Wenterpläsier föör ons Aanholt´se Kender

Wat was dat doch frogger mooij, de wenter wassen streng än kaold än met väöll Schnee än Ijs. Nao Sönte Klaos meenen wej, no moss doch wäll gau den ersten Schnee fallen. Op en Aovend sei Vader dann bej´t Aovendäten: “Eck gklööw, dat et van Nacht än ook morgen wäll schnejen dööt”. Wej wassen ganz opgeregt än käcken s´morgens nao bütten – än tatsächlik, et hat homöndeg geschnejt an et schnejjen ömmer noch.

So beginnt die Wintergeschichte aus der Kinderzeit von Bernhard Barking, erzählt von ihm selbst auf Anholter Platt. Erzählt ist vielleicht nicht der richtige Ausdruck, denn das Anholter Urgestein hat die Geschichte aufgeschrieben. Wer versteht denn nun eigentlich noch das Platt, so wie es früher gesprochen wurde. Wahrscheinlich die Wenigsten, denn die Sprache gerät so langsam in Vergessenheit. Nur noch die Älteren unterhalten sich auf Platt.

Dies soll sich ändern – zumindest, wenn es nach Bernhard Barking geht. In der Anholter Grundschule gab es nun einen Lesewettbewerb, wo ausschließlich Anholter Platt gesprochen wurde. Alle Kandidaten mussten die Wintergeschichte von Bernhard Barking vorlesen. “Die Kinder sollten den Text aber nicht auswendig lernen, sondern auch verstehen und ins Hochdeutsche übersetzen können”, erklärte Barking.

Morena Nienhaus, Inga Angenendt, Lennart Duesing, Melvin Mölders (Foto) und Maria Helmes lasen dann am vergangenen Dienstag die Geschichte aus Barking´s Kinderzeit vor. Nach Meinung der Juroren konnte dies am Besten Inga Angenendt, die den Vorlesewettbwerb gewann und nun am Wettbewerb auf Kreisebene in Borken teilnimmt.

Die deutsche Sprache wird in vielen Teilen “verenglischt”, da ist es vielleicht nicht verkehrt, auch mal den umgekehrten Weg zurück in die Vergangenheit zu gehen.  Die Heimatvereine in Werth, Isselburg, Heelden und Anholt sind bemüht, Traditionen zu bewahren. Dazu gehört auch die Sprache, also das Anholter-, Werther-, Isselburger-, oder Heeldener Platt.

Foto: Privat

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