Beim Plattdeutschen Abend in Werth blieb kein Auge trocken

Der Plattdeutsche Abend des Werther Heimatvereins ist ein Publikumsmagnet. Das TOT-Heim an der Binnenstraße war voll besetzt. Und das Programm, dass das Publikum von einen Lachanfall in den nächsten stürzte, konnte sich wahrlich sehen lassen. 

Das Programm begann mit Glockengeläut. Nicht etwa von den Kirchen, sondern von Dorfausrufer Reinhold Pries. Und dann ging es auch gleich detektivisch los. Anje Preus als Privatdetektivin hatte das Problem mit der „Sparsamen Mathilde“ zu lösen. Im Anschluss daran unterhielten sich zwei Omas, die von Monika Hösing und Annette Baumann dargestellt wurden. Man muss sich wundern, worüber sich alte Leute unterhalten. Vor allem, wenn die eine Oma über Hundert und die andere mal so die Siebzig erreicht hat. Die Hundertjährige hatte sich dafür entschieden, nicht mehr in die Kirche zu gehen. Der liebe Gott könnte dann ja sehen, dass sie noch da ist.

Auch die Gesundheitsreform spielte eine Rolle. Antje Preus und Ursel Boer-Nienhaus machten deutlich, dass Krankwerden einfach zu teuer ist. Monika Hösing und Maria Tillmann zeigten ziemlich genau, was passiert, wenn kurzfristig der Fernseher seinen Dienst versagt. Was macht man dann eigentlich? Jedenfalls kamen die beiden Damen eindeutig zu dem Ergebnis, sich von der kaputten Flimmerkiste nicht diktieren zu lassen, wo sie hingucken, ob sie gezwungenermaßen ein Buch lesen, oder gar früh ins Bett gehen.

Das eine Trauung vor dem Standesbeamten zum Drama ausarten kann, wenn denn die liebe Mutter ihren Mund nicht halten kann, zeigten Annette Baumann, Monika Hösing, Maria Tillmann, Ursel Boer-Nienhaus und Antje Preus in beeindruckender Weise.

Nach dem Antje Preus als Polizeibeamter und Ursel Boer-Nienhaus die Sache mit dem Nachthemd geklärt hatten, erfolgte die teils schmerzhafte Aufklärung vom kleinen Karlchen. Vor allem die Tatsache, warum der Hahn auf die Henne stieg, war durchaus erklärungsbedürftig.

Von jetzt auf gleich musste Wilhelm Westerhoff aus Wertherbruch als Ersatz für einen erkrankten Akteur einspringen. Und was er zum Besten gab, riss die Leute fast von den Stühlen. Der Wertherbrucher Landwirt erzählte, wie es denn so zugeht, wenn man mit seiner Fau auf einem Fahrrad unterwegs ist, dass man den Sattel abschraubt, damit die Fiets nicht geklaut wird und wie es während einer Kur so zugeht. Da ist die Kleiderfrage während der unterschiedlichen Anwendungen augenscheinlich ein Problem. Ein Problem, dass Westerhoff zur Belustigung des Publikums in vielen Situationen nicht in den Griff bekam.

Während der Umbauphasen sorgten Gerd Heidemann mit der einen oder anderen Anekdote und Manfred Klafki mit seinem Schifferklavier für Unterhaltung. Annelore Blecking, die Vorsitzende des Werther Heimatvereins lobte die Anwesenden für ihre Sangeskünste. „Es hört sich einfach toll an“. Im Hintergrund waren Karin Hachtkemper für die Maske und Veronika Giesing als Souffleuse zuständig.



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