Sanierung des Werther Rathauses fast abgeschlossen – Studenten stellten Verschönerungskonzepte vor

Isselburg LiveAm Freitagabend hatte Albert Scholten (Foto links) in das Werther Rathaus eingeladen. Der Eigner des Gebäudes konnte in einer Besichtigungstour durch das Gebäude eine fast abgeschlossen Sanierung des Gebäudes verkünden. Bis auf Kleinigkeiten im Sanitärbereich ist alles fertig. Mit dabei waren Bürgermeister Adolf Radstaak, sowie Klaus Dieter Spaan und Michael Carbanje vom Bauaumt. Außerdem überzeugten sich auch einige Werther Bürger davon, dass das Schmuckstück des Werther Ortskern nun wieder in tadellosem Zustand ist.

Aber die Veranstaltung hatte noch eine zweiten Grund. Mehrere Studenten der Universität Dortmund und ihre Dozentin, Dipl. Ing. Gabriele Podschadli, die gleichzeitig beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LVL) tätig ist, stellten drei unterschiedliche Konzepte zur Verschönerung des Gebietes rund um das Rathaus und der Binnenstraße vor.

Drei Gruppen – drei Konzepte.

Es erscheint schon erstaunlich, mit wie wenig finanziellen Mitteln man viel erreichen könnte. Und noch erstaunlicher ist auf den ersten Blick, dass, um das festzustellen, erst Architekturstudenten aus Dortmund kommen müssen. Das mag daher kommen, dass die Studenten vollkommen unbedarft an die Sache heran gegangen sind. Vor einigen Wochen waren die zukünftigen Architekten schon einmal in Werth, um sich ein Bild über den Ist-Zustand des Ortskerns zu machen. Wieder zurück in ihre Lehrräume, erarbeiteten sie in drei unterschiedlichen Gruppen auch drei unterschiedliche Konzepte. Alle hatten ein Ziel, nämlich mit möglichst wenig Aufwand den Werther Ortskern zu verschönern und damit für die Werther Bürger, aber auch für Besucher attraktiv zu gestalten. Alle Beteiligten machten eine klare Aussage: Es fehlen Plätze, die zum Verweilen einladen. Außerdem haben unkoordinierte Sanierungs- und Verschönerungsmaßnahmen vieler Hausbesitzer in vielen Fällen zu einem unschönen Gesamtbild geführt.

In kurzen Präsentationen zeigten die drei Gruppen auf, dass mit wenig finanziellem Aufwand doch ein ansehnliches Gesamtbild entstehen kann, wenn einzelne Verschönerungsmaßnahmen als Gesamtkonzept gesehen und behandelt werden. Aber nicht nur Baumaßnahmen an Häusern sorgen für ein besseres Bild. Auch die Pflasterung des Bürgersteiges, sowie eine sinnvolle Begrünung können ein Mittel sein, um dem historischen Ortskern ein entsprechendes Ambiente zu geben.

Eines war bei allen Konzepten gleich. Im Fokus der Studenten stand das Gebäude rechts vom Eingang, dass die Studenten als “frühere Scheune” bezeichneten. Außerdem sahen sie die Fassade der Sparkasse als Änderungswürdig an. Beide Gebäude sind, in einer Einheit mit dem Rathaus, der Eingang zu dem eigentlichen Ortskern, also zur Binnenstraße mit den beiden Kirchen. Auch der Bereich an der Issel könne attraktiver gestaltet werden. Mit einer entsprechenden Gastronomie und Sitzgelegenheiten könnten so auch auswärtige Besucher zum Bleiben veranlasst werden.

Wer will nun so ein Konzept lenkend begleiten? Hier ist eindeutig die Verwaltung gefordert. Dies bekräftigen auch Albert Scholten und Gabriele Podschadli. Als Beispiel für eine entsprechende Planung nannte Scholten die Stadt Xanten. Dort hat die Verwaltung ein städtebauliches Gesamtkonzept erstellt, in dem jeder Hausbesitzer mit seiner Immobilie eingebunden und berücksichtigt wurde.  So entstand in einem längeren Zeitraum nach und nach ein Stadtkern, der in seiner Optik modernes nicht ausschließt, aber historisches behält. Ein solches Gesamtkonzept hatte dort für den einzelnen Grundstücksbesitzer auch den Vorteil, dass der Wert seiner Immobilie eine hohe Wertsteigerung erfuhr.

Man kann solche Pläne sicher nicht eins zu eins übernehmen. Aber man muss ja das Rad auch nicht neu erfinden, sondern kann sich durchaus von solch erfolgreichen Konzepten anderer Kommunen das abschauen, was in der eigenen Stadt umsetzbar ist. Und die Konzepte der Dortmunder Studenten sollten nach der ersten Begeisterung nicht endgültig in irgendeiner Schublade verschwinden, sondern als Anregungen für zukünftige Maßnahmen herangezogen werden.

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