Wassertiefststand der Bocholter Aa auf Isselburger Gebiet

Der trockene Sommer 2018, der niederschlagarme Winter und der mangelnde Regen in den letzten Monaten sind dafür verantwortlich, dass die Flüsse derzeit Niedrigwasser führen. Das führt soweit, dass sogar der Fischbestand in den Flüssen abstirbt. Geschehen so auch in der Bocholter Aa auf Isselburger Gebiet hinter dem Stauwehr "Rothe Spiker"

Wassermangel am Stauwehr "Rothe Spiker"

Die Mitglieder des Anholter Angelsportvereins sind nun überhaupt nicht glücklich darüber, dass die Bocholter Aa flussabwärts derzeit nur als Rinnsal zu bezeichnen ist. Dies hat für den Fischbestand katastrophale Folgen. Erst kürzlich war die Bocholter Feuerwehr vor Ort am Stau Rothe Spiker, um eimerweise tote Fische einzusammeln. "Die Fische bekommen wegen des niedrigen Wassers keinen Sauerstoff und sterben", erklärte Laurenz Legeleand, Geschäftsführer der Anholter Sportangler. Staurechtsinhaber ist der Kreis Borken. Von dort gab es auf IL-Anfrage nun eine Stellungnahme.

Aufgrund des Niedrigwassers gibt es immer wieder tote Fische

In der Stellungnahme heißt es, dass nach dem gültigen Wasserrecht der Kreis gehalten ist, die Bocholter Aa am Stauwehr auf einem gewissen Wasserstand ("Stauziel") zu halten. Deswegen arbeitet das Stauwehr dort automatisch. Weiter heißt es dort, dass es im "Witterungsnormalfall“ so ist, dass zufließendes Wasser über die Stauklappe in das sogenannte „Unterwasser“, also in den unterhalb liegenden Abschnitt der Bocholter Aa fließt. Aufgrund der lang anhaltenden Trockenheit und der nur minimalen Einzelniederschläge im gesamten Einzugsgebiet der Bocholter Aa und der Nebengewässer bekommt die Bocholter Aa nahezu keinen Zufluss aus den Nebengewässern und dem Grundwasser.

Aktuell ist der Wasserstand der Bocholter Aa am Pegel bei Rhedebrügge bei rund 7 cm und liegt somit deutlich unter dem langjährigen Mittleren Niedrigwasserstand (MNW) von 11 cm. Der durchschnittlich mittlere Wasserstand (Mittelwasser MW) liegt bei 32 cm, so dass, so der Kreis Borken, hieraus schon zu erkennen ist, welchen Einfluss die langanhaltende Trockenphase, das niederschlagsarme Winterhalbjahr und auch das Trockenjahr 2018 ausübt. Aktuell ist der Stand so, dass der Wasserstand im Oberwasser der Stauanlage 80 cm unterhalb der Stauoberkannte liegt, so dass man die Klappe um mehr als 80 cm senken müsste, damit überhaupt Wasser in den unteren Bereich fließt. Hieraus wird auch leider deutlich, dass nahezu kein Wasser der Bocholter Aa mehr zufließt.

Fotos: Frithjof Nowakewitz