Eine Buchempfehlung von Kornelia Bücker

„Schwesternland“ von Katharina Fuchs ist der Auftakt einer faszinierenden Familiengeschichte, erzählt in zwei Zeitebenen, einer historischen und Gegenwartsebene. Während der historische Teil des Romans die Ereignisse und die Folgen der Vertreibung der Hugenottenfamilie Beauvais im 15. Und 16. Jahrhundert schildert, zeigt die Gegenwartshandlung die Ahnenforschung der Protagonistin Antonia zu ihrer Herkunft. Auslöser ist ein Stammbaum, den die brandenburgische Familie geschenkt bekommt und in dem Antonia ihre Vorfahrin Jeanne Beauvais entdeckt.

Besonders interessant finde ich den historischen Hintergrund der Hugenottenvertreibung aus der Seidenweberstadt Lyon – im 15. und 16. Jahrhundert das Zentrum des europäischen Seidenhandels – der die Handlung auf eindrucksvolle Weise begleitet. Die Autorin verbindet die persönlichen Schicksale der Hugenottenfamilie Beauvais mit den historischen Ereignissen, so dass die Geschichte lebendig und authentisch wirkt. Sie vermittelt anschaulich, unter welchen Bedingungen die Hugenotten ihre Heimat verlassen mussten und welche Herausforderungen sie in der Fremde erwarteten. Dadurch erhält die Erzählung eine besondere Tiefe und regt dazu an, sich näher mit dieser Epoche der Geschichte zu beschäftigen.

Es wird deutlich, dass die Geschichte nicht abgeschlossen ist, sondern Entscheidungen, Beziehungen und Identität sie auch in der Gegenwart beeinflusst. „Eine interessante und lesenswerte Lektüre.“, meint Kornelia Bücker