Seit 1973 gibt es das Centro Portugues in Isselburg. Damals hatten sie als Gemeinschaft ihr Zuhause im ehemaligen Pfarrheim am Münsterdeich. Aufgrund des geplanten Abriss und Neubau des Gebäudes kam das Centro Portugues in der oberen Etage unter. Sie teilten sich den Raum mit dem Schützenverein. Bis jetzt, denn nun steht ein erneuter Umzug bevor.

Die portugiesische Gemeinde wächst. Kinder und Enkelkinder wachsen heran und sind Teil der Gemeinschaft. Die erwachsenen Mitglieder werden älter und sind jedoch deshalb vielfach nicht mehr in der Lage, die enge Wendeltreppe zum jetzigen Gruppenraum in der oberen Etage zu bewältigen. Die Folge ist, dass sie nicht mehr an den Veranstaltungen der portugiesischen Gemeinde teilnehmen können. „Das geht gar nicht, denn genau die sind es doch gewesen, die das Centro Portugues gegründet oder mitgegründet haben“, erklären Antonio Luis und seine Frau Rosa.

Artikel vom 16. Februar 2025
Deshalb kam schon vor einigen Monaten der Wunsch auf, neue Räumlichkeiten zu suchen. Das gestaltete sich aber schwierig, da es adäquate Räume in Isselburg nicht gibt. Ein ganz klares Nein gab es bei den Mitgliedern, die sich selbst als „Isselportos“ bezeichnen, als es darum ging, Räumlichkeiten außerhalb Alt-Isselburgs zu suchen. „Wir sind seit über 50 Jahre das Centro Portugues Isselburg und wollen das auch bleiben“, machte Antonio Luis deutlich. Ein Abwanderung in andere Stadtteile stand daher überhaupt nicht zur Debatte. Eine weitere Hürde waren die Kosten, die mit einer neuen Räumlichkeit verbunden sind.
Was geht und was geht nicht?
Vor einigen Wochen hat man durch Zufall im Gebäude des Unternehmens ElektroUp an der Industriestraße neue Räumlichkeiten gefunden. „Ich hab da ein Schild gesehen, auf dem Mieträume angeboten wurden und hab direkt Kontakt aufgenommen“, erzählte Antonio Luis. Um die Räumlichkeiten von ca. 85 qm anmieten zu können, hatte der Vorstand des Centro Portugues den Antrag an die Politik auf eine finanzielle Unterstützung gestellt. In der jüngsten Ratssitzung wurde länger darüber diskutiert. „Was geht und was geht nicht?“ Dem Vorschlag von Bürgermeister Michael Carbanje, einen einmaligen Zuschuss von 3.600 Euro aus dem Kulturhaushalt zu gewähren, stimmte der Rat mehrheitlich zu. Hilfreich dabei war, dass das Centro Portugues die Gemeinnützigkeit als eingetragener Verein anstrebt. Die dazu notwendigen Unterlagen sind Rosa Batista Luis zufolge schon beim Notar.
Aufbruchstimmung bei den Mitgliedern
„Nun geht es ans renovieren und da machen alle nach ihren Möglichkeiten mit“, erklärt Antonio Luis. Die Räumlichkeiten erhalten einen neuen Anstrich und es muss eine Rigipswand gezogen werden. „Durch die Abtrennung schaffen wir einen kleinen Lagerraum und auch eine Spielmöglichkeit für die Kinder“, fügt seine Frau hinzu. Die freut sich zudem sehr darüber, dass es in den neuen Räumen auch eine kleine Küche gibt. Beide betonen, dass bei den Mitglieder eine neue Aufbruchstimmung entstanden ist. „Alle freuen sich, vor allem, weil dann auch die älteren und gehbehinderten Mitglieder und die kleineren Kinder wieder an den Veranstaltungen teilnehmen können.“

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Dank an den Schützenverein
Wobei Antonio betont, dass alle Bewohner Isselburgs willkommen sind. „Wir haben viele deutsche Freunde, die auch an unseren Veranstaltungen teilnehmen“, erzählt Rosa. Dieses Multikulti macht die Gemeinschaft aus. Gut ist auch, so Antonio, dass auch der Außenbereich genutzt werden kann. Das war am Stromberg eher nur mit Einschränkungen möglich. „Wir möchten einen ganz großen Dank an den Schützenverein aussprechen, dass sie uns über die Jahre die Möglichkeit gegeben haben, diesen Raum zu nutzen“, machen Antonio und Rosa deutlich. „Das gilt auch für die Isselburger Politiker und den Bürgermeister, die den Neuanfang in den neuen Räumen mit ihrer Unterstützung erst möglich gemacht haben“, betonen beide. Für die „Isselportos“ ist das Centro auch ein Stück Heimat, wo sie ihre Traditionen pflegen können, wo sie gemeinsam feiern können, oder sich einfach nur zu Gesprächen treffen. Das ist bald wieder uneingeschränkt möglich. „Für alle!“
