Das Parkhotel Wasserburg entwickelt sich langsam zu einen Hotspot der Unterhaltung. Jedenfalls einmal jährlich im November. An diesem Wochenende sorgten – organisiert von Issel Unplugged – an drei Abenden ganz unterschiedliche Künstler für allerbeste Unterhaltung. Den Anfang machte am Freitagabend (6.11.) Comedian Tobi Freudenthal aus Köln.

Ohne Punkt und Komma

Comedy beschreibt man am einfachsten so: Einer redet und das Publikum hört zu. Im besten Fall gibt es rednerische Passagen, bei denen das Publikum auch lacht. Das war am Freitagabend mit Tobi Freudenthal etwas anders. Er redete dauernd und das Publikum lachte unablässig. Der Kölner Comedian besticht durch einen extremen Redefluss. „Ohne Punkt und Komma“, wie man landläufig dazu sagen würde. Phantasiegeschichten und Banalitäten reihten sich ohne Pause aneinander. Dabei ging er auch auf seinen eigenen Kopf ein. Also auf das, was oben drauf wächst und bei Männern langsam ausfällt. Die sich verabschiedende Haarpracht bietet ganz unterschiedliche Ansichten. Erst auszusehen, wie Jason Statham, später dann wie Olaf Scholz.

Tobi Freudenthal
Tobi Freudenthal entpuppte sich als Dauerredner (Foto: Frithjof Nowakewitz)

Im Verlauf des Abends philosophierte Tobi Freudenthal zudem über das Schnarchen, was ja angeblich niemand macht und beschäftigte sich mit dem Spaßbad in Köln-Chorweiler in das er als Kind immer gerne ging. Er hasst eigentlich Smalltalk, fängt ihn aber selbst immer an und kann sich über falsche Wortbetonungen aufregen. Und er macht das, was schon zigmal heftige Schmerzen hinterlassen hat: Der Biss in eine frisch aus dem Ofen kommende und mit Käse belegte Tiefkühlpizza. Aber machen das nicht viele? Es gibt aber eins, bei dem der Kölner regelrecht ins Schwärmen gerät: Den Duft eines Babykopfes. „Das riecht nach Liebe, Wärme und Vertrauen“, argumentierte Freudenthal. Ins Schwärmen gerieten auch die Besucher über rund eineinhalb Stunden Tobi Freudenthal. Mit all seinen Ansichten, Geschichten und Banalitäten des täglichen Lebens gestaltete der Kölner Comedian einen gelungenen Abend.

Sebastian23

Artikel vom 16. November 2025

Ein Wochenende mit viel Kultur im Parkhotel

Der Samstag (7.11.) stand dann ganz im Zeichen der Musik. Den Anfang machte das Duo „Logout“ mit Frank und Doortje Maillard mit Gitarre, Gesang und Cello. Dazu kam Christoph Berghorn am Keyboard. Das Trio präsentierte im knapp einstündigen Auftritt viele gekoverte Titel, die von Frank Maillard neu interpretiert wurden.

Alle Künstler
Alle Musiker präsentierten sich gemeinsam auf der Bühne (Foto: Frithjof Nowakewitz)

Es folgte mit Susan Albers der stimmliche Höhepunkt. Die aus Rhede stammende und seit einigen Jahren in Emden lebende Künstlerin ist, wie sie selbst erklärte, fast in der ganzen Welt unterwegs. In Anholt präsentierte sie einen Querschnitt durch Rock und Pop, mal laut, mal leise und mit einer Stimme, die für Gänsehautgefahr sorgte. Der Höhepunkt war sicherlich, als sie auf ihre Art den Song „In the Air tonight“ von Phil Collins sang.

Das Duo „Quite Relaxe“, bestehend aus Steffen Meyer und Stefan Ening war am Samstag nur zur Hälfte anwesend. Da Stefan Ening verhindert war, sprang kurzerhand Ricardo Tillmann ein. So sorgten Steffen Meyer und Ricardo Tillmann mit einigen gecoverte Titel, aber auch von Tillmann selbst geschriebenen Titeln für beste Stimmung. Das zwischen dem Duo und dem Publikum ein ständiger Dialog stattfand, liegt auf der Hand. Steffen Meyer ist Anholter und Ricardo Tillmann lebt in Ulf/NL, was ja auch „fast“ in Anholt ist.

Steffen Meyer: „Es passt einfach“

Steffen Meyer
Steffen Meyer zeigte sich mit demVeranstaltungs-Wochenende sehr zufrieden (Foto: Frithjof Nowakewitz)

Es war bereits nach 23 Uhr, als alle Musiker am Samstagabend noch einmal zum großen Finale auf die Bühne kamen. Unter großem Applaus des Publikums verabschiedeten sich Steffen Meyer, Christoph Berghorn, Susan Albers, Doortje und Frank Maillard, sowie Ricardo Tillmann mit dem Titel „Proud Mary“ von Tina Turner. Die Moderation des Abends lag bei Stefan Horak. Aufgrund der großen Nachfrage im Vorfeld konnten alle Künstler für ein zweites Konzert am Sonntagnachmittag gewonnen werden. Natürlich auch ausverkauft.

Steffen Meyer, Sprecher von Issel Unplugged, zeigte sich am Sonntag sehr zufrieden mit dem Veranstaltungswochenende. „Es passt einfach“, betonte Meyer. Was im Übrigen auch für Susan Albers gilt, die die Art der Veranstaltung mit der tollen Atmosphäre im Parkhotel lobte. Offizieller Veranstalter war der Kulturring Isselburg.

Veranstaltungen von Issel Unplugged

Die nächste Veranstaltung von Issel Unplugged ist am 30. Januar 2027 im Evangelischen Gemeindehaus Isselburg. Dann sind Timon Krause und Henning Neidhardt zu Gast. Die Veranstaltung ist aber schon ausverkauft. Wer sich schon ganz früh seine Eintrittskarte für die Veranstaltung im Parkhotel Wasserburg besorgen will, die am 6. und 7. November 2027 stattfindet, kann dies unter www.kulturing-isselburg.ticket.io . Zwei Künstler stehen bereits fest. Bei dem oder der Dritten steht die Verpflichtung kurz bevor.

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