Bücherei-Urgestein geht in den Ruhestand

Nach 36 Jahre als Leiterin der Anholter Stadtbücherei steht der Abschied nun kurz bevor. Und dies, wie Elisabeth Ferber sagt, mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Die jetzt 69-jährige Anholterin findet, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für den Abschied gekommen ist. „Ich wollte nicht erst mit 70 gehen“. Ihre Nachfolgerin ist Sylvia Schmidt aus Wesel.

Elisabeth Ferber geht in den Ruhestand. Lesen wird aber nach wie vor ein großes Hobby bleiben (Foto: Frithjof Nowakewiitz)
Elisabeth Ferber geht in den Ruhestand. Lesen wird aber nach wie vor ein großes Hobby bleiben (Foto: Frithjof Nowakewiitz)

Die Anholter Bücherei hat eine lange Tradition. 1951 wurde sie auf der Gendringer Straße eingerichtet. Später erfolgte der Umzug zur Niederstraße. Seit 2004 befindet sich die Bücherei am Anholter Markt, dort, wo sich auch die Tourist-Info befindet.

Am 1. Juni 1980 übernahm Elisabeth Ferber die Leitung der Bücherei. Die gelernte Buchhändlerin, die nicht nur berufsbedingt, sondern auch aus Leidenschaft viel liest, findet besonders bemerkenswert, dass viele Erwachsene, die die Bücherei regelmäßig besuchen, dies schon als Kind getan haben. „Ich habe meine Kunden quasi aufwachsen sehen“, erklärte Elisabeth Ferber lachend. Heute kommen schon Dreijährige mit ihren Eltern, um Bilderbücher auszuleihen. Die älteste treue Leserin ist immerhin schon 85 Jahre. Insgesamt gibt es ca. 250 Stammleser, die sich regelmäßig mit Lesestoff versorgen.

Natürlich gab es in den vergangenen 36 Jahren auch die eine oder andere lustige Geschichte. Einmal hatte ein Kind in der Bücherei die Jacke vergessen. Also machte sich Elisabeth Ferber abends auf den Weg, um die Jacke der Familie zurückzubringen. Das Vorhaben endete damit, dass sie sich im Garten des Hauses einsperrte und sie nun in einer halsbrecherischen Aktion mit Hilfe mehrerer übereinander gestapelter Gartenstühle über den Gartenzaun klettern musste.

Die nun „Fast-Pensionärin“ liest selbst gern Biographien und Romane aus anderen Zeiten und anderen Ländern, die aber auch einen realistischen Hintergrund haben sollen. Krimi´s sind allerdings nicht so ihr Ding. Ihr Lieblingsbuch ist „Als ich ein kleiner Junge war“ von Erich Kästner „Bücher sind meine Welt“. Und sie sagt selbst, dass sie zukünftig sicherlich noch mehr lesen wird. Und das werden auch Bücher sein, die sie in der Anholter Bücherei ausleihen wird. Neben der Leserei sieht sie ihre Hobby´s in der Pflege des eigenen Gartens, des Radfahrens und natürlich ihre Familie mit drei Kindern und zwei Enkelkindern.

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