Wohnmobilstellplatz
Der Wohnmobilstellplatz am Münsterdeich – Technik ist defekt (©Frithjof Nowakewitz)

Der Wohnmobilstellplatz am Münsterdeich ist in einem desolaten technischen Zustand. Und offensichtlich scheint man sich seitens der politischen Parteien nun auch sicher zu sein, dass er am falschen Standort ist.

Den Wohnmobilstellplatz am Münsterdeich in unmittelbarer Nachbarschaft des Friedhofs gibt es seit 2009. Aufgrund der Lage ist der Platz bei den Campern sehr beliebt. Er liegt idyllisch an der Issel und die nächste Einkaufsmöglichkeit befindet sich mit dem K+K-Markt auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Alles scheint, abgesehen von der technischen Situation, optimal zu sein. Nun heißt es allerdings, dass die Nähe zum Friedhof ein Problem darstellt. Trauernde Friedhofsbesucher und grillende Camper mit direkter Sicht zueinander – das passt eben nicht zusammen.

Im Laufe der letzten Jahre gab es immer wieder Alternativvorschläge. Schon 2023 regte die FDP den Bau eines neuen Stellplatzes am Stromberg an. Der Vorschlag war eben so schnell wieder vom Tisch, wie der für den Isselburger Schützenplatz am Dierteweg. Als letzte und günstigste Alternative wurde dann das Gelände an der Werther Stadthalle angedacht. Dies wurde dann auch in der Sitzung des Planungsausschuss am 14. Mai einstimmig beschlossen. Da hatte man allerdings die Rechnung ohne viele Werther Bürger gemacht. Bei einer Bürgerbeteiligung votierten die Teilnehmer klar gegen einen Wohnmobilstellplatz an der Stadthalle. Damit ist eine kurzfristige und relativ schnell umsetzbare Lösung erstmal wieder vom Tisch.

Alles auf Anfang

In der Sitzung des Ausschuss am vergangenen Mittwoch (8.7.) sollte die Einstellung der Planungen des Stellplatzes an der Werther Stadthalle beschlossen werden. Das geschah einstimmig. Zudem sollte laut Beschlussvorlage die Sanierung und Modernisierung des Stellplatzes am Münsterdeich priorisiert werden. Daraus wurde allerdings nichts. Stattdessen soll ein Entwurf für einen Wohnmobilstellplatz im südlichen Bereich der Vehlinger Berge ausgearbeitet werden. Somit war auch die Sanierung des Stellplatzes Münsterdeich vom Tisch. Dazu mögen wohl auch die von Vitaliy Düking genannten Kosten von rund 98.000 Euro beigetragen haben. Also alles wieder auf Anfang.

Wie CDU-Sprecher Frank Häusler berichtete, soll innerhalb der Fraktion der Standort Münsterdeich als sehr kritisch angesehen werden. Angeführt wurden die Probleme während stattfindender Begräbnisse und auch die die dann schwierige Parksituation. Häusler sprach sich dafür aus, dass die Verwaltung nach einem alternativen Standort sucht. Kevin Schneider (FDP) und Uwe Übelacker (Grüne) sprachen sich allerdings nach wie vor für den Standort am Münsterdeich aus. Mit einem Sichtschutz zum Friedhof könne das Problem während Beerdigungen aus der Welt geschafft werden.

Vehlinger Berge als neuer Stellplatz

Bundeswehrgelände in Vehlingen
Das Gelände „Vehlinger Berge“ könnte der neue Wohnmobilstellplatz werden (©Frithjof Nowakewitz)

Heinz-Bernd Tekaat brachte mit den Vehlinger Bergen einen neuen Standort ins Gespräch. Das Gelände ist im Besitz der Stadt, es gibt eine befestigte Fläche und sanitäre Anlagen seien bereits vorhanden. Bauamtsleiter Vitaliy Düking wies allerdings darauf hin, dass dort Bauleitplanung notwendig sei. Auch Kevin Schneider sieht den Standort Vehlinger Berge als möglichen Kompromiss und sprach sich dafür aus, sich kurzfristig mit dem Standort zu beschäftigen.

Frank Häusler regte zudem an, eine zusätzliche Entsorgungsstation einzurichten. Dafür sei, so Häusler, die Kläranlage ein guter Standort. Düking wies aber darauf hin, dass sich der Standort im Außenbereich befindet und dafür die Anpassung der Bauleitplanung erforderlich sei. Dabei machte Düking deutlich, dass so eine Entsorgungsstation nur außerhalb der Kläranlage eingerichtet werden könne. „Eine Nutzung direkt auf dem Gelände der Kläranlage ist ausgeschlossen“, erklärte Düking.

Mehrheitlich beschlossen die Ausschussmitglieder, dass nun eine grobe Planung mit einer Kostenschätzung sowohl für eine Entsorgungsstation am Klärwerk, als auch für einen möglichen Wohnmobilstellplatz in den Vehlinger Bergen eingeleitet werden soll.