
Was und vor allem wie lange wurde über den Neubau des Feuerwehrgerätehauses am Münsterdeich diskutiert. Eigentlich weiß das heute niemand mehr so genau, aber es müssen alten Zeitzeugen zufolge deutlich über 30 Jahre gewesen sein. Nun allerdings ist Licht am Ende des äußerst langen Tunnels zu sehen, denn der Neubau steuert auf seinen Fertigstellung zu. Robin Meyermann, zuständig für das Gebäudemanagement in der Isselburger Stadtverwaltung, stellte das Innenleben des neuen Gebäudes im Rahmen einer Führung vor.

Sanitäre Anlagen kommen ganz zum Schluss
Alles wirkt irgendwie clean, es dominieren die Farben rot, weiß grau. Deutlich wird zudem, dass bei der Innenausstattung ausschließlich auf durchdachte Funktionalität gelegt wurde. Es gibt keine „goldenen Wasserhähne“. Wobei gesagt werden muss, dass es aktuell noch überhaupt keine Wasserhähne, keine Waschbecken und auch noch keine Toilettenbecken gibt. „Die werden erst ganz zum Schluss eingebaut“, betonte Robin Meyermann mit dem Hinweis, dass die Wasch- und Toilettenräume ansonsten wahrscheinlich bei der Übergabe an die Feuerwehr, die für Anfang Oktober geplant ist, nicht mehr neu wären.

Platz für 5 Löschfahrzeuge
Bei der Betrachtung von der Straße her fallen zunächst die fünf Hallentore und der halbrunde Turm ins Auge, der optisch an den gegenüberliegenden Wehrturm angelehnt ist. In der Fahrzeughalle ist Platz für fünf Löschfahrzeuge. Zu sehen sind hier schon die Schläuche für die Abgasabführung. Eine Fußbodenheizung sorgt gerade im Winter für die notwendige Temperatur in der Halle. Für eine schnelle Aufheizung, vor allem dann, wenn aufgrund von Einsätzen die Tore geöffnet wurden, sorgen zudem weitere große Heizlüfter an der Hallendecke. Lagerräume und eine Werkstatt befinden sich im hinteren Teil der Halle.
Pkw-Stellplätze nur für die Einsatzkräfte
Im hinteren Teil im Erdgeschoss befinden sich die Sozialräume. Umkleideräume, Toiletten und Duschen sind für Männer und Frauen getrennt. Die Eingänge dazu – auch wieder für Männer und Frauen getrennt – befinden sich an der Gebäudeseite in Höhe der Parkplätze. Die sind übrigen nur für die Einsatzkräfte bestimmt und grundsätzlich nicht für öffentliches Parken vorgesehen. „Sollte das nicht funktionieren, besteht die Möglichkeit eine Schranke nachzurüsten. Die Voraussetzungen dafür sind bereits geschaffen“, machte Robin Meyermann deutlich.

Einsatz- Schulungs- und Aufenthaltsräume
In den durch die Rundung angedeuteten Turm, über den früher innerhalb der politischen Parteien lange gestritten wurde, befindet sich in der ersten Etage zukünftig die Leitstelle, von der die Einsätze koordiniert werden. Es fehlt nur noch der in die Rundung einzubauende Schreibtisch. Weitere Räume gibt es für Stabsstelle bei möglichen Katastrophen, wie Hochwasser, Großfeuer oder andere Ereignisse, die einer zentralen Leitung bedürfen. Die Räume sind, was die Größe betrifft, variabel gestaltet. Sie können durch bewegliche Zwischenwände in der Größe den Erfordernissen angepasst werden. Zudem gibt es Schulungs- und Aufenthaltsräume für die Jugendfeuerwehr. Um die Versorgung der Einsatzkräfte sicherzustellen, wurde auch eine Küche eingebaut. Alles ist im Übrigen barrierefrei angelegt, das Gebäude, dass eine Nutzfläche von insgesamt 1.160 Quadratmeter hat, verfügt auch über einen Aufzug.
Gebäude wird deutlich preiswerter als geplant
Das Gebäude ist in L-Form gebaut und grenzt auf der Rückseite direkt an die Isselburger Hütte. Was die Investition für den Neubau betrifft, konnte Architekt Maik Horst schon im Januar berichten, dass die Kosten für das Gebäude insgesamt um rund 750.000 Euro niedriger sein werden, als zunächst geplant. „Genau wissen wir es, wenn die letzten Rechnungen bezahlt sind“, meinte Robin Meyermann im Verlauf der Führung.
Einweihung am ersten Oktober-Wochenende
Der Umzug der Feuerwehr von der Werther Straße in das neue Gebäude erfolgt voraussichtlich im Laufe des Septembers. Die offizielle Eröffnung findet dann am Samstag, 3. Oktober und Sonntag, 4. Oktober statt. Der Samstag beginnt um 17 Uhr mit dem Empfang und einer Führung für geladene Gäste. Es folgt eine „Blaulicht-Party in der Fahrzeughalle. Am Sonntag bietet sich im Rahmen eines Tags der offenen Tür eine Führung und verschiedene Schauübungen für die Besucher. Zudem gibt es Kaffee, Kuchen, Grillangebote, kalte Getränke, sowie Spiel und Spaß für die kleinen Besucher.
