Weiterer Kiesabbau? – Alle sind dagegen!

Es kommt nicht oft vor, dass soviel Einigkeit zwischen Verwaltung, den politischen Parteien und den Bürgern herrscht. Eine Erweiterung des Kiesabbaugebietes in der Anholter Breels darf es nicht geben. Dies wurde auch noch mal in einem Pressegespräch deutlich, zu dem die SPD-Fraktion eingeladen hatte.

Fachbereichsleiter Klaus Dieter Spaan präsentierte zunächst die nüchternen Zahlen. Das Abbaugebiet in Werth sei in etwa 53 Hektar groß. Durch die Einbeziehung des Pendeweg vergrößert sich das Gebiet auf insgesamt 67 Hektar. In der Anholter Breels umfasst das genehmigte Gebiet 45 Hektar. Der Investor, die Heeren-Herkener Kiesbaggerei, will das Abbaugebiet um rund 74 Hektar erweitern. Es hätte dann insgesamt eine Größe von rund 120 Hektar.

Die Förderanlagen nehmen bereits jetzt eine überdimensionale Größe ein. Und sie sind ja noch nicht fertig.

Warum die Begehrlichkeit da ist, erläuterte der SPD-Fraktionsvorsitzende Dr. Theo Beine. Die Region Isselburg bietet die Möglichkeit, qualitativ hochwertigen Kies bis zu einer Tiefe von 50 Meter abzubauen. Dies würde kostenintensive Investitionen der Kiesbaggerei schnell und nachhaltig refinanzieren. Dies untermauerte Bürgermeister Rudi Geukes mit dem Hinweis, dass in der Breels bereits riesige Anlagen installiert werden, die in diesem Ausmaß für die genehmigte Fläche nicht notwendig wären. Diese Sorge hätten auch viele Bürger gegenüber dem Bürgermeister geäußert. Es ist also davon auszugehen, dass das Unternehmen bereits mit der Erweiterung plant.

Als abschreckendes Beispiel gilt die Seenplatte am Niederrhein zwischen Wesel und Rees. Dies will, da sind sich wohl alle einig, in Isselburg niemand. Verlierer wäre nicht nur die landwirtschaftlichen Betriebe, denen hochwertiger Boden unwiederbringlich verloren geht. Niemand kann sagen, wie sich der Grundwasserspiegel entwickelt, sollte ein Abbau in der genannten Tiefe durchgeführt werden. Von den Folgen für die heimische Tierwelt ganz zu schweigen.

Bernhard Daldrup, Vorsitzender der sozialdemokratischen Gemeinschaft für Kommunalpolitik (SGK), mahnte einen Konsens der kommunalen Selbstverwaltung und der Industrie an. Er kündigte aber auch, dass der Regionalplan nicht vor 2013, wahrscheinlich sogar erst 2014 fertig ist. Darin wird festgelegt sein, ob das Abbaugebiet erweitert wird. Der allgemeine Tenor war, dass ein Industrieunternehmen, und ein solches ist die Heeren-Herkener Kiesbaggerei, seine Interessen nicht gegen eine Kommune und vor allem nicht gegen deren Bürger durchsetzen sollte. Einigkeit ist in Isselburg nicht immer gegeben. In diesem Fall ziehen augenscheinlich jedoch alle an einem Strang.

 



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