Auch Tiere bekommen hin und wieder Zahnprobleme. So ging es auch eine der beiden Bärinnen in der Anholter Schweiz. Die Folge war eine Zahn-OP. Zudem vermeldet der Wildpark einen tierischen Einzug und notwendige Erneuerungsarbeiten.

Großes OP-Team im Einsatz

Zahn OP
Bärin musste sich einer Zahn-OP unterziehen (Foto: Wildpark Anholter Schweiz)

Wie der Wildpark nun mitteilte, fand am 23. September bei einer Bärin eine Zahn-OP statt. Wie es heißt, war ein großes Team von Tierpflegern und Tiermedizinern an dem Eingriff beteiligt. Mehrere Kollegen aus der Tierklinik Kaiserberg kamen mit entsprechendem Werkzeug, um den Zahn zu ziehen. Für die Überwachung der Narkose waren die betreuende Tierärztin Anne Brömmling, gemeinsam mit dem Wildtierarzt Marc Gölkel, verantwortlich. Der Arzt wurde als Spezialist für die Narkotisierung großer Raubtiere aus dem tiermedizinischen Zentrum CENZOO in Stuttgart hinzugezogen.

Linker Eckzahn musste gezogen werden

Das ziehen des Zahnes sowie das Vernähen der Wunde verliefen komplikationslos. Im Herbst 2025 wurde der Bärin bereits der Eckzahn unten rechts aufgrund von schwerwiegenden Entzündungsprozessen gezogen. Im Zuge dieser Operation wurden alle anderen Zähne ebenfalls kontrolliert und die Verletzung des linken oberen Eckzahns entdeckt. Damit keine größeren Probleme
für die Bärin entstehen wurde entschieden, den Zahn in einer weiteren Operation ebenfalls zu entfernen. „Nach erfolgreicher Operation hat die Bärin noch einige Zeit geschlafen und sich von der Narkose erholt“, heißt es in der Mitteilung.

Fressverhalten musste überwacht werden

Die OP war dann wohl für die Bärin schon am nächsten Tag ausgestanden, denn am nächsten Morgen habe das Tier schon wieder gefressen. Um die Wunde noch zu schonen, wurde das Futter in kleine Würfel geschnitten. Da die Gabe eines Antibiotikums nach einer solchen Operation notwendig ist und die Medikamenteneinnahme sowie das Fressverhalten zunächst überwacht werden müssen, wurde die Bärin noch nicht wieder zu ihrer Schwester auf die Anlage gelassen. Das geschah dann erst am Donnerstag, dem 1. Oktober. „Umso größer war die Freude der beiden Bärinnen, als sie wieder vereint waren“, teilt die medizinische Abteilung des Wildparks mit.

Neuigkeiten aus dem Marder-Gehege

Veränderungen gab es auch bei den Marderhunden. Am 8. September verstarb im Alter von 13 Jahre der Marderhund. Dadurch war das 6-jährige Weibchen allein im Gehege. Da Marderhunde eine invasive Art sind, darf man sie nicht ohne Genehmigung halten oder neue Marderhunde dazu nehmen. Das Veterinäramt erteilte der Anholter Schweiz nun die Genehmigung ein neues Weibchen aus dem Wildpark „Alte Fasanerie“ in Hanau abzuholen. Am 22. September zog die 10-jährige Fähe (so werden die Weibchen genannt) dann von Hanau nach Isselburg in den Biotopwildpark Anholter Schweiz.

Bauarbeiten im Dachsgehege
Das Dachsgehege erhält einen neuen Untergrabungsschutz (©Wildpark Anholter Schweiz)

Bauarbeiten im Dachs-Gehege

Neben eines tierischen Umzugs und einem zahnmedizinischen Einsatz gibt es im Wildpark auch Bauarbeiten. Im Dachsgehege wird ein neuer Untergrabungsschutz errichtet. Der alte Schutz ist gut 30 Jahre alt. Um den Dachsen weiterhin ein sicheres Umfeld zu bieten, wird der Untergrabungsschutz in dem 852m² großen Gehege nun erneuert. Für die Zeit der Bauarbeiten sind die Dachse in ein Übergangsgehege gezogen. Eine öffentliche Fütterung findet zurzeit nicht statt. Die Parkleitung erwartet, dass die Bauarbeiten Ende Oktober abgeschlossen sind und die Dachse ihr Gehege wieder beziehen können.