Schüttenstense Blagen
Die „Schüttenstense Blagen“ sind von links Nick Gehlmann, Paul Kipp, Louis Hegmann, Julian Gregoor (sitzend), Lotta Hegmann, Luise Kipp und Louisa Gregoor. Es fehlt Antonio Hüting (©Frithjof Nowakewitz)

Herzebocholt ist ja eigentlich ein eher unscheinbarer Ortsteil von Isselburg. Das ist allerdings nur scheinbar so, denn es gibt einige Jugendliche, die durch verschiedene Auszeichnungen und der danach folgenden medialen Präsenz sich selbst und den Ort bekannt gemacht haben. Die „Schüttenstense Blagen“, das sind Louisa Gregoor (14), Julian Gregoor (16), Luise Kipp (15), Paul Kipp (20), Lotta Hegmann (16), Louis Hegmann (19), Nic Gehlmann (18) und Antonio Hüting (15).

Auszeichnungen für das gesellschaftliche Engagement

Was ist nun so besonders an der Gruppe, die 2022 den Heimatpreis in Isselburg, 2023 eine Auszeichnung eines landwirtschaftlichen Wochenblattes und 2025 den zweiten Platz beim „Heimatpreis des Kreis Borken“ erhielt? Alle Auszeichnungen beruhen auf das gesellschaftliche Engagement in ihrem Heimatdorf Herzebocholt. Da stellt sich dann gleich die nächste Frage: Wieso nennen sich die acht jungen Leute „Schüttenstense Blagen“, wenn der Ortsteil doch eigentlich Herzebocholt heißt. Die Bezeichnung „Schüttenstein“ ist die kirchliche Bezeichnung des bis 1975 politisch zum damaligen Amt Liedern-Werth gehörenden Dorfes.

Es klappt nicht immer alles

Angefangen hat das Engagement der Jugendlichen Anfang 2022, als sie mit viel Hilfe einiger Bewohner unweit der Kirche eine Sitzecke bauten. Da die unter einem Weidenbaum entstand, nannten die Jugendlichen den Treffpunkt „Am Weideneck“. Im Laufe der Zeit blieb es allerdings nicht bei der Sitzgelegenheit. „Wir haben mittlerweile einen Pizzaofen gebaut und auch eine Grillstation ist entstanden“, erzählte Paul Kipp. Zudem sollte im vergangenen Jahr eine Hecke als Windschutz angepflanzt werden. „Das hat allerdings nicht funktioniert, die Pflanzen sind im letzten Sommer vertrocknet“, meinte Kipp mit einem Lachen.

Licht für die Sitzgelegenheit

Ausgegangen sind den jungen Leuten die Ideen aber noch nicht. „Wir wollen in diesem Jahr eine Laterne installieren, so dass man auch bei Dunkelheit hier sitzen kann“, meinte Nic Gehlmann. Die Frage, woher denn wohl der Strom kommt, war schnell geklärt. „Das bisschen Strom kommt von uns“, sagt Paul Kipp. Zur Erklärung: Das Zuhause der Geschwister Paul und Luise Kipp ist nur wenige Meter vom Sitzplatz entfernt. Und auch der Gedanke an einen Windschutz soll nun verwirklicht werden. Allerdings dann doch lieber aus festem Material.

Nicht ans Aufhören denken

Wie geht es nun eigentlich intern weiter mit den „Schüttenstense Blagen“? Denn Blagen im Sinn des Wortes bleiben sie ja nicht. Paul Kipp, Louis Hegmann und Nic Gehlmann sind mit mittlerweile 20, 19 und 18 Jahre die ältesten Mitglieder. Aktuell machen die Drei aber nicht den Eindruck, ihr Engagement in der Gruppe zu beenden. Ganz im Gegenteil, sie stecken noch voller Pläne, wie man Herzebocholt – pardon: Schüttenstein – noch aufhübschen kann. Dazu gehört auch Rasen mähen und Blumen pflanzen – und die nötigenfalls auch gießen.

Dorfmittelpunkt „Am Weideneck“

Das Weideneck hat sich zu einem Treffpunkt der Herzebocholter Bewohner entwickelt. Besonders im Sommer trifft man sich dort, um gemütlich beisammen zu sitzen, möglicherweise zu grillen und mit einem kalten Bier den Abend zu genießen. Und auch viele Radfahrer nutzen die Sitzgruppe für ein kleines Päuschen. Louisa, Luise, Nic, Julian, Lotta, Louis, Paul und Antonio haben bewiesen – und tun es immer noch – dass man mit viel Engagement viel bewegen kann.