Zum 23 Mal trafen sich am Samstag (10.10.) in Herzebocholt bayrisches Brauchtum und historische Technik zum Almabtrieb. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen stellten, überwiegend in bayrischer Tracht, ihre bestens aussehenden und geschmückten Traktoren zur Schau.

Viele Teilnehmer kommen aus den verschiedenen Isselburger Ortsteilen. Aber auch Traktorliebhaber aus anderen Kommunen, wie Rhede (Vardingholt), Hamminkeln, Rees und Kalkar, sind teils schon viele Jahre dabei. Auffällig ist, dass sich in den letzten Jahren auch immer mehr Besitzer von historischen Autos am Almabtrieb und dem damit verbundenen Umzug beteiligen.
„Die hatten echt Spaß an dem Auto“

Ein ganz seltenes Exemplar ist ein Ford aus dem Baujahr 1905. „Das ist das älteste im Kreis Borken zugelassene Auto“, erklärt Eigentümer Theo Ehringfeld aus Isselburg nicht ohne Stolz. Das in den USA gebaute Auto erregt nicht nur in Herzebocholt Aufsehen, sondern hin und wieder auch die Aufmerksamkeit der Polizei. Auf einem Parkplatz waren mal Polizeibeamte, die alles über das Fahrzeug wissen wollten. „Nicht, weil etwas nicht in Ordnung war, sondern einfach aus Neugier. Die hatten echt Spaß an dem Auto“, meinte Ehringfeld. Mit 22 PS und einer zugelassenen Höchstgeschwindigkeit von 60 km/h lässt es sich gemütlich fahren. Auf Servolenkung und Bremskraftverstärker, sowie auf viele andere Annehmlichkeiten muss man freilich verzichten. Beispielsweise gibt es keine Instrumente. Eine Art Thermometer, dass vorne auf der Motorhaube installiert ist, zeigt die Wassertemperatur an. „Ansonsten geht alles nach Gehör“, meinte Theo Ehringfeld mit einem Lachen.
Ganze Nachbarschaften fuhren mit

Manche Teilnehmer waren eine Art One-Man-Show und fuhren einfach allein mit. Oft waren es aber auch Nachbarschaften, wie etwa die aus Vehlingen, die in einem von einem Traktor gezogenen Planwagen mitfuhren. Dabei spielte das Alter der teilnehmenden Männer und Frauen keine Rolle. Die jüngste Teilnehmerin war wahrscheinlich die 8 Monate junge Mathilde aus Vehlingen, die mit ihrer Mutter im Planwagen mitfuhr. Aus Anholt kam eine Gruppe, bei der tracktorerfahrene Tobias Paus mit seiner Frau Conny ein Teil der Gruppe war.

Dem „Blagenalter“ entwachsen
Wenn Almabtrieb in Herzebocholt ist, sind in den letzten Jahren immer auch Teilnehmer der Jugendgruppe „Schüttenstense Blagen“ dabei. Mittlerweile sind Nic Gehlmann und Julian Gregoor zwar aus dem „Blagenalter“ raus und fahren mit ihren eigenen oder geliehenen Traktoren mit. Ein Jubiläum konnten jetzt auch die Musiker der niederländischen Drumband „Azum´s Aosum“ feiertn. In diesem Jahr begleiteten sie den Umzug, den es offiziell seit 2003 gibt, zum 20. Mal.
Um 15 Uhr starteten die Motoren
Traditionsgemäß startet der Tag um 13 Uhr mit dem Eintreffen der Teilnehmer. Dann ist auch schon Hochbetrieb in der Bürgerhalle. Ganz viele Helfer und Helferinnen sorgen mit Kaffee und Kuchen, sowie Schnittchen und Kaltgetränke für das Wohl der Besucher. Der Andrang war so groß, dass einzelne Besucher schon stehend auf einen frei werdenden Platz warteten. Um 15 Uhr hieß es dann „Motoren starten“. Mit gelegentlichem Getöse und vereinzelten Qualmwolken starteten die Teilnehmer zu ihrer Tour.
Party in der Bürgerhalle
Diesmal führte die erste Etappe von Herzebocholt nach Anholt. Dort wurde auf dem Hof Konnik eine einstündige Pause eingelegt. Von dort ging es weiter nach Werth zur Stadthalle. An beiden Orten sorgte Azum´s Aosum für die Oldtimerfreunde und das hinzukommende Publikum für beste Unterhaltung. Am frühen Abend endet der Umzug an der Bürgerhalle Herzebocholt. Anschließend startete dort die Party mit einer Liveband.
