Küchenparty mit sächsischen Kreationen

Jörg (2.v.r.) und Peter (ganz links) Brune begrüßen mit ihrem gesamten Team den Gastkoch (3.v.r.) aus Dresden und die Gäste

Mario Pattis ist hierzulande eher ein Unbekannter in der Feinschmeckerszene. Das ist in Dresden ganz anders. Dort gilt er gemeinhin als der Gourmet-Papst schlechthin. Davon, dass er diesem inoffiziellen Titel durchaus gerecht wird, konnten sich am vergangenen Freitag ca. 100 Besucher bei der Küchenparty im Parkhotel Wasserburg überzeugen.

Als mögliche Nachwuchsköche im Vordergrund: Robert Pattis (links) und Max Brune.

Er steht wie kein anderer, „für Genuss“ in den neuen Bundesländern“, erklärte Jörg Brune in seiner Begrüßungsrede. Nach seiner Ausbildung 1987 in der Mensa der Technischen Universität Dresden nutzte Mario Pattis nach dem Fall der Mauer die Möglichkeiten, um sich in diversen Gourmetrestaurants weiter zu bilden, um dann 1994 mit dem ersten Michelin-Stern in den neuen Bundesländern ausgezeichnet zu werden. Zahlreiche weitere Auszeichnungen zeugen von der fachlichen Kompetenz. Dies spiegelt sich auch in vielen Veranstaltungen wieder, die der Sternekoch kulinarisch mitgestaltet hat. Darunter waren das Bundeskanzlerfest in Wiesbaden, die Expo 2000 in Hannover, die Berlinale 2005 oder auch die Sächsische Gala-Präsentation „Culinary Award“ in New York. Pattis war übrigens nicht allein in Anholt. Mit dem achtjährigen Sohn Robert hatte der Gourmetkoch möglicherweise schon seinen Nachfolger mitgebracht, denn Pattis Junior assistierte in der Küche schon recht professionell. Neben Pattis Senior und Junior war natürlich auch fast das gesamte Team des Parkhotels dabei.

Jochen Schütt (links) serviert einem Gast das „gebratene Doradenfilet“

Die Speisekarte des Abends versprach viel und hielt noch mehr. Die aufgeführten acht Gänge ließen jedes Feinschmeckerherz höher schlagen. Schon die erste Vorspeise zeigte die Handschrift und vor allem die Herkunft von Mario Pattis. „Sûpréme vom Lausitzer Saibling mit Gurke und Sauerrahmeis an kleinem Salat“. Aber auch das Köcheteam des Parkhotels um Kai Westerhoff war sehr kreativ. Mit „Variatition vom Anholter Lamm mit Schnitte von Paprikapolenta und Zwiebel“, sowie das „gebratene Doradenfilet mit Bohnenragout, Kartoffelbirne und Birnenglace“ waren reine Anholter Kreationen. Das „Geräucherte Winterdessert“ mutete zunächst etwas merkwürdig an, schmeckte den Gästen aber hervorragend. Dies galt auch für den „Granny Smith Apfel Wasserburg“.

Variation vom Anholter Lamm

So ein Gourmet-Abend besteht nicht nur aus der Küche und den kreirten Speisen. Es gehört auch das entsprechende Getränk dazu. Und die sind ebenso vielfältig, wie die Speisekarte. Das jedem Gast den zur Speise passende Wein angeboten wurde, lag in der Verantwortung des Serviceteams. Eher unauffällig im Hintergrund, aber fachlich immer präsent  zeigten sich die sogenannten Schlossgeister bei der Auswahl des Weines.

Es war eine rundum gelungene Veranstaltung. Die Beliebtheit der Veranstaltungsreihe zeigt sich auch, oder vor allem an der stetig steigenden Zahl der Teilnehmer. „Es ist langsam gewachsen, aber mit jetzt ca. 100 Besuchern sind wir fast an unserer Kapazitätsgrenze angelangt“, zeigte sich Restaurantleiter Peter Brune sehr zufrieden mit der Entwicklung insgesamt, aber auch mit dem Verlauf des Abends.

Die nächste Küchenparty gibt es erst wieder zu Beginn 2018. Aber wer das Ambiente und das Know How des Parkhotel Wasserburg genießen möchte, der kann sich auf der Website des Hotels über die zahlreichen Veranstaltungen informieren, die von der Tea-Time über das Krimidinner bis hin zum Winzerabend reichen.

Alle Fotos: Frithjof Nowakewitz

 

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