Mobile Schrotthändler – Es werden scheinbar immer mehr

In den letzten Wochen scheinen Schrotthändlern mit ihren fahrenden CD-spielern inflationär in Isselburg und den anderen Stadtteilen unterwegs zu sein. Man hört sie an manchen Tagen aufgrund ihrer immer gleichen Dudelei mehrmals, manchmal sogar im Stundentakt.

Symbolfoto
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Mehreren Bewohnern sind vor allem die Kurz- bzw. Überführungskennzeichen an den Fahrzeugen der Schrotthändler aufgefallen. Auch scheint es sich um Händler unterschiedlicher Nationalitäten zu handeln. Nun benötigen diese Händler zunächst eine Reisegewerbekarte, die von der Stadtverwaltung ausgestellt wird. Zusätzlich ist aber auch eine Erlaubnis zur Abfallbeseitigung nötig, die aber nur vom Kreis ausgestellt wird. Beides haben die Schrotthändler mitzuführen. Hans Joachim Beckmann von der zuständigen Stelle beim Kreis im Borken ist das Problem der zunehmenden Zahl der fahrenden Schrotthändlern nicht unbekannt. “Die Zulassungsstelle reagiert mittlerweile bei der Erteilung von Kurzzeitkennzeichen für bestimmte “Kunden” schon sehr sensibel”, erklärte Beckmann. Das Problem ist, dass man für die Erteilung eines solchen Kennzeichens keinen TüV-Bericht vorlegen muss. Und wenn jemand in seinem Kreis kein Kurzzeitkennzeichen bekommt, dann beauftragt er jemanden aus seinem Bekanntenkreis, das Kennzeichen in einem anderen Kreis zu bekommen. Die an den Fahrzeugen angebrachten Kurzzeitkennzeichen sind nur für Überführungs- oder Probefahrten zu verwenden. Die Nutzung zur gewerblichen Abfallentsorgung ist nicht erlaubt.

Frank Schaffeld von der Stadtverwaltung empfahl, die fliegenden Händler nach der erforderlichen Reisegewerbekarte und der Genehmigung nach dem Abfallentsorgungsgesetz zu fragen, wenn sie bei jemandem Schrott oder Altgeräte abholen wollen. Die Drohung, bei fehlenden Genehmigungen die Polizei zu rufen, würde oftmals schon bewirken, dass sich der betreffende Händler aus dem hiesigen Gebiet zurück zieht.

Dudel-Musik nervt und ist auch nicht ungefährlich

Die Gesetzesverstöße der “Schrottis”  reichen von illegaler Abfallentsorgung über Steuerhinterziehung bis zu Verstößen gegen die Straßenverkehrsordnung. Und zu diesen Verstößen gehört auch das dauernervige Abspielen einer Dudel-CD über leistungsstarke Außenlautsprecherboxen. Das Ergebnis ist, dass der Schichtarbeiter wahrscheinlich senkrecht im Bett steht und der mit Martinshorn im Einsatz befindliche Krankenwagen von den Verkehrsteilnehmern nicht gehört wird, weil das Gedudel alles übertönt.

Der Kreis Recklinghausen hat den fahrenden Klüngelkerlen übrigens schon einen Riegel vorgeschoben. Dort müssen die Schrotthändler für jeden Auftrag frühzeitig im Vorraus eine Genehmigung beantragen. Hintergrund für die Maßnahme des Kreises ist, dass die dortigen Kommunen die Erträge aus der Altmetallverwertung selbst einstreichen möchten. Dies wäre vielleicht auch für den Kreis Borken eine Alternative, um einerseits Geld in die leeren Kassen zu bekommen und andererseits das teilweise illegale Treiben einiger Schrotthändler zu beenden.

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