Verabschiedung
Viele Musiker und Gäste begleiteten die Verabschiedung an der Wasserburg (Foto: Frithjof Nowakewitz)

Fünfzehn Jahre lang war S.D. Fürst Emanuel zu Salm-Salm Hochmeister des Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften. Am vergangenen Samstag (10.10.) fand in der Wasserburg Anholt die feierliche Verabschiedung statt.

Es war ein buntes Bild, dass die verschiedenen Ordensträger und Musikvereine dem Betrachter boten. Gab es zu Beginn der Veranstaltung noch einige Regentropfen, so setzte sich dann doch die Sonne durch – was die Farbenpracht noch deutlicher betonte. Unter den vielen Gästen befanden sich auch Bürgermeister Jürgen Bernsmann aus Rhede, sowie Isselburgs Kämmerer und Beigeordneter Christian Vedder. Auch eine Abordnung des Anholter Schützenvereins nahm an der Verabschiedung des Hochmeisters teil. Fürst Emanuel zu Salm-Salm wurde von seiner Frau, Fürstin Anne begleitet.

Verabschiedung mit dem „Großen Zapfenstreich“

Verabschiedet wurde der bisherige Hochmeister mit dem „Großen Zapfenstreich“, der höchsten Form der militärischen Ehrenerweisung. Präsentiert wurde der Zapfenstreich durch den Bundesschützenmusikverein Elten 1907, dem Bundesschützentambourkorps Wickrath, dem Bundeschützenmusikkorps Kleinenbroich und dem Bundestambourkorps Königshoven 1911. Musikalisch präsentierten sich zudem die Bundesschützen-Alphornbläser Korschenbroich.

Der Begriff „Zapfenstreich“ ist schon rund 400 Jahre alt und stammt aus dem 30-jährigen Krieg. In der damaligen Zeit verbrachten die Landsknechte ihre Abende oft in Schänken. Zu einer festgesetzten Stunde musste die Ordnung des Lagers hergestellt werden und die Landsknechte ihre Zelte aufsuchen. Daher ging der Offizier vom Wachdienst durch die Schänken und schlug mit einem Stock auf den Zapfen des Fasses, dem sogenannten Zapfenschlag. Daraus entstand der Begriff Zapfenstreich.

Europahymne hat besonderen Klang

Es war ein militärisches Zeremoniell, dass es, so Fürst Emanuel, in dieser Form seit langem auf der Wasserburg nicht mehr gegeben hat. Er sprach seinen Dank an die Organisatoren für die Planung, den Proben und die Durchführung aus. Besonders ging der Fürst auf die Europahymne ein, die ebenfalls gespielt wurde. „Sie hat für mich einen besonderen Klang, denn unsere Bruderschaften haben über Grenzen hinweg Frieden und Freundschaft gelebt, lange bevor Europa zusammenwuchs.“ Zudem ging Fürst Emanuel auf den Begriff Verlässlichkeit ein, die eines der Standbeine der Traditionen der Bruderschaften ist. Zum Ende der offiziellen Verabschiedung des Hofmeisters fand in der Hauptburg ein Empfang für die Gäste statt.

Der Nachfolger des Fürsten zu Salm-Salm als Hochmeister, Max Freiherr Spies von Büllesheim, nahm an der Veranstaltung an der Wasserburg teil. Er wurde auf Vorschlag von Fürst Emanuel bereits im März 2026 als neuer Hofmeister gewählt. Dem Bund der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften, der 1928 in Köln gegründet wurde, gehören rund 1.300 Bruderschaften und Verein mit rund 300.000 Schützen an – darunter auch die Schützenbruderschaft St. Quirinus Vehlingen.

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Verabschiedung
Emanuel Fürst zu Salm-Salm (Mitte) wurde feierlich in historischer Form verabschiedet (Foto: Frithjof Nowakewitz)