Brandschutzerziehung – Ein Thema nicht nur für Kinder

Wie verhalte ich mich in einem Brandfall? Die Frage können oft nicht mal Erwachsene richtig beantworten. Und noch viel weniger können Kinder mit dieser Problematik umgehen. Damit sich dies ändert, hat die Stadt die Aufgabe der Brandschutzerziehung, die sie logischerweise an die Feuerwehr weitergibt. So werden immer vor Beginn der Sommerferien die Kindergärten der Stadt in die Feuerwehrhäuser nach Isselburg, Anholt und Werth eingeladen, um dort von Michael Schemkes, Oliver Kiefmann und Manfred Drunagel über den Umgang mit Feuer und der Arbeitsweise der Feuerwehr informiert zu werden.

Kinder des Kindergartens St. Bartholomäus besuchten das Feuerwehrgerätehaus

So war in der vergangenen Woche der Kindergarten St. Bartholomäus im Feuerwehrgerätehaus am Münsterdeich zu Besuch. Michael Schemkes und Dennis Schamell vom Isselburger Löschzug übten mit den Kindern in kleinen Versuchen den Umgang mit Zünd- und Löschmitteln. Auch der Umgang mit der Löschdecke wurde geübt. Im Notfall muss auch ein Kind einen Brand melden können. Hierzu gibt es die fünf W´s, die jeder von uns kennen sollte. Wer meldet, wo ist was passiert, was ist genau passiert, wie viele Verletzte und warten auf Rückfragen. Je präzieser die Angaben sind, um so schneller ist die Notrufzentrale in der Lage, die geeignten Maßnahmen einzuleiten.

Wenn ein Haus brennt, sollte man dieses schnellstmöglichst verlassen. Dies darf aber nicht in Panik und kopflos geschehen. Wie man es richtig macht, wurde den Kindergartenkindern gezeigt. Damit beispielsweise bei einem Wohnungsbrand schlafende Personen rechtzeitig geweckt werden, sollte jede Wohnung mit Rauchmeldern ausgestattet sein. Der Kostenaufwand ist äußerst gering, kann aber im Notfall Leben retten. Überraschenderweise gaben von 16 befragten Kindern 13 an, dass in ihrer Wohnung Rauchmelder vorhanden sind.

Feuerwehrautos sind für Kinder faszinierend. Deshalb zeigten Schemkes und Schamell den Kindern selbstverständlich auch die Autos, sowie die persönliche Schutzausrüstung der Feuerwehrmänner. Mit ihren Atemschutzmasken sehen Feuerwehrmänner für Kinder bedrohlich aus. Im Brandfall könnten sie sich vor Angst in Schränken oder Nischen verstecken, wo sie von den Feuerwehrleuten dann nicht gefunden werden. Um den Kindern diese Angst zu nehmen, erklärten die beiden Feuerwehrmänner, warum man diese Ausrüstung braucht.

Aber es war nicht alles graue Theorie. Die Kinder mussten auch selbst aktiv werden, in dem sie mit Kübelspritzen brennende Fackel löschen mussten. Dies machte den Kleinen viel Spaß, zumal auch die Erzieherinnen und die Eltern schon mal von einen Wasserstrahl getroffen wurden. Wenn es bei einem Brand verletzte Personen gibt, müssen diese versorgt werden. Dies ist Aufgabe der Rot-Kreuz-Helfer und des Notarztes. Torsten Nieuwenhuis und Dominik Juttner vom DRK Isselburg waren mit einem Rettungwagen vor Ort, um auch hier einen kleinen Einblick in die erste Betreuung verletzter Personen zu geben.

Die Kinder bedankten sich bei Michael Schemkes und Dennis Schamell mit einer Fotocollage, die wohl bald einen Ehrenplatz im Mannschaftsraum des Isselburger Löschzuges haben wird.

Infobox

Insgesamt gibt es pro Jahr im Schnitt 650 Brandtote, 150 davon sind Kinder. Die Brandschutzerziehung soll den Kindern den richtigen Umgang mit Zündmitteln und das richtige Verhalten in Brandfällen darlegen. Rauchmelder können Leben retten! Schon für vier Euro erhält man die kleinen Dinger die durch ihren durchdringenden Warnton schlafende Menschen im Brandfall wecken. Das eigene Leben und das der Familie sollte schon vier Euro wert sein

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