380-kv-Leitung – Amprion bezieht sich auf die gesetzlichen Regelungen

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Bürgermeister Rudi Geukes eröffnete die Info-Veranstaltung, zu der die Firma Amprion in die Werther Stadthalle eingeladen hatte.

Mittwoch Abend stellte die Firma Amprion ihr Projekt der neuen 380-kv-Leitung in der Werther Stadthalle vor. Rund 140 Besucher waren erschienen, um den Ausführungen der Amprion-Mitarbeiter zu lauschen. Diejenigen, die mit der Hoffnung gekommen waren, dass sich die Firma den Sorgen der von der neuen Stromleitung betroffenen Bürger stellt, wurden enttäuscht. 

In der Stadthalle waren Stuhlreihen aufgebaut. Auf mehreren Bildschirmen präsentierte sich das Unternehmen. Zahlreiche Stellwände zeigten mit Luftaufnahmen den geplanten Verlauf der neuen Starkstromleitung. Auf Stehtischen lagen Infomappen und Kugelschreiber zum Mitnehmen. Das war aber auch das Einzigste, was das Unternehmen zu verschenken hatte.

Im Vorraum der Halle stand ein Flipchart, auf dem einige Punkte aufgeführt waren, die den Besuchern auf der Seele brannte. Ein Thema war beispielsweise der Trassenverlauf und die verwendete Technik. Ein weiterer Punkt waren die Konsequenzen für Mensch und Natur. Hier konnten die Besucher mittels aufzuklebender grüner Punkte die Wichtigkeit der anzusprechenden Punkte bestimmen.

amprion_380kv_amprion_1_berichtZunächst begrüßte Bürgermeister Rudi Geukes die rund 250 Besucher. Danach moderierte Petra Voßebürger den Info-Abend. Christian Trimpe und Joelle Bouillon (Foto links) von Amprion erläuterten das 35 Kilometer lange Vorhaben. Das große Thema war die Art des Leitungsbau. Und die Besucher waren sich dahingehend einig, dass die Leitung nicht als Freileitung gebaut werden darf. Vielmehr stellte sich  die Frage, warum die Leitung nicht in die Erde verlegt werden kann. Seitens Amprion gab es dazu ein ganz lapidare Erklärung: “Weil der Gesetzgeber eine Verlegung der Leitung in die Erde für diesen Abschnitt nicht vorsieht”. Damit ist klar, dass 2016 eine Freileitung mit rund 60 Meter hohen Masten das Stadtgebiet durchziehen wird.

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An den zahlreichen Luftbildaufnahmen konnten sich die Besucher über den Trassenverlauf informieren

Während für den Bereich von Wesel bis Millingen bereits eine teilweise vorhandene 110-kv-Stromtrassen genutzt werden kann, wird im Bereich Isselburg auch eine neue Trasse genutzt. Dies sei notwendig, so das Unternehmen, um Wohngebiete, Schulen und Sportstätten zu umgehen und dem Naturschutz gerecht zu werden.

Bis Ende des Jahres will Amprion die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren bei der Bezirksregierung Münster einreichen. Sobald dann die Genehmigung erfolgt ist, werden die Pläne für die Öffentlichkeit ausgelegt. Jeder hat dann die Möglichkeit, seine Einwände geltend zu machen. Wie die Firma Amprion bestätitigte, muss sie jeden Einzelnen Einwand beantworten. Im Verlauf des Abends meldete sich auch Jörg Simpelmann (Landwirtschaftsverband Westfalen) zu Wort. Er ärgerte sich darüber, dass Amprion mit den von der Trasse betroffenen Landwirten Kontakt aufgenommen habe, ohne den Landwirtschaftsverband davon in Kenntnis zu setzten. “Es ist kein guter Stil, hinter unserem Rücken und ohne unser Wissen mit den betroffenen Landwirten über mögliche Entschädigungen zu verhandeln”, erklärte Simpelmann.

Welche Arguement auch immer Michael Kempkes von Isselburg21 vorbrachte, alle wurden seitens Amprion mit der Begründung zurückgewiesen, dass man sich im gesetzlichen Rahmen bewege. Das Argument, dass im Verlauf solcher Leitungen ein erhöhtes Leukämierisiko bei Kindern besteht, sei ebenso unbewiesen, wie eine erhöhte Zahl von Krebserkrankungen bei Erwachsenen.

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