Isselstadion
Die Stadt Isselburg plant einen Kunstrasenplatz auf dem Gelände des Isselstaditons (©Frithjof Nowakewitz)

Am 10. Juni 2025 hatte die CDU-Fraktion für die Sitzung des Sport-Ausschuss am 10. September 2025 die Errichtung eines zentralen Kunstrasenplatz beantragt. Der soll allen Fußballvereinen im Stadtgebiet zur Verfügung stehen. Schnell stand als angedachter Standort das Sportgelände des SuS Isselburg am Stromberg im Fokus.

Nun verfügt das Gelände neben dem Hauptplatz mit der umlaufenden Aschenbahn noch über zwei weitere Naturrasenplätze. Hierzu stellte das Unternehmen Geo3-Freiraumplanung aus Bedburg-Hau mit Geschäftsführer Tobias Knoll ein Konzept mit insgesamt fünf verschiedene Varianten vor. Alle unterscheiden sich in Größe und Kosten.

Variante 1 betrifft den linken der beiden Nebenplätze (Platz 2) mit einer Größe von 64 x 100 Meter. Veranschlagt hat das Planungsbüro dafür rund 1,3 Mio. Euro brutto. Variante 2 betrifft ebenfalls Platz 2 . Allerdings ist in nördlicher Richtung direkt anschließend ein zusätzliches Kunstrasen-Jugendspielfeld – quer zum Hauptspielfeld angedacht. Diese Variante wurde mit 1,9 Mio. Euro veranschlagt.

Isselstadion
2025 fand hier die Fußballstadtmeisterschaft statt. Bald könnte hier ein Kunstrasen sein (©Frithjof Nowakewitz

Bei der Variante 3 rückt das Hauptspielfeld mit der Aschenbahn in den Fokus. Hierbei wäre angedacht, nur das Spielfeld in einen Kunstrasenplatz umzuwandeln, die leichtathletischen Bereiche, wie Laufbahn und Wurfbereich aber unverändert zu belassen. Zu der Variante käme noch der Bau einer Flutlichtanlage mit sechs Masten hinzu. Nach den Berechnungen des Planungsbüros würden sich die Kosten für die Variante 3 auf 1,35 Mio. Euro belaufen.

Die Variante 4 umfasst eine komplette Neugestaltung des Hauptplatzes – inklusive des gesamten Leichtathletikbereichs. Für den Bereich würden dann neben den vier Rundlaufbahnen sechs Sprintbahnen angelegt. Im nördlichen Teil würde die Weitsprung- und Kugelstoßanlage und im südlichen Teil die Hochsprung- und Stabhochsprunganlage errichtet. Zudem wird die Anlage dann mit acht Flutlichtmasten ausgestattet. Die aktuell vorhandene Stehtribüne würde erhalten bleiben. Kostenpunkt dieser Variante wäre rund 2,7 Mio. Euro brutto.

Die teuerste Variante kostet gut 3 Mio. Euro und wird als Variante 5 bezeichnet. Als Kunstrasenspielfeld soll dann Platz 2 eingerichtet werden. Auf dem Hauptplatz (Platz 1) soll die Rasenspielfläche erhalten bleiben. Jedoch soll dabei der gesamte Leichtathletikbereich wie bei Variante 4 umgerüstet werden. Zudem würde der Platz mit sechs Flutlichtmasten ausgerüstet.

Die Frage ist, welcher der fünf verschiedenen Variationen es denn nun sein soll. Die Ausschussmitglieder waren sich sehr schnell darin einig, dass die Varianten 1 und 3 und damit die kostengünstigsten in die engere Betrachtung kommen sollen.

Referent Tobias Knoll wies allerdings bezüglich der Variante 3 darauf hin, dass von der unbearbeiteten Aschenbahn, viel grobkörniger Schmutz auf die Kunstrasenfläche gelangen kann. „Das ist dem Kunstrasen nicht förderlich und würde möglicherweise die Pflegeintervalle und auch die Lebensdauer des Kunstrasens von ca. 15 Jahre verkürzen – was dann auch wieder mehr Geld kostet“, meinte Knoll.

Laufbahn Isselstadion
Wird die Laufbahn im Isselstadion noch gebraucht? (©Frithjof Nowakewitz)

Ein wesentlicher Punkt in der Diskussion war, ob der Wettkampfbereich rund um den Hauptplatz überhaupt noch benötigt wird. Heinz-Bernd Tekaat (CDU) und Uwe Übelacker (Grüne) stellten die Frage in den Raum, ob dort überhaupt noch Schulsport stattfindet. „Niemand von den Schülern läuft heute noch vierhundert Meter und auch Kugelstoßen findet nicht mehr statt“, meinte Übelacker – selbst Lehrer in Rees – auch mit dem Hinweis, dass es die früheren Bundesjugendspiel nicht mehr gibt. Tobias Knoll erklärte, dass man, sofern man auf die Leitathletikfläche verzichten will, zukünftig auch andere sportliche Bereiche, wie etwa ein Basketballfeld oder eine Beachvolleyballanlage schaffen kann.

Kämmerer Christian Vedder regte an, die Machbarkeitsstudie des Planungsbüros als Grundlage für zukünftige Planungen zu nutzen. „Auch wenn es jetzt nur um einen Kunstrasenplatz geht, werden zukünftig sicherlich weitere Ideen zur Nutzung des weitläufigen Geländes aufkommen. Und dann ist die Machbarkeitsstudie eine gute Planungsgrundlage“, erklärte Vedder.

Beschlossen wurde letztendlich, dass über die Varianten 1 und 3 mit den Vereinen, dem Stadtsportverband und den Schulen gesprochen werden soll. Zudem sollen zu den Varianten 1 und 3 entsprechende Haushaltsmittel eingestellt werden und Fördermöglichkeiten ausgelotet werden. Die Ergebnisse daraus sollen dann im Sportausschuss am 20. Mai wieder auf die Tagesordnung diskutiert werden.