Friedhöfe unterliegen aufgrund veränderter Bestattungsformen einem Wandel in Pflege und Gestaltung. Mit den Folgen beschäftigte sich am Mittwoch (30.10.) der Ausschuss für Bauen, Umwelt und Abwasser.

Insgesamt gibt es in der Stadt Isselburg fünf Friedhöfe. Während die Friedhöfe in Anholt, Isselburg und Herzebocholt von der Stadt verwaltet und gepflegt werden, fallen die beiden Friedhöfe in Werth unter kirchlicher Verwaltung. In ihrer Analyse beschreibt die Verwaltung Entwicklungstendenzen, die Auswirkungen auf die pflegerische und finanzielle Situation haben. So lag der erkennbare Mittelwert der Zahlen im Bezug auf Sterbefälle seit dem Jahr 2000 bei ca. 80 pro Jahr. Jedoch ist seit 2022 ein Rückgang zu verzeichnen. Zudem hat sich die Art der Bestattungen verändert. Der Trend geht jetzt, gegenüber Erdbestattung, eher zu Feuerbestattungen. Auch steigt die Nachfrage nach pflegearmen oder sogar pflegefreien Grabformen.
Steigender Unterhaltungsaufwand
Durch diese Entwicklung der sinkenden Bestattungszahlen entsteht ein Überangebot an Bestattungsfläche, was zu einem steigenden Unterhaltungsaufwand für nicht belegte Flächen führt. Dazu heißt es in der Vorlage, dass, bezugnehmend auf das Jahr 2025, zwei Mitarbeiter des städtischen Bauhofes für Bestattungs-, Unterhaltungs- und Pflegearbeiten mit insgesamt ca. 2800 Stunden auf den kommunalen Friedhöfen tätig waren.
Vergleich mit anderen Kommunen
Geprüft wurde auch, die Pflege der kommunalen Friedhöfe an externe Dienstleister zu vergeben. Dies bezeichnet die Verwaltung hinsichtlich vorliegender preislicher Angebote, sowie möglicher versicherungstechnischer Probleme im Schadensfall an Nachbargräbern oder der Wegestruktur als nicht zielführend. Nachfragen in verschiedenen Kommunen bezüglich der Kosten und Unterhaltung ergab, dass die personelle Ausstattung der Stadt Isselburg für die Pflege der städtischen Friedhöfe im Vergleich zu den befragten Kommunen wirtschaftlich angemessen sei.
Einsparpotenzial suchen
Da die Finanzierung aber nicht durch Gebühren gedeckt ist, aktuell liegt der Deckungsgrad bei rund 54 Prozent, wollte die Stadt das bestehende Defizit Anfang 2026 durch Gebührenerhöhung reduzieren. Das hätte deutliche Preiserhöhungen zur Folge gehabt. Dies lehnte die Politik in der Vergangenheit ab. Statt die Gebühren zu erhöhen, soll die Verwaltung nun Einsparpotenziale prüfen. Die Ergebnisse sollen in der nächsten Sitzung des Haupt- und Finanzausschuss am 25. November vorgestellt werden.
