weise den Besuchern näher brachte.

mgv_karneval_gelbe-gefahr_berichtWer in diesem Jahr bei karnevalistischen Veranstaltungen gelbe Gestalten sieht, die mit einer blauen Latzhose bekleidet sind, weiß sofort, dass es sich um die “Gelbe Gefahr” handelt. Chef der ganzen Bande ist Jürgen Neuhaus. Seit dem der Mann Karnevalsprinz war, scheint sich bei ihm und seiner Frau Andrea alles um den Karneval zu drehen. Jedenfalls gründeten die beiden Jecken den KVA e.V., also den Karnevals-Verein-Anholt. Und das der Karneval im Leben der Beiden und des Vereins ganz oben steht, dokumentierten sie auch gestern mit dem Lied “Karneval ist unsere Nr. 1”. Mangels Musik präsentierten sie den Ohrwurm dann auch noch als Acapella.

Andre Nehring, Mitglied des Isselburger Elferrates, hatte seine Uniformjacke gegen ein T-Shirt getauscht und stand dann als “Mann für alle Fälle” in der Bütt. Auch bei ihm ging es um das scheinbar so beliebte Thema “Frauen”. Musikalisch präsentierten sich dann die “Hallodries”. Franz-Josef Schmeink, Jupp Wissen, Bernd Exlager, Klemens Üffing, Josef Brömmling und Johannes Wiesmann erfreuten die Besucher mit dem “Kleinen grünen Kaktus”, “Belami” und “Ein guter Freund”. Für die melodischen Töne sorgte Jörg Vriesen am Klavier.

Anholt´s Meckermann Franz-Josef Schmeink
Anholt´s Meckermann Franz-Josef Schmeink

Das auch Anholt einen Meckermann hat, bewies auf eindrucksvolle Weise Franz-Josef Schmeink. Das Anholter Urgestein nahm sich das Anholter Leben vor, brachte den Besuchern den politischen Werdegang von Stefan “Pinsel” Schweers näher und riss das Leben der vom Gesetzgeber scheinbar verfolgten Raucher an.

Die Thematik des Rauchens spielte auch in dem Vortrag von Loki (Christoph Angenendt) und Smoki (Thomas Purwin) eine nicht untergeordnete Rolle. Es ging natürlich um das Leben der Eheleute Loki und Helmut Schmidt. Wie es aussieht, gehen bei dem Altbundeskanzler die Zigaretten nie aus. Und natürlich hat auch so ein Ehepaar einen Alltag. Da geht es um neue Kleider für die Frau, das politische Werken des Staatsmannes, aber auch um kleine Dinge wie den TV-Bildschirm, den man für kommende Fußball-WM benötigt. Das sich Smoki, gemeinsam mit Luther als Erfinder der Reformhäuser sieht und zudem bereits zwei Testamente geschrieben hat, das “Alte” und das “Neue”, zeugt von einem langen Leben und einer Schaffenskraft. Der Bankmensch Christoph Angenendt und der Standesbeamte Thomas Purwin erhielten für ihre Darbietung viel Beifall.  Man kann sich schon jetzt darauf freuen, wenn es im nächsten Jahr wieder heißt: “Loki, frag mich mal was”. Frage von Loki: “Was denn”? Antwort von Smoki: “Ja irgendwas”.

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Einen leuchtenden Eindruck hinterließ zum Ende der Veranstaltung die Twirlinggruppe des VfL Anholt in ihrer Schwarzlichtaufführung. Mit fetziger Musik zeigten die jungen Damen ihr tänzerisches Talent. Zum Abschluss erhielt Josef Brömmling den Ehrenorden des MGV. Leider konnte er den Orden wegen eines grippalen Infektes nicht persönlich in Empfang nehmen. In einem großen Finale zeigten sich dann alle Darsteller, der Elferrat und das Prinzenpaar noch mal gemeinsam dem Publikum.

Die Fotos von der MGV-Sitzung gibt es in Kürze in der Fotogalerie

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