Viel Arbeit – Wenig Dank

Wie sähen die Ortsteile aus, wenn nicht einige wenige engagierte Menschen für Sauberkeit sorgen würden? Dank bekommen sie dafür nur in seltenen Fällen.

Die ersten Blumen blühen, oder haben schon geblüht. Aktuell überwiegen an vielen Orten leuchtend gelbe Osterglocken. Einhergehend damit wächst aber auch das, was man allgemein als Unkraut bezeichnet. Besitzer von gepflegten Gartenanlagen beginnen damit, akribisch jedes ungewollte Hälmchen zu beseitigen. Auch hört man aus manchen Gärten schon das Gebrumme von Rasenmähern. Das ist dann auch die Zeit, in der die Greenkeeper des Anholter Heimatvereins Harke, Spaten, Hacke, Schaufel und Schubkarre zum Einsatz bringen. Die rund zehn Unermüdlichen des Heimatvereins haben es sich zur Aufgabe gemacht, Anholt ein Stückchen gepflegter erscheinen zu lassen. Eine schwierige Aufgabe, denn oftmals ist es auch ein Kampf gegen Windmühlen. Heute rückten sie dem Lidl-Kreisel zu Leibe.

Mitglieder des Anholter Heimatvereins sorgen für Sauberkeit auf dem Lidl-Kreisel (Bild: Frithjof Nowakewitz)

Der Kreisel verbindet gleich zwei Landstraßen mit der Isselburger Straße und dem Linders Feld. Der Hügel inmitten des Kreisels hat etwas besonderes, begrüßt er die Autofahrer doch mit dem gärtnerisch gestalteten Anholter Wappen – und das in alle vier Richtungen. Die Gestaltung ging auf die Aktivitäten der damaligen “Interessengemeinschaft zur Verschönerung Anholts”, zurück. Durch die beiden sich treffenden Landstraßen war eigentlich StraßenNRW für die Gestaltung und Pflege zuständig. Jedoch wollte diese Aufgabe die Anholter IG übernehmen. Aus formalen Gründen musste zunächst die Stadt Isselburg diese Aufgabe übernehmen, um sie dann an die IG weiterzugeben. Seit dem kümmerte sich die Interessengemeinschaft und der Heimatverein gemeinsam um den Pflegezustand des Kreisels.

Hunderte Liter Wasser in Eimern herangetragen

Ab 2011, die IG hatte ihre aktive Arbeit aufgegeben, übernahmen Mitglieder des Heimatvereins die Pflege allein. Für die Männer mit dem grünen Daumen scheint der Kreisel ein besonderes Projekt zu sein. Und wahrscheinlich auch das mit dem größten Arbeitsaufwand. Theo Gasseling, so etwas wie der Gruppensprecher, betonte, dass es dort immer etwas zu tun gibt. “Im vergangenen Jahr hat die Trockenheit viel kaputt gemacht”, meint Gasseling. Zudem habe in den vergangenen Jahren der Buchsbaumzünsler viel Schaden angerichtet, so dass die kleinen Buchsbäumchen, die das Wappen bilden, durch Taxus ersetzt werden mussten. Eine besondere Belastung sieht er auch darin, die Pflanzen mit Wasser zu versorgen. Im vergangenen Jahr geschah dies mit mehreren hundert Liter Wasser, die von den Männern mittels Eimer herangetragen wurden. “Da wurden die Arme schon ziemlich lang”, erzählte Theo Gasseling. Sollte irgendwann mal die Fahrbahn des Kreisverkehrs saniert werden, wünscht er sich, dass dann ein Brunnen gebohrt wird, um die Wasserversorgung der Pflanzen zu vereinfachen.

Neben dem Kreisel sind die Männer auch an der Klever Straße, am Eiskeller und rund um das Heimathaus im Einsatz. Und sie sorgen auch dafür, dass vom Mai bis in den Herbst das Geländer des Stadtgrabens an der Gendringer Straßer mit vielen Blumenkästen verschönert ist. Auch werden einmal jährlich fünfzig bis sechzig Vogelhäuschen gereinigt und notfalls auch erneuert.

Kommentar
Was wäre die Stadt Isselburg ohne das bürgerliche Engagement in den einzelnen Stadtteilen? Egal ob Heimatverein, Heimatkreis, oder einfach interessierte Bewohner, die sich für Verschönerungsarbeiten zusammenfinden. Sie alle engagieren sich für ihren Heimatort. Ehrenamtlich! Sie opfern Freizeit und oftmals auch eigenes Geld, um ihr Umfeld sauber und gepflegt erscheinen zu lassen. Dank dafür erfahren sie selten.

Frithjof Nowakewitz

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