40. Geburtstag mit großem Wehrmutstropfen

Eigentlich war Isselburg in den letzten vierzig bis fünfzig Jahren schon immer eine „Multi-Kulti-Stadt“ Vor allem Menschen aus Spanien und Portugal, die zu Beginn der 70er Jahre nach Isselburg kamen, suchten hier eine neue Heimat. Alle hatten eins gemeinsam: kaum einer verstand die deutsche Sprache. Dies führte vielfach zu Verständigungsprobleme. Ob nun behördliche Angelegenheiten, beim täglichen Einkauf oder bei der Kommunikation mit den deutschen Nachbarn. Für alle ausländischen Mitbürger war es schwer, den ganz normalen täglichen Ablauf zu bewältigen.

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Antonio Luis zeigt es: Seit dem 18. März 1973 gibt es das Centro Portugues in Isselburg.

Mit Hermann Kamps und Bernhard Lueb gab es zwei Isselburger, die dieses Problem schnell erkannt haben. Sie waren die eigentlichen Gründer des „Centro Portugues“, dem portugisischen Zentrum. Seit der Gründung am 18. März 1973 haben die portugisischen Mitbewohner in der oberen Etage des Pfarrzentrums am Münsterdeich die Räumlichkeit, die sie viermal in der Woche nutzen, um in ihrer Sprache über Gott und die Welt zu reden. Dort wird über die Arbeit, die Familie und die portugisische Heimat gesprochen. Dort wird gefeiert und möglicherweise auch gemeinsam getrauert. Das portugisische Zentrum ist für die Menschen ein Stück Heimat. So drückt es „Präsident“ Antonio Luis aus. Als das Zentrum gegründet wurde, war er gerade vier Jahre alt und wohnte noch mit seinen Eltern in Portugal. Erst zwei Jahre später zog die Familie nach Isselburg.

Nun feiert das Centro Portugues seinen vierzigsten Geburtstag. Der Festakt findet am 27. April in der Werther Stadthalle statt. Natürlich werden viele Gäste erwartet. Neben dem Bürgermeister Rudi Geukes wird beispielsweise auch die portugisische Botschafterin an der Feier teilnehmen. Und auch die Mitglieder der Verwaltung und des Rates wurden von Antonio Luis eingeladen.

Das ausgerechnet zum 40-jährigen Bestehen die Problematik um den Verbleib des Zentrums aufkommt, hat bei den Portugiesen eine große Enttäuschung und Traurigkeit ausgelöst. Wie verschiedentlich berichtet, soll das derzeitige Pfarrzentrum und damit auch die Räumlichkeiten des Zentrums einem Neubau weichen. Seitens des Bistums Münster wird aber nicht mehr mit den Vereinigungen geplant, die derzeit das Pfarrheim in unterschiedlichster Weise nutzen. Für das Centro Portugues sind die Tage am Münsterdeich daher wohl gezählt. Wann jedoch die Bagger kommen, um mit dem Abriss zu beginnen, ist vollkommen offen. „Ich weiß von nichts“, erklärte Antonio Luis. Die Suche nach einem neuen Quartier gestaltet sich schwierig. „Hier in Isselburg ist ja nichts, es gibt ja kaum Gebäude, die dafür in Frage kämen“, bekräftigt Luis. Es ist zu hoffen, dass das jetzige Jubiläum nicht das letzte dieser Art ist. Daher wäre es wünschenswert, wenn unsere portugiesischen Mitbewohner, die ja seit Jahrzehnten auch zum kulturellen Leben in Isselburg beitragen, in absehbarer Zeit eine neue Bleibe finden würden

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