Mit dem Fahrrad von Werth nach London

Nicht alle Mitglieder des Schalke-Fan-Club “Werther Knappen” haben nur Fußball im Kopf. Manche haben sich auch dem Radfahren verschrieben. Freilich nicht, um ganz schnell irgendwo anzukommen, sondern um gemütlich Land und Leute kennenzulernen.

Wolfgang Willmer, Jürgen Benning, Olaf Kempka und Dieter Hübers hatten schon 2004 die Idee, mal eine Radtour über mehrere Tage zu machen. Also radelten sie am vorletzten Spieltag der Bundesligasaison zum Heimspiel ihres Lieblingsclub Schalke 04. Nach Spielschluss ging es aber nicht nach Werth zurück, sondern nach Freiburg. Dort fand nämlich eine Woche später das letzte Saisonspiel statt. Die Schalker gastierten beim SC Freiburg. Seit dem haben die Vier immer wieder gemeinsame Touren unternommen. Vor knapp vier Jahren entstand die Idee, mal mit dem Fahrrad nach London zu fahren. Seit dem wurde fleißig für ein solches Mammutunternehmen gespart. Vor zwei Jahren stieß dann Norbert Dunkerbeck zu dem Team Gleichgesinnter.

Norbert Dunkerbeck, Wolfgang Willmer, Olaf Kempka, Jürgen Benning und Dieter Hübers (von links) starten am Donnerstag mit dem Fahrrad nach London

Die konkrete Tourplanung begann vor einem Jahr. Von Werth geht es nun am kommenden Donnerstag, 30. August per Rad bis Hoek van Holland. Dort steht die Überfahrt mit dem Schiff nach Harwich/England an.  Von dort soll es dann, wenn alles nach Plan läuft, mit dem Rad bis London gehen. Ob das Radwegnetz dies so zulässt, entscheidet sich vor Ort. Informationen über die Radfahrmöglichkeiten in England haben die Fünf reichlich. Ob allerdings Theorie und Wirklichkeit auch so übereinstimmen, muss sich noch rausstellen.

In London werden verschiedene Pflichtprogramme absolviert. Hierzu gehört der Besucher der Towerbridge, des Buckingham-Palace und anderer kultureller Einrichtungen. Olaf Kempka will beispielsweise das originale Hardrock-Cafe besuchen. Und natürlich steht auch eine Stadtrundfahrt mit einem der berühmten “Cabrio-Busse” auf dem Programm. Ob beispielsweise auch ein Tag im Stadion bei den derzeit laufenden Paralympics eingelegt wird, wollen die Fünf spontan entscheiden.

Für den Rückweg nehmen die Werther Radbummler dann von London nach Harwich den Zug. Von dort geht es mit der Fähre zurück nach Holland. Je nach Wetterlage steht dann eine kombinierte Auto/Radtour an. Bei ganz ungünstigem Wetter lassen sich die Fünf komplett mit dem Auto zurück nach Werth bringen. Die Ankunft dort ist für Donnerstag, dem 6. September vorgesehen.

Auf eine großartige Vorbereitung, was die Kondition betrifft, haben die Fünf verzichtet. “Jeder von uns fährt doch täglich mit dem Rad”, erklärte Dieter Hübers. Der Tagesdurchschnitt beträgt etwa 110 Kilometer. Das ist für einen geübten Radfahrer, verteilt auf den ganzen Tag, eine durchaus überschaubare Strecke. Die jeweiligen Hotels sind gebucht, Verpflegung und Übernachtung also somit gesichert. Und was die kleineren Reparaturen betrifft, scheint das für die Teilnehmer kein Problem zu sein. Jeder hat für den Fall eines Plattfußes auch  einen Ersatzschlauch mit.

Disziplin wird während der Tour groß geschrieben. Tagsüber, während der Fahrt, ist Alkohol absolut tabu. “Abends werden wir sicherlich auch ein oder zwei Bierchen trinken”, meint Wolfgang Willmer. Aber ansonsten hält sich der Alkoholgenuss in strengen Grenzen. Dieter Hübers wies darauf hin, dass man nach dem gefahrenen Tagespensum, dann duschen, essen und noch ein Stündchen reden und fachsimpeln, sicherlich so müde sei, dass man gern schlafen geht.

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