
Der geplante Neubau eines Vereinsheims für den SV Werth wirft viele Fragen auf, bietet aber aktuell noch wenig Antworten. Das wurde in der Sitzung des Sportausschuss am vergangenen Mittwoch (9.9.) mehr als deutlich. Die Gründe dafür basieren auf ganz unterschiedliche Meinungen von Verein und Politik.
Viele Fragen und wenig Antworten
Einig sind sich Politik, Verwaltung und der Verein, dass das bestehende Vereinsheim abgängig ist. Es besteht aus einer Containerbauweise, die schon mehrere Jahrzehnte alt ist. Auch sind sich alle Beteiligten einig, dass ein Neubau her muss. Unterschiede gibt es aber darüber, wie groß das neue Gebäude werden soll, welche Räumlichkeiten es enthalten soll und was es kosten darf. Ein ganz entscheidender Punkt ist aber, ob es der Stadt Isselburg gelingt, Fördergelder für den Neubau zu generieren. Der erste Versuch dazu scheiterte bereits, weil der Fördertopf aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ für 2026 stark überzeichnet war. Im Herbst diesen Jahres gibt es allerdings für 2027 einen neuen Aufruf für Förderanträge. Dazu ist es allerdings notwendig eine Projektplanung mit einer entsprechenden Gesamtsumme einzureichen. Aber selbst dann ist eine Zusage nicht gewährleistet, betonte Bauamtsleiter Vitaliy Düking.

Artikel vom 8. Februar 2026
Das überarbeitete Raumprogramm umfasst unter anderem einen Kursraum, einen Clubraum, vier Umkleideräume sowie Räume für Geräte, Geschäftsstelle, Küche, Getränke, Technik, Waschen und die Lagerung von Trikots und Bällen. Die Grundfläche des Gebäudes umfasst rund 500 m². Mit Beschluss des Ausschuss vom 4. Februar wurden für den Ersatzneubau des Vereinsheimes Haushaltsmittel bereitgestellt. Veranschlagt wurden für das angedachte Gebäude rund 1,8 Mio. Euro. Eine mögliche Förderung würde 45 Prozent der förderfähige Summe betragen, was bei der Projektsumme rund 810.000 Euro ausmachen würde.
Verein ist kompromissbereit
Die Frage, die im Ausschuss diskutiert wurde war, ob das ganze Projekt auch preiswerter geht. Wird beispielsweise der angedachte Kursraum benötigt, der allein fast 100 m² einnimmt? Die Vereinsvorsitzende Sabrina Knebelkamp machte deutlich, dass der Verein insgesamt und die Breitensportabteilung im Besonderen stark wächst. Trotzdem ist der Verein Knebelkamp zufolge bereit, räumlichen Kompromisse einzugehen, um Kosten einzusparen. Die Vorsitzende betonte zudem, dass der Verein im Rahmen seiner Möglichkeiten auch bereit ist, Eigenleistungen zu erbringen.

Artikel vom 14. April 2025
Containerlösung oder doch konventionell bauen
Die CDU mit Sprecher Frank Häusler legte sich die auf maximal 500.000 Euro als städtische Investitionssumme fest. Zudem forderte Häusler vom SV Werth die mögliche Eigenleistung zu benennen und monetär zu beziffern. „Wenn die Zahlen vorliegen, können wir weiter planen“, argumentierte Häusler. Uwe Übelacker, Sprecher der Grünen, erklärte, dass man sich zunächst über die Bauweise im Klaren sein müsse. „Eigenleistung kann der Verein nur bei konventioneller Bauweise „Stein auf Stein“ erbringen“, argumentierte Übelacker. Dies sei bei einer Containerlösung kaum möglich. Die werden im Werk schon vorgefertigt und müssen vor Ort nur aufgestellt, miteinander verbunden und verkabelt werden, erklärte der Grünen-Sprecher.

Artikel vom 23. März 2025
Sabrina Knebelkamp ist neue Vorsitzende beim SV Werth
Knebelkamp: „Wir brauchen Zahlen und Verlässlichkeit“
Sissy Brettschneider (Grüne) und Larsen Pickert (FDP) argumentierten, dass der Verein jetzt wissen müsse, welche Art von Gebäude gebaut werden soll, erst dann könne der Verein seine Eigenleistungen benennen. Dies sieht auch Sabrina Knebelkamp so. Aufgrund nur von Annahmen sei eine Verantwortung für solch ein Bauvorhaben nicht möglich. „Dazu brauchen wir Zahlen, eine genaue Planung und Verlässlichkeit“, machte Knebelkamp deutlich. Wenn all die offenen Fragen beantwortet sind, könne man an die Arbeit gehen. „Wir hätten einen Plan A mit Förderung, einen Plan B ohne Förderung und damit endlich eine Perspektive für den SV Werth“, betonte die Vereinsvorsitzende.
Bürgermeister Michael Carbanje schlug vor, dass der Architekt des Vereins die voraussichtlichen Kosten für ein konventionell gebautes Gebäude benennt und daraus die möglichen Eigenleistungen des Vereins herausrechnet. „Dann haben wir eine Grundlage, über die wir reden können“, betonte Carbanje.
