SuS und der FCH gehen neue Wege in der Jugendarbeit

fussballSuS Isselburg und der FC Heelden werden ab sofort in der Jugendarbeit gemeinsame Wege beschreiten. Der FCH lief beim SuS Isselburg mit dem Vorschlag, zukünftig in allen Jugendmannschaften Spielgemeinschaften zu bilden, offene Türen ein. Wie ja mehrfach, auch an dieser Stelle berichtet, leiden die Fußballvereine an jugendlichem Nachwuchs.

Der demografische Wandel trägt hierzu sicherlich auch seinen Teil bei. Fakt ist aber, dass in der gesamten Stadt vier Fußballvereine um die jugendlichen Nachwuchskicker buhlen. Das Ergebnis sieht so aus, dass letztendlich keiner der Vereine in allen Bereichen komplette Jugendmannschaften stellen kann. Eine Zusammenarbeit der Vereine auf diesem Sektor ist daher sicher auf Dauer die einzige Chance, den Jugendfußball zu erhalten.

FCH und SuS beschließen eine enge Zusammenarbeit

Der FC Heelden und SuS Isselburg haben die Zeichen der Zeit aber schon vor zwei Jahren erkannt, denn beide Vereine haben in kleinerem Rahmen schon seit der Zeit Spielgemeinschaften gebildet. Die jetzige Entscheidung, diese Zusammenarbeit auf den gesamten Jugendbereich auszudehnen, kommt daher nicht von ungefähr und ist nur ein weiterer Schritt.

Am 25. Juni fand im Vereinsheim des SuS ein Kennenlernen der Jugendtrainer beider Vereine statt. Die getroffenen Regelungen, unter denen die Zusammenarbeit stehen, sind denkbar einfach. Das Training der einzelnen Mannschaften findet zu gleichen Teilen in Isselburg und Heelden statt. Sollte allerdings eine Mannschaft größtenteils aus Heeldenern oder auch Isselburger Kindern bestehen, so wird dies entsprechend berücksichtigt. Das Trainerteam wird sich aus den Jugendtrainern beider Vereine zusammensetzen. Die  Meisterschaftsspiele finden in Heelden wie auch in Isselburg statt. Bislang wird pro Altersklasse mit jeweils 2 Mannschaften geplant.

Diese Spielgemeinschaft gilt zunächst für ein Jahr. Beide Vereine hoffen auf eine Fortsetzung und auf eine eventuelle Erweiterung mit anderen Isselburger Vereinen. Wie Christoph Angenendt, Geschäftsführer beim SuS Isselburg, mitteilt, wartet auf die Jugendabteilungen beider Vereine viel Arbeit. Spieler, Trainer und Eltern müssen informiert und überzeugt werden. Insbesondere auf die Trainer kommt eine schwere Aufgabe zu. Sie müssen dafür sorgen, dass leistungsbezogene Mannschaften gebildet werden können, gleichzeitig aber auch Freundschaften erhalten bleiben.

"Wir als Jugend- und Hauptvorstand stehen voll hinter dieser Kooperation. Wir sind uns darüber im Klaren, dass es sich um eine große Herausforderung handelt, die allerdings für uns alternativlos ist", erklärte Angenendt.

Es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, wann auch Westfalia Anholt und der SV Werth über derartige Spielgemeinschaften nachdenken müssen. Da würde es dann schon Sinn machen, mit dem FCH und dem SuS einen gemeinsamen Weg zu gehen.

Die Ist-Situation im Bereich des Jugendfußballs bei den vier Vereinen ist durchaus nicht rosig. Jeder der vier Vereine besitzt eine eigene Jugendabteilung. Kein Verein hat zur Zeit jedoch eine Jugendmannschaft in der Leistungsklasse, was zur Folge hat, das talentierte Jugendliche ständig von Leistungsklassenvereinen angesprochen und auch abgeworben werden. Mädchenfußball gibt es nur noch bei Westfalia Anholt, allerdings nicht mehr in allen Klassen.

Die Fakten sprechen für sich. Eine enge Zusammenarbeit aller vier Vereine ist notwendig, um auf Dauer dem Nachwuchs in Gesamt-Isselburg eine fußballerische Chance zu bieten. Vom Nachwuchs hängt schließlich auch der spätere Seniorenbereich ab. Da macht es doch schon fast Sinn eine Lösung zu suchen, die den Jugendfußball auf Dauer für alle vier Vereine sicher könnte.

Muss eine vereinsübergreifende Lösung her?

Folgendes Szenario wäre denkbar: Alle vier Fussballvereine gründen einen übergreifenden Förderverein für Jugendliche ab der D-Jugend. Jeder Verein hat im jährlichen Wechsel die Verantwortung für eine Altersklasse, er stellt die Trainer und die Sport- und Trainingsplätze. Hierdurch sollte es möglich sein, mindesten 2 Mannschaften pro Altersgruppe zu melden und alle Kinder leistungsgerecht spielen zu lassen. Im Mädchenfussball sollte zumindest eine Mannschaft pro Alterklasse möglich sein. Aufstiege in die Leistungsklassen sollten aufgrund der bündelung der Spielstärke realisierbar sein. Auch der spätere Verbleib in diesen Leistungsklassen ist daher leichter möglich. Ein Wechsel zu anderen Vereinen aufgrund von Abwerbung wird für den Jugendlichen daher erheblich unattraktiver. Die Kinder bleiben Mitglied in ihren Heimatvereinen und zahlen dort ihren Mitgliedsbeitrag. Sie werden jedoch auch (kostenfrei) Miglied im Förderverein, so das dieser über die Spielerpass verfügen kann. Mit Erreichen der Seniorenspielklasse werden die Kinder/Jugendlichen automatisch wieder in ihren Heimatvereinen gemeldet. Die vier Fussballvereine tragen nach ihrer Mitgliederzahl anteilig die Kosten des Fördervereins.

Der FC Heelden und der SuS Isselburg haben einen ersten kleinen Schritt getan. Ob sich die beiden anderen Verein aus Werth und Anholt dem anschließen, bleibt abzuwarten. Um den Jugendfußball, und damit den Fußball im Ganzen in der Stadt zu sichern und auf ein vernünftiges Niveau zu heben, wäre die Gründung eines "gemeinsamen Jugendvereins" sicher eine gute Lösung.



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