Nachbildung der Anholter Stadtmauer

huelse_berichtLänger als 330 Jahre sollte die Stadtmauer in Anholt Eindringlinge abhalten. Das ca 1490 errichtete Bollwerk wurde 1828 nach dem Brand am Eingangstor am Markt abgerissen. Nun hat sich der Anholter Heimatverein dazu entschlossen, ein kleines Stück der Stadtmauer an der Roßmühlenstraße wieder aufzubauen. Nach altem Vorbild wurden sogar die damals notwendigen Schießscharten angebracht.

Das Teil soll natürlich keine ungebetenen Gäste vom Besuch Anholt´s abhalten, sondern das ca. drei Meter lange Mauerstück hat den Sinn, Einheimischen und vor allem Besuchern zu zeigen, wie früher ansatzweise die Stadt durch die Mauer geschützt wurde.

Teilstück soll als Anschauung bei Stadtführungen dienen

Direkt gegenüber der Apotheke wurde vor einigen Tagen das Fundament gegossen. Viele Bewohner konnten mit dem Betonstreifen zunächst nicht viel anfangen. Das Rätselraten war dementsprechend groß. Am gestrigen Freitag wurde dann mit dem Bau der ca 1,90 Meter hohen Mauer unter Mithilfe von Franz Daniels, Theo Gasseling und Carlos Morais begonnen. Die Idee dazu hatten Kurt Istemaas und Franz Lümen. “Es ist immer schwierig bei Stadtführungen den Leuten zu erklären, wo genau die Stadtmauer gestanden hat, wenn ein Anschauungsstück nicht vorhanden ist”, erklärte Kurt Istemaas.

grundsteinlegung_bericht_titel

Hülse mit Urkunde und Tageszeitungen erklärt Hintergrund

Auf halber Höhe wurde durch die Vorsitzende des Heimatvereins, Marianne Meyer, eine Metallhülse mit einer Urkunde und aktuellen Tageszeitungen eingemauert. Nach der Fertigstellung der Mauer wird noch eine Informationstafel und eine Pumpe angebracht, die eine der früher vorhandenen Wasserstellen für die Bewohner dokumentieren soll.

Vierfache Sicherung der früheren Stadt

Zu der Zeit, als die Stadtmauer gebaut wurde, hatte Anholt ca. 800 Einwohner. Geschützt wurde die Stadt durch zwei Gräben, zwischen denen der heute noch sichtbare Wall lag. Als letztes Hinderniss hatten Eindringlinge dann die Stadtmauer zu überwinden, sofern sie nicht von der Bürgerwehr daran gehindert wurden.

Ein Großteil der notwendigen Ziegelsteine wurde durch die Firma Baustoffe Geukes gestiftet. Ein anderer Teil stammt von einem Bauernhof aus Spork. Wie Fritz Ernst vom Heimatverein erklärte, hat sich die Stadt als Bauherr zur Verfügung gestellt. Damit wurden die sonst zu zahlenden Gebühren gespart.

Stadt- und Kirchenführungen können vereinbart werden

Wer gern an einer Stadtführung teilnehmen möchte, sollte sich an die Tourist-Info oder direkt an den Heimatverein in Anholt wenden. Dort können Termine nicht nur für eine Stadtführung, sondern auch für eine Führung durch die Pankratiuskirche vereinbart werden.

 

Schreibe einen Kommentar