Abberufung von Sabrina Knebelkamp begründet die CDU mit Vertrauensverlust

Die Sitzungen des Rates dienen in der Regel dazu, sachliche und planerische Entscheidungen zu treffen. Das war in der Mehrzahl der Tagesordnungspunkte auch am Mittwoch (23.9.) so. Der Tagesordnungspunkt sechs, der mit „Umbesetzung von Gremien“ benannt war, dient im Normalfall dazu, Nachrücker zu benennen, wenn bislang tätige Auschussmitglieder aus persönlichen Gründen ausscheiden. Das war gestern allerdings nur teilweise so.

20 Ja-Stimmen und 7 Enthaltungen

Die CDU-Fraktion hatte zu diesem Punkt die Abberufung von Sabrina Knebelkamp aus allen Ausschüssen beantragt. Die Wertherin war bislang stellvertretende sachkundige Bürgerin in den Ausschüssen „Bauen/Umwelt/Abwasser“und „Planung/Verkehr/Sicherheit“ , sowie sachkundige Bürgerin im Ausschuss für „Jugend, Schule, Sport, Kultur und Soziales“. Eine entsprechende Sitzungsunterlage zu dem Tagesordnungspunkt fehlte allerdings. Hierzu erklärte CDU-Sprecher Frank Häusler, dass man allen Ratsmitgliedern eine entsprechende Information geschickt habe. „Da brauch ich das ja jetzt nicht mehr vorlesen, da ja alle die Information haben“, erklärte Häusler. Kerstin Hebing (SPD) verlangte allerdings trotzdem, dass der CDU-Text doch noch einmal verlesen wird. Dem kam dann Häusler auch nach. Daraus ging zwar die eigentliche Abberufung Knebelkamps hervor, die eigentlichen Gründe dafür wurden allerdings nicht genannt. Mit 20 Ja Stimmen und 7 Enthaltungen stimmte der Rat dem Ansinnen der CDU zu.

Sabrina Knebelkamp
Sabrina Knebelkamp (links, hier mit der CDU-Bundestagsabgeordneten Anne König) gehört nicht mehr den Ausschüssen an (Archivfoto: Frithjof Nowakewitz)

Unterschiedliche Meinungen zum Vereinsheim

„Ich bin nicht freiwillig gegangen und ich bin persönlich auch sehr enttäuscht“, betonte Sabrina Knebelkamp in einem am Donnerstag (24.9.) geführten Gespräch. Sie erklärte, dass sie die Entscheidung akzeptiere, auch wenn es, so Knebelkamp, andere Lösungen gegeben hätte. Was war nun der eigentliche Grund für das Handeln der CDU? „Man hat es teilweise mit Interessenkonflikten bezüglich meiner Arbeit als Vorsitzende des SV Werth und die damit verbundene Planung des neuen Vereinsheims begründet“, erzählte die Wertherin. In der Tat gab es in der letzten Sitzung des Sportausschuss unterschiedliche Ansichten zwischen der CDU und Knebelkamp in ihrer Position als Vereinsvorsitzende über die Art des Neubau und die dafür notwendigen Investitionen. Sie hatte von der Politik klare Planungen zu diesen Punkten gefordert. Ob das nun der einzige Grund für das Handeln der Fraktion war, ließ Knebelkamp offen.

Basis ist nicht mehr gegeben

Frank Häusler
CDU-Sprecher Frank Häusler nennt Vertrauensverlust als Grund für die Abberufung (© Frithjof Nowakewitz)

CDU-Fraktionssprecher Frank Häusler schickte auf eine entsprechende Anfrage eine Mail, aus der hervorging, dass das notwendige Vertrauensverhältnis zu Sabrina Knebelkamp nicht mehr gegeben sei. Wörtlich heißt es, dass „die Berufung von sachkundigen Bürgerinnen und Bürgern auf einem engen Vertrauensverhältnis zur Fraktion basiert. Diese notwendige Basis sieht die Fraktion bei Frau Knebelkamp als nicht mehr gegeben an. Mehrere Gespräche mit dem Ziel, eine gemeinsame Arbeitsgrundlage wiederherzustellen, blieben leider erfolglos. Um eine weiterhin geschlossene und handlungsfähige Fraktionsarbeit im Sinne der Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten, zieht die CDU-Fraktion nun die Konsequenzen. Dem Rat der Stadt ist deshalb am 23.09.2026 ein Vorschlag für eine entsprechende Umbesetzung vorgelegt worden, die angenommen wurde.“ Nähere Angaben zu dem von Häusler geschilderten Vertrauensverlust oder anderer Gründe für die Abberufung machte er nicht.

Weiterhin „vehement“ für Werth einsetzen

Die Abberufung aus den Ausschüssen bedeutet aber nicht den Ausschluss aus der Partei. „Ich bleibe Mitglied in der CDU und freu mich auf die Arbeit im Musikschulausschuss, dem ich nach wie vor angehöre“, erklärte Sabrina Knebelkamp. Zudem ist sie Schriftführerin im CDU-Ortsverband Isselburg I. Eines ist ihr jedoch besonders wichtig: „Ich werde mich nach wie vor vehement für den Ortsteil Werth einsetzen.“