Nach nunmehr 61 Jahre Chormitgliedschaft und davon 26 Jahre in Verantwortung als 1. Vorsitzende und auch kurz vor ihrem 80. Geburtstag sagt Elvi Schwechhorst leise Tschüss. Nicht etwa als Chormitglied, sondern als Verantwortliche. Die Leitung des Chores hat sie nach einiger Vorbereitung in die Hände des gesamten Vorstandes gelegt.

von links: Ilona Bertram, Elisabeth Ehringfeld, Elvi Schweckhorst, Angela Zimmermann, Ulla Bußhaus, Nicole Hackfort

Elvi Schweckhorst ist nicht mehr Vorsitzende des Kirchenchor St. Bartholomäus in Isselburg. Das Urgestein geht in den wohlverdienten "Vorstands-Ruhestand". Bei der Mitgliederversammlung des Chores heute Abend verkündete sie ihren Abschied aus der Vorstandsarbeit. Und dies sicher mit einem kleinen bisschen Wehmut, aber auch mit großer Freude auf die nun gewonnene Zeit für das Privatleben. "Die Arbeit hat mir immer viel Spaß gemacht, auch, weil wir uns im Vorstand immer als Team verstanden haben", erklärte Schweckhorst.

Ich habe fertig!

Dabei gab es in ihrer 26-jährigen Amtszeit auch stürmische Zeiten. Immer neue Dirigenten verlangte von der Vorsitzenden, sich immer wieder auf "den Neuen" einzustellen. War der Chor eigentlich immer ein gemischter Chor, so gingen in der jüngsten Vergangenheit allmählich die Männer aus. Letztendlich wurde der Chor 2014 dann zu einem reinen Frauenchor. Auch das war mit einiger Umstrukturierung  verbunden. Elvi Schweckhorst hat auch diese Hürden sicher umschifft und den Chor in ruhiges Fahrwasser geführt. Heute ist der Kirchenchor St. Bartholomäus beliebter denn je. Die Gottesdienstbesucher freuen sich auf den Chor und die musikalische Vielfalt ist auch bei privaten Festen, wie etwa bei Hochzeiten sehr beliebt. Es ist daher auch kein Zufall, dass es neue Mitglieder gibt, die den Altersdurchschnitt von über 70 auf unter 60 nach unten drücken. "Dies", so Schweckhorst, "ist allerdings ein wesentlicher Verdienst der Chorleiterin Andrea Wesendonk. Die Frau ist einfach spitze, sie ist modern und sie wird immer besser". Elvi Schweckhorst hinterlässt als Vorsitzende einen intakten Chor mit einer intakten Struktur. Dies sieht auch Pastor Klaus Winkel so, der sich herzlich für die geleistete Arbeit bei der scheidenden Vorsitzenden bedankte. Ihre kurze Abschiedsrede endete mit dem Satz: "Ich habe fertig, jetzt seid ihr dran".

Das Team ist der Chef

Eine direkte Nachfolgerin als Vorsitzende wurde im notwendigen Wahlgang nicht gefunden. Die zweite Vorsitzende Angela Zimmermann erklärte sich bereit, die Geschicke des Kirchenchors in und mit einem "Vorstandsteam" zu leiten. Diese Konstellation wurde von der Versammlung einstimmig beschlossen. Gewählt, bzw. wiedergewählt wurde Kassiererin Ulla Bußhaus. Die Kassiererin konnte in ihrem Rechenschaftsbericht eine gute finanzelle Lage verkünden. Die korrekte Buchführung wurde durch die Kassenprüferin bestätigt. Demzufolge wurde der komplette Vorstand einstimmig entlastet.

Rita Ahrens ist 10 Jahre dabei

Es gab aber noch einen weiteren wichtigen Tagesordnungspunkt. Für ihre 10-jährige Mitgliedschaft wurde Rita Ahrens geehrt. In der kurzen Laudatio erklärte Elvi Schweckhorst zu Beginn die Anfänge der Chormitgliedschaft der Jubilarin. Rita Ahrens war an ihrem alten Wohnort Mitglied in einem 15-köpfigen Jugendchor. Als sie dann nach Isselburg zog, vermisste sie zunächst das Singen. Die Freundschaft zu Andrea Wesendonk war dann vor zehn Jahre der Grundstein für den ersten Übungsabend im Isselburger Kirchenchor. Derzeit hat der Chor 54 inaktive Mitglieder und 31 Sängerinnen.

von links: Rita Ahrens, Pastor Klaus Winkel, Elvi Schweckhorst, Andrea Wesendonk

Fotos: Frithjof Nowakewitz

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