Vereinsheim SV Werth
Das aktuelle Vereinsheim des SV Werth ist energetisch und statisch nicht mehr tragbar (©Frithjof Nowakewitz)

Das der SV Werth ein neues Vereinsheim benötigt, ist bei Isselburgs Politikern unstrittig. Allerdings gab es über die Größe des Gebäudes, der Ausstattung und vor allem mit den damit verbundenen Kosten unterschiedliche Meinungen bei den Mitgliedern des Sportausschuss, der am Mittwoch (4.2.) tagte.

500.000, 800.000 oder doch 1,8 Mio Euro?

Thomas Bertram (CDU)
Thomas Bertram (CDU) argumentierte, dass der Ersatzneubau des Vereinsheims nicht mehr als 500.000 Euro kosten darf (Archvbild: Frithjof Nowakewitz)

Geplant ist das eingeschossige Gebäude in Modulbauweise. „Bauweise und technische Ausstattung entsprechen einem einfachen bis mittleren Standard“, heißt es in der Baubeschreibung des Architekten. Der Kostenrahmen wird mit gut 1,8 Mio. Euro beziffert. Die Summe war CDU-Ausschussmitglied Thomas Bertram deutlich zu hoch. „Die Summe erschließt sich mir nicht“, erklärte Bertram und erklärte, dass das Vereinsheim nicht mehr als 500.000 Euro kosten dürfe. „Wenn das nicht reicht, muss es eben kleiner ausfallen und der geplante Kursraum, sowie zwei von den geplanten vier Umkleidekabinen müssen wegfallen“, meinte Bertram. Grünenfraktionssprecher Uwe Übelacker erklärte hingegen, dass es keine Gewerke gebe, wenn das Geld nicht da ist. „Und einen Baustopp mangels Geld können und wollen wir uns nicht leisten“, machte Übelacker deutlich.

Breitensportabteilung benötigt Platz

Sabrina Knebelkamp
SVW-Vorsitzende und CDU-Mitglied Sabrina Knebelkamp: „Wir wollen keinen Luxusbau“ (Archivbild: Frithjof Nowakewitz)

Vor der Diskussion hatte sich CDU-Mitglied Sabrina Knebelkamp als Vorsitzende des SV Werth als befangen erklärt und nahm demzufolge nicht an der Diskussion und der Abstimmung teil. Der Ausschussvorsitzende Andre Ratering regte an Knebelkamp rederecht einzuräumen, damit sie selbst Stellung nehmen kann. Die Vorsitzende des Vereins erklärte, dass der Verein eine äußerst große und weiter wachsende Breitensportabteilung habe und gerade den Kursraum dringend braucht. Aktuell werden unsere Kurse schon in die Stadthalle, sowie in dem ev. Jugendheim an der Binnenstraße verteilt. „Wobei wir nicht wissen, wie lange das noch möglich ist, da der bisherige Pfarrer Jürgen Heidemann seit einiger Zeit in Pension ist“, erklärte Sabrina Knebelkamp.

Knebelkamp: „800.000 Euro sind wohl realistisch

Wie sie weiter ausführte, habe sie mit einem befreundeten Architekten gesprochen, der ihr die Summe von 800.000 Euro für den Bau des Gebäudes genannt habe. „Mich hat die Summe von 1,8 Mio. Euro auch ein bisschen überrascht, aber die 800.000 Euro sind realistisch“ meinte Knebelkamp. Sie betonte, dass man keinen Luxusbau will, aber das Gebäude in der vorgestellten Form eine Notwendigkeit für die Existenz des Vereins darstellt.

Thomas Bertram lenkte ein

Nach einer längeren Sitzungsunterbrechung erklärte Thomas Bertram, dass er mit den von seiner Parteikollegin genannten 800.000 Euro einverstanden sei, sofern der SV Werth Eigenleistung zusichere und Fördergelder zur Finanzierung genutzt werden.

Kämmerer Christian Vedder: „Projekt muss ausfinanziert sein“

Kämmerer Christian Vedder erklärte hingegen, dass das Projekt voll „ausfinanziert“ sein muss. Damit meint er die vom Architekt veranschlagten 1,8 Mio. Euro. „Wir sollten das Geld in den Haushalt einstellen, damit wir auf der sicheren Seite sind“, meinte der Kämmerer. „Wenn wir das Geld dann nicht in Gänze benötigen, ist es noch besser, aber wir müssen uns keine Gedanken machen, falls es keine Fördergelder gibt.“

Martina Hünting löste Argumentationsproblem

Die Fronten schienen verhärtet zu sein, bis Martina Hünting vom Fachbereich Finanzen die Situation auflöste: „Wir können doch die 1,8 Mio. Euro in den Haushalt einstellen und eine Million davon mit einem Sperrvermerk versehen“, meinte Hünting. Dafür erhielt sie nicht nur Beifall der Ausschussmitglieder, sondern sie sorgte damit auch für die Lösung des Problems. Mit 12 Ja-Stimmen, einer Nein-Stimme und vier Enthaltungen wurde diesem Vorschlag zugestimmt.