Willkommen in der Freiheit – Ehemaliger Zirkusbär findet neue Heimat im Anholter Bärenwald

Für den Braunbären “Bene” öffneten sich heute die Türen in die Freiheit. Der neue Bewohner des  Anholter Bärenwaldes hat eine lange Leidenszeit in engen Käfigen (s. Foto) und ohne ständige Versorgung hinter sich. Waldboden, Bäume und Seen, also das natürliche Umfeld solcher Wildtiere, kennt der ehemalige Zirkusbär nicht. Dementsprechend skeptisch stand er der den geöffneten Toren gegenüber. Selbst die leckersten Köstlichkeiten, mit denen die beiden Tierpfleger Sandra Kühn und Norbert Hüchsmann lockten, verleiteten Bene nicht, den Schritt auf den Waldboden zu tun.

Der 25 Jahre alte Bär stammt aus Nordfrankreich und wurde wahrscheinlich in Gefangenschaft geboren. Eine Zeit lang lebte er in einem Zirkus unter nicht argerechten Bedingungen. Später zog sein Besitzer mit ihm zu verschiedenen Auftritten  durch die Lande. Zum Schluss wurde Bene in einer garagenähnlichen Behausung gehalten. In einer Gemeinschaftsaktion mit der französischen Tierschutzorganisation “Code Animal” , dem Deutschen Tierschutzbund und der “International Bear Federation” (IBF) wurde das Tier aus der Gefangenschaft befreit und 27. Oktober in den Anholter Bärenwald gebracht (s. Video rechts). Hier kann er auf rund 25.000 m² nun endlich Bär sein und so leben, wie es die drei Bärendamen Bensi, Ronja und Mascha schon tun.

Für seine Eingewöhnung wurde er zunächst in eine Stallung zum Zwecke der Quarantäne untergebracht und heute der Öffentlichkeit vorgestellt. Aufgrund seiner nicht artgerechten Ernährung ist sein Gebiss angegriffen, so dass er eine Zahnbehandlung über sich ergehen lassen muss. Voraussichtlich im kommenden Frühjahr, nach der Winterruhe der Bärendamen, soll er mit diesen vergesellschaftet werden. Ob Bene selbst einen Winterschlaf hält, ist offen. In seinem bisherigen Leben hatte er aufgrund seiner Haltung nie die Möglichkeit, diesem von der Natur vorgegebenen Rhytmus zu folgen.

Foto: Code Animal

INFO
Thomas Schröder, der Bundesgeschäftsführers des Deutschen Tierschutzbundes, erklärte, dass der Tierschutzbund, aber auch der Anholter Bärenwald seine Finanzierung zum überwiegenden Teil aus Spenden betreibt. Jeder Bär kostet täglich etwa 30 Euro. Um die finanzielle Situation zu verbessern, besteht die Möglichkeit, Bärenpatenschaften zu übernehmen. Wer Interesse daran hat und die Arbeit im Anholter Bärenwald unterstützen will, kann sich unter 02874-9055838 melden.

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