Wohin führt der (Schul) Weg?

Es war laut, es war emotional und das Ende war für die meisten der Besucher sicher auch nicht befriedigend. Die Rede ist von der gestrigen Versammlung in der Werther Stadthalle, bei der die Verwaltung und Schulrat Erhard Marder der Öffentlichkeit die Problematik um den Schulstandort Heelden näher bringen wollten. Die Bezirksregierung in Münster hatte die Stadt aufgefordert, für die Grundschule Heelden/Werth ein neues Konzept zu erarbeiten. Es fehlen schlichtweg die Schüler, um die Grundschule Heelden/Werth an zwei Standorten aufrechtzuerhalten.

Elternversammlung Heelden-werth -010 Bericht in Wohin führt der (Schul) Weg?

Dina Gunsing (2.v.r) stellte das Zahlenwerk zur jetzigen Schülersituation vor (Auf dem Foto von links: Heinz Hetkamp, Schulrat Erhard Marder, Bürgermeister Adolf Radstaak, Dina Gunsing, Sandra Becker)

Wie die Schülerzahlen jetzt und in den nächsten Jahren aussehen, zeigte Dina Gunsing, die in einigen Monaten die Nachfolge von Schulamtsleiter Heinz Hetkamp antritt, mit einer Power-Point-Präsentation. Für das kommende Schuljahr gibt es insgesamt für die beiden Standorte nur noch sechs Klassen. Für die ersten beiden Schuljahre sind dies jeweils eine Klasse, für die Schuljahre Drei und Vier jeweils zwei. Die Bezirksregierung sieht in dieser Situation nicht mehr die Möglichkeit, einen einwandfreien Unterricht in zwei Standorten durchzuführen. Dies machte Schulrat Erhard Marder mehrfach deutlich.

Da aber in Werth deutlich mehr Kinder dieser Altersgruppen sind, als in Heelden und Vehlingen zusammen, scheint die Tendenz dahin zu gehen, die Heeldener Schule zu schließen. Eine Lösung wäre dann, dass in Werth jeweils eine Klasse des ersten, zweiten und dritten Schuljahres, sowie zwei Klassen des vierten Schuljahres beschult werden. Die zweite Klasse des dritten Schuljahres würde in die Isselschule gehen. Dies hätte den Vorteil, dass alle bestehenden Klassenverbände bestehen bleiben würden.

Aber es gab auch andere Denkmodelle. Viel hängt davon ab, wie sich die Eltern entscheiden. Denn die können frei wählen, wohin ihr Kind zukünftig zur Schule geht. Und dies muss nicht in der Stadt Isselburg sein. So haben jetzt schon einige Eltern ihre Kinder in der Grundschule in Wertherbruch angemeldet. Andere spielen mit dem Gedanken, ihre Kinder in Millingen anzumelden, weil die Kinder dort schon in den Kindergarten gehen. Von vielen Eltern wurde der Wunsch nach einer verbesserten Attraktivität der Schulen geäußert, damit gar nicht erst der Gedanke aufkommen müsste, Schulen außerhalb Isselburgs auszuwählen.

Die angedachte Schließung der Heeldener Schule wollen aber die dortigen Eltern so nicht stehen lassen. Sie boten gestern an, durch Umbauten in der Heeldener  einen sechsten Klassenraum zu erstellen. Damit könnten dann alle Kinder der insgesamt sechs Klassen in Heelden zur Schule gehen. Auch die Werther Eltern wollen innerhalb ihrer Schule einen weiteren Raum erstellen, oder einen Container aufstellen lassen, um so einen sechsten Klassenraum zu schaffen.

Elternversammlung Heelden-werth -003 Bericht in Wohin führt der (Schul) Weg?

Rund 130 Interessierte waren bei der gestrigen Info-Veranstaltung dabei

Wie Bürgermeister Adolf Radstaak und Heinz Hetkamp mehrfach betonten, sind alle vorgestellten Variationen nur Denkanstöße. "Entschieden ist noch nichts", erklärten beide. Auch wurden die Vorschläge aus der Versammlung protokolliert. Sie sollen mit in die Entscheidungsfindung fließen. In einer Sondersitzung des JSSKS werden die Ausschussmitglieder die Thematik beraten, ehe der Rat dann entscheiden muss.

4 comments

  • Anja Ditters

    Hallo,
    auch ich möchte mich hier kurz zu Wort melden. Wenn ich ehrlich bin, kann ich jetzt schon sagen worauf es hinaus läuft. Wir hatten dieses ganze Thema voriges Jahr in Suderwick. 2x hatten wir uns mit allen Eltern und der Bezirksregierung wie auch der Stadt Bocholt (Schulamt) zusammengesetzt. Es war genauso hitzig wie nun hier in diesem Fall. Selbst ein Elternrat hat sich zusammen geschlossen, waren persönlich noch im Rathaus und haben andere Wegweisungen versucht mitzuteilen. Keine Chance… Alle unsere Kinder der Schule in Suderwick wurden nun auf andere Schulen in Bocholt verteilt. Der Grossteil ist zur Klaraschule gekommen, die sich über den Zuwachs sehr gefreut hat.

    Ich glaube nicht, das diese ganze Diskussion noch was bringt. Schlussendlich werden beide Schulen geschlossen und die Kinder werden nach Isselburg gehen oder in eine andere Schule. Dies ist alles eine Hinhaltungstaktik – nach der man dann sagen kann – hey wir haben ja alles versucht und die Eltern dann schlußendlich doch klein bei geben müssen, da ja Schulpflicht besteht. Leider ist dies alles auf Kosten der Kinder und deren Zeit.

  • Wilma

    Ich finde mann muß auch mal die Kosten vergleichen. In Heelden bräuchte man “nur” im Kellerraum eine Wand hochziehen (Fenster, Heizung, 2 Türen vom Flur sind schon vorhanden) und schon hätte Heelden zwei klassenräume mehr. In Werth sollte das Dach ausgebaut werden( Isoliert, vergrößert, neue Fenster usw.)und noch ein Container. Na was ist teurer?? Mann sollte vielleicht auch mal die Lehrer fragen wie und wo man am besten Umstrukturieren kann, die Arbeiten in diesen Gebäuden. Der Bus muß fahren egal ob nach Werth, Heelden oder Isselburg. Da jetzt die Schulgrenzen wohl wieder geschlossen wurden, können ja so schnell keine Kinder mehr in andere Bezierke wechseln, Isselburg hat seine “Kinder” wieder. Dann könnte es auch wieder von jeder Klasse zwei geben. Ich finde kleinere Klassen von vorteil, da kann der Lehrer besser auf die Kinder eingehen. Stärken besser hervorheben. Oder doch beide Schulen aufgeben. Wäre doch fair allen gegenüber, nur plazt dann Isselburg aus allen nähten und der GUTE Unterricht bieb auf der Strecke. Also ich bin mal gespannt, hauptsache unsere Politiker entscheiden fair und schauen sich alle Lösungen an OHNE SCHEUKLAPPEN …

  • Susanne

    Emotinalität bringt bei diesem Thema niemanden weiter. Es gibt gesetzliche Vorgaben, an die die Stadt sich zu halten hat. Die besagen u.a., keine Klassen mit 13 Schülern. Da könnte die Stadt sagen, was sie wollte, das entscheidet letztendlich die Bezirksregierung.

    Lehrer sind in der Regel verbeamtet, die werden nicht arbeitslos, sondern woanders hin versetzt. Auch darüber entscheidet der Dienstherr. Das weiß aber jeder, der sich verbeamten lässt.

  • Ute Lackermann- Reiche

    Ich finde es unmöglich das Kinder ohne Grund stundenlang hin und her gefahren werden ohne Grund nur weil es mal wieder so ein soll . Dieses ist schon ein Thema solang ich denken kann. Warum soll es nicht mal auch eine kleine Klasse geben ? Wir hatten auch schon Klassen mit 13 Kindern und die Kinder haben auch was gelernt. Ich hatte 4 Kinder in Heelden und es mussten bei einer Klasse von 13 Kindern kein Kind von Werth nach Heelden .Aus diesem Grund finde ich das alles zum lachen.Außerdem wo bleiben denn die Lehrer ? Wir haben ja noch nicht genug arbeitslose Lehrer . Aber es war ja klar wenn es zur Schließung einer Schule kommt das es dann Heelden wird und nicht Werth . Heelden wurde ja schon immer von Werth boykottiert .Warum schließt man nicht beide Schulen wenn es zur Schließung kommt und schickt die Heeldener und Werther nach Isselburg und Vehlingen nach Anholt oder Millingen ? Das wäre auch eine gerechte Lösung für alle. Warum die Stadt an der Werther Schule festhalten will ist doch klar. Aber eins steht doch fest ,es wurden nur allein in Heelden in der Vergangenheit einiges an Kindern geboren und das sind die Schüler der Heeldener Schule der nächsten Jahre.Das sollte man sich mal überlegen .

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