
Immer an Pfingstmontag findet der Deutsche Mühlentag statt. Daran nahm jetzt auch wieder der Heimatverein Werth teil, in dem im halbstündigen Rhythmus mehrere Führungen angeboten wurden. Ein besonderes Rahmenprogramm boten die Treckerfreunde Werth, mit einer Ausstellung vieler historischer Traktoren und Landmaschinen.

Der Mann für die Mühle ist Johann Radstaak. Als Werther Urgestein und ausgebildeter Mühlenführer kann er den Besuchern alles über die Geschichte der Mühle und die darin befindliche Technik erzählen. Dazu hatte er heute ausgesprochen oft die Gelegenheit, denn der Besucherandrang war doch recht hoch. „Maximal können bis 20 Leute bei einer Führung dabei sein, weil für mehr im oberen Teil der Mühle der Platz nicht ausreicht“, erklärte der Mühlenführer im Vorfeld.

Artikel vom 9. April 2026
Gallerieholländer mit Segelgatterflügel
Das die Mühle 1498 erstmals urkundlich als Wehrturm erwähnt wird, steht schon auf einem Schild am Eingang. Das die Mauern im unteren Bereich bis zu 2,80 Meter dick sind, steht da nicht. Und was sich im Inneren an Technik verbirgt, steht da auch nicht. Zu all dem und zu noch viel mehr konnte Johann Radstaak einiges erzählen. Aus dem ursprünglichen Wehrturm wurde eigentlich erst 1554 mit dem Einbau eines Antriebs- und Mahlwerks eine richtige Mühle. Sie fällt unter die Kategorie Gallerieholländer mit Segelgatterflügel. „Holländischen Fachleuten zufolge könnte die Werther Mühle die älteste ihrer Art in Deutschland sein“, erklärte Johann Radstaak.
Wie man hoch geht, so geht man auch wieder runter
Bevor die Besucher dann die engen Treppen in die nächsten Etagen gehen konnten, erklärte Radstaak noch kurz eine wichtige Verhaltensregel: „So wie man die Treppe rauf geht, also mit dem Gesicht zur Treppe, so geht man sie auch wieder runter“, meinte der Mühlenführer. Weitere besondere Sicherheitsvorschriften gebe es Radstaak zufolge nicht. Einen besonderen Service gibt es für ältere oder gehbehinderte Besucher, die nicht die Treppen benutzen können. Im Eingangsbereich besteht die Möglichkeit, eine aufgezeichnete Führung über einen großen Bildschirm anzuschauen.

Artikel vom 24. Februar 2023
Vor der Mühle boten Frauen des Heimatvereins Waffeln und heißen Kaffee an. „Wir haben Teig für 300 Waffeln“, erklärte Magdalene Bisping. Schon kurz vor 14 Uhr wurde der letzte von insgesamt 6 Eimern angebrochen. Einige Meter weiter saßen mit Manfred Drunagel und Christoph Blecking zwei Mitorganisatoren zur 600-Jahrfeier und verkauften extra für das Jubiläum hergestellte Poster. Auch wurde durch Aufsteller nochmal auf die Festwoche vom 13. bis 20. Juni hingewiesen. Bei dem warmen Wetter waren natürlich auch Kaltgetränke bei den vielen Besuchern sehr gefragt. Die gab es in der angrenzenden Gaststätte Zur Mühle.
Werther Treckerfreunde zeigten historische Landmaschinen

Die Werther Treckerfreunde hatten sich dem Mühlentag angeschlossen. Rund 20 historische Traktoren und Landmaschinen erinnerten an die Zeit, als die Landwirtschaft immer mehr technisiert wurde. Traktoren und Landmaschinen der verschiedensten Hersteller – und manche sogar der Marke Eigenbau – hatten die Treckerfreunde zur Besichtigung mitgebracht. Darunter auch eine von der Firma Krupp 1931 hergestellte Mähmaschine. Als von Traktoren noch nicht die Rede war, wurden viele der ausgestellten Maschinen und Anhängern von einem Pferd gezogen. Historisch waren aber nicht nur die Objekte, sondern teilweise auch deren Beschreibung. An manchen Maschinen hingen neben einer bebilderten Beschreibung auch Täfelchen, auf denen die Bezeichnung in plattdeutscher Sprache dargestellt war. Historisch eben.
