Bauausschuss gibt grünes Licht für die weitere Planung des Feuerwehrgerätehauses

Der Tagungsraum in der Werther Stadthalle war bei der gestrigen Sitzung des Bau- und Umweltausschuss sicherlich viel zu klein. Fast vierzig Feuerwehrleute der Löschzüge Isselburg, Anholt und Werth drängelten sich als Zuhörer an den Wänden, während der Ausschuss über die weitere Planung bezüglich des neuen Gerätehauses beriet.

Peter von der Lieth eröffnete zu dem Tagesordnungspunkt den verbalen Schlagabtausch. Der SPD-Mann plädierte vehement dafür, das geplante Feuerwehrgerätehaus nicht auf dem angedachten Gelände an der Reeser Straße (s. Karte), sondern auf dem stadteigenen Stromberggelände zu bauen.

"Wenn wir bei Trost sind, könnten wir das Feuerwehrgerätehaus und die neue Rettungswache auf dem Stromberggelände zusammen legen", erklärte von der Lieth. Die SPD-Mitglieder und auch Hermann Gebbing (FDP) waren dafür, den Standort Reeser Straße nicht als das einzig Wahre zu propagieren, sondern auch noch nach Alternativen zu suchen. Da wäre das Stromberggelände nach SPD-Ansicht sicherlich nicht die schlechteste Lösung. Im Gegensatz zum angedachten Gelände an der Reeser Straße, gehört das Stromberggelände der Stadt.

Dem Ansinnen konnten sich CDU und Grüne nicht anschließen. Frank Häusler (CDU) betonte, dass die Entscheidung für die Reeser Straße bereits gefallen sei. Es sei immer betont worden, dass vor allem die Fachleute der Feuerwehr bei der Standortfrage gehört werden sollten. Die Isselburger Feuerwehr hatte sich in der Vergangenheit mehrfach eindeutig für das Gelände an der Reeser Straße stark gemacht.  Man müsse jetzt, so Häusler, anfangen zu planen, weil ansonsten wohl auch in zwei Jahren noch keine konkrete Aussage über den Standort vorliegen würde. Auch Grünen-Politiker Ulrich Halfmann bekräftigte, dass der Bauausschuss sich für die Reeser Straße entschieden habe. Olaf Roßmüller (CDU) führte an, dass bei einem Neubau auf dem Stromberg die beiden Löschzüge Anholt und Isselburg viel zu dicht beieinander liegen würden, was rettungstechnisch keinen Sinn macht. Auch Bernhard Bonnes (CDU), selbst Mitglied der Feuerwehr, warnte davor, die Standortfrage neu zu diskutieren. Ein anderer Standort, als der an der Reeser Straße, würde die Feuerwehr nicht in die Lage versetzten, die gesetzlich vorgeschriebenen Wegezeiten einzuahlten. Nachdem Uwe Übelacker (Grüne) ein Ende der Diskussion gefordert hatte, wurde dann über den Antrag der SPD, den Punkt von der Tagesordnung zu nehmen, abgestimmt. Mit der Stimmenmehrheit der CDU und der Grünen wurde der Antrag abgelehnt. Damit kann die Änderung des Flächennutzungsplanes und die Aufstellung des Bebauungsplanes vorgenommen werden.

Bereits im September 2008 wurde die Verwaltung beauftragt, alle notwendigen Vorprüfungen (Umweltbericht, Bauleitplanung)  mit dem Ziel vornehmen zu lassen, an der Reeser Straße das neue Feuerwehrgerätehaus zu bauen. Auch die Bezirksregierung Münster hat im Rahmen einer landesplanerischen Stellungnahme der beabsichtigen Planung zugestimmt, sofern die ökologische Entwicklung des Wolfstrangs durch eine entsprechende Planung gewährleistet ist.

Selbst wenn die Planungen nun fortgeführt werden können, in absehbarer Zeit wird es dennoch kein neues Feuerwehrgerätehaus geben. Die Stadt hat kein Geld, um die nötigen Investitionen in einer überschaubaren Zeit zu tätigen. Alle Ausschussmitglieder waren sich darin einig, dass ein neues Gerätehaus so schnell wie möglich gebaut werden muss. Das "wo" ist nun geklärt, das "wie und wovon" steht noch in den Sternen.



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