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Sascha Heßling gab die Richtung vor (©Frithjof Nowakewitz)

Irgendwo im Vehlinger Nirgendwo gibt es ein Amphibiengewässer, dass von den Aktiven des Nabu-Anholt gepflegt wird. Das Nirgendwo ist eigentlich, wenn man es nicht kennt, überhaupt nicht zu finden.

Große Beteiligung

Rund 20 Leute, bestehend aus der Nabu-Gruppe Anholt, dem Nabu-Kreisverband Borken, Bürgermeister Michael Carbanje, Bauhofleiter Ralf Wolbrink, Vitaliy Düking vom Isselburger Bauamt und noch einige Lokalpolitiker haben das Gewässer dann doch gefunden. Mit dabei waren auch einige Jugendliche, die bei der Aktion ihre auferlegten Sozialstunden ableisteten. Das sich niemand verlaufen hat, lag an Sascha Heßeling, der wohl mehr oder weniger als einziger den Weg zu dem Gewässer kannte und voran ging.

Gewässer ist 30 Jahre alt

Bepackt mit viel Werkzeug, darunter mehrere Motorsägen, Harken und Äxte, aber auch mit Kaffee und Brötchen zog der ganze Tross gegen 9:30 Uhr am vergangenen Samstag (24.1.) über ein lehmiges Feld und einer Wiese zu dem von Hecken und Sträuchern versteckten Gewässer. Es gibt sicherlich einige solcher kleinen Teiche, die bei Kröten und Fröschen sehr beliebt sind. Aber dieses Gewässer hat einen besonderen Hintergrund. Es wurde vor 30 Jahre von den Pionieren der Bundeswehr in Zusammenarbeit mit dem Nabu angelegt. Und auch das hatte wieder einen besonderen Grund.

Sonneneinstrahlung ist wichtig

Das Teich wurde als Ersatz für ein gleichartiges Gewässer angelegt, dass im Zuge der Erweiterung des Vehlinger Ferienparks entfernt wurde. Wie Sascha Heßeling erzählte, wurde mit Hilfe von Krötenzäunen und einigen Freiwilligen die Tiere vom alten Laichgewässer in den neuen Teich verbracht. Seither wird der Teich in regelmäßigen Abständen gepflegt, damit er nicht durch Laubeintrag verlandet oder zu stark beschattet wird. „Gerade im zeitigen Frühjahr ist Sonneneinstrahlung wichtig, damit die Wassertemperatur in dem Gewässer steigt und sich die Kaulquappen entwickeln können“, erklärte Heßeling.

Mit der Motorsäge für Licht gesorgt

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Gewässerpflege mit der Motorsäge (©Frithjof Nowakewitz)

Während sich die mit den Motorsägen bewaffneten Männern über das dicht gewachsene Heckwerk, die Sträucher und auch dickeren Ästen hermachten, waren andere mit Äxten und anderen Werkzeugen damit beschäftigt kleinere Bäumchen zu stutzen oder ganz zu entfernen. Andere wiederum, darunter eben auch die Jugendlichen und einige Frauen, schleppten das abgesägte Grünzeug in den angrenzenden Wald, wo es dem Zerfall gewidmet ist. Einige Herren zogen dann Angelerhosen an, die bis zur Hüfte wasserdicht sind – oder es zumindest sein sollten. Auch in dem Gewässer hatten sich schon einige kleine Bäumchen angesiedelt, die entfernt werden mussten.

Holunderstamm mit Judasohren

Über einen kleinen schon fast verrotteten Holunderstamm, an dem eigenartige Pilze wuchsen, freute sich Sascha Heßeling ganz besonders. „Das sind Judasohren weil die die Form von kleinen Ohren haben“, erzählte Heßeling, der versicherte, dass die kleinen Pilze sehr schmackhaft sind.

Kräfteraubend bei plus fünf Grad

Natürlich gab es zwischendurch auch eine Pause, denn, dass muss man zugeben, die Arbeit war teilweise sehr kräfteraubend. Zudem lud die Temperatur, die bei gerade mal fünf Grad lag, zu einer Stärkung mit einem heißen Kaffee ein. Kurz nach Mittag war die ganze Aktion dann beendet.

Die Aktiven des NABU-Anholt kümmern sich um kleine Projekte. Bei umfangreicheren Arbeiten gibt es für die Anholter Gruppe Unterstützung durch die Pflegeeinsatzgruppe vom Kreisverband Borken. „Die haben viel Erfahrung und auch die entsprechende Ausrüstung“, erzählte Sascha Heßeling.