
Die ersten beiden Tage der einwöchigen Feierlichkeiten zum 600-jährigen Jubiläum, der Verleihung der Stadtrechte 1426, sind um. Nach der Eröffnung am Samstag mit dem anschließenden Musik- und Kulturabend in der Stadthalle, fand am Sonntag (14.6.) ein buntes Treiben auf der Binnenstraße und der Wiese an der Issel statt.
Viel los in der Binnenstraße
Dort präsentierten sich die Werther Vereine, Geschäftsleute, die Feuerwehr, der Chor Wert(h)voll, sowie viele Dorfausrufer aus Deutschland, Niederlande und Belgien. Ein Höhepunkt war sicherlich die Enthüllung des Burgmodels unweit der katholischen Kirche – dem früheren Standort der Burg.
Johann Radstaak: „Ich bin wirklich begeistert“
Dabei stand dann auch David Trebbau im Mittelpunkt, dem Hersteller des eisernen Burgmodells. Dabei wollte der überhaupt nicht im Vordergrund stehen. „Ich möchte eigentlich überhaupt nichts sagen. Einzig möchte ich mich bei meinem Arbeitgeber, dem Metallbau Schmänk aus Dingden, sowie bei der Fachhochschule Bocholt für die Nutzung der Lehrwerkstatt bedanken“, meinte David Trebbau. Mit Hilfe von Bürgermeister Michael Carbanje und Frank Graffe, dem Vorsitzenden des Werther Heimatvereins und im Beisein von vielen Besuchern, wurde das Burgmodell enthüllt. Johann Radstaak zeigte sich von dem Modell als Ganzes, vor allem aber von der filigranen Detailgenauigkeit der Arbeit fasziniert. „Ich bin wirklich begeistert.“

Artikel vom 15. Juni 2026
Dorfausrufer mit den neuesten Nachrichten
Danach entwickelte sich das Treiben zu einem echten Straßenfest. Verschiedene Stände mit Kunsthandwerk luden zum Verweilen ein, der SV Werth präsentierter sich sportlich mit einer Taekwondo-Vorführung und tänzerisch mit Kindern und Erwachsenen. Ein optischer und wohl auch stimmlicher Höhepunkt waren die Reden der Dorfausrufer. Die verkündeten – teils in ihrer eigenen Landessprache – die Neuigkeiten aus ihren Orten. Einer der Dorfausrufer hatte augenscheinlich die Website der Stadt Isselburg besucht, denn er wies mit lauter Stimme auf die Sperrung der Straße Linders Feld hin. Die ist wegen Arbeiten am Kanalnetz bezüglich des Neubaus des Drogeriemarktes ab dem 22. Juni notwendig.
Trommelshow mit vielen Kindern
Erst harmonisch laut und dann musikalisch ging es vor dem katholischen Kindergarten St. Peter und Paul zu. Sascha Pöpping begeisterte die kleinen Besucher mit seiner „Super Trommelshow“. Dabei stand nicht er selbst, sondern die Kinder im Mittelpunkt. In ganz kurzer Zeit hatte Schlagzeuglehrer aus Bocholt eine große Anzahl Kinder um sich geschart, die mit Trommelstäcken auf einer Art Eimer – im Fachjargong heißen sie Buckets – melodisch zu rockigen Musiktiteln trommelten. An gleicher Stelle sorgte Straßensänger Cesare Siglarski mit einem kleinen Kinderchor für weitere musikalische Unterhaltung.
Chor „Wert(h)voll“ sorgte für ein volles Gotteshaus
Melodisch ging es auch in der vollbesetzten evangelischen Kirche zu. Der Chor Wert(h)voll mit Leiterin Frankie Prooi präsentierte sich dort in einem knapp einstündigen Konzert mit Liedern wie „The Gospel of Peace“, „Your Love“ oder auch „We Pray“.
Fotoausstellung im Jugendheim
Im Jugendheim, nur ein paar Schritte von der evangelischen Kirche entfernt, gab es nicht nur Kaffee und Kuchen, sondern auch eine von Heinz Bovenkerk organisierte Ausstellung aus dem alten Werth zu sehen. Auch die Königspaare der letzten vierzig Jahre fanden sich in der Ausstellung wieder. Die Ausstellung gibt es noch bis zum kommenden Mittwoch (17.6.)
Heimatverein kochte in der Feldküche
Für das leibliche Wohl war in unterschiedlicher Form gesorgt. Der Schützenverein bot Pommes, Currywurst und Burger an. Der Heimatverein hatte eine ganze Küche dabei. In Form einer Feldküche der Bundeswehr wäre es möglich gewesen zu kochen, zu backen und zu braten. Die Mannen um Frank Graffe beschränkten sich allerdings auf schmackhafte Erbsensuppe mit Bockwurst.
Auch in den nächsten Tagen gibt es verschiedene Veranstaltungen. Die Festwoche endet am kommenden Samstag, 20. Juni, mit dem großen Festumzug, der unter dem Motto „Werth früher und heute“ steht.
